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Noch sind nur kleine Schritte möglich

Die Fußballklubs aus der Region kehren mithilfe von Kleingruppentraining langsam, aber sicher wieder auf das Spielfeld zurück. Die Vereine kämpfen beim Neustart mit ähnlichen Problemen, die gehen sie aber mit unterschiedlichen Zeitplänen an.

Der Nachwuchs der TSG-Fußballer ist seit dieser Woche wieder am Ball. Noch heißt es hier wie auf den anderen Plätzen aber, Abstand halten und Training nur in Kleingruppen. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Der Nachwuchs der TSG-Fußballer ist seit dieser Woche wieder am Ball. Noch heißt es hier wie auf den anderen Plätzen aber, Abstand halten und Training nur in Kleingruppen. Foto: T. Sellmaier

Von Uwe Flegel

Von der Normalität sind sie noch weit entfernt. Erste Schritte zurück auf den Platz machen die Fußballer der Region allerdings bereits. Immer mehr Vereine nutzen die Möglichkeit des Trainings mit sogenannten Kleingruppen. Einige sind sogar schon seit der vergangenen Woche aktiv. Viele beginnen oder haben diese Woche begonnen. Andere planen den Start direkt nach Pfingsten. Eine einheitliche Marschrichtung gibt es nicht. Jeder Verein bastelt an Lösungen, die auf seine Möglichkeiten zugeschnitten sind, wie die Nachfrage bei einigen Vereinen zeigt.

Die SG Sonnenhof Großaspach lässt den Jugendbetrieb heute wieder anlaufen. Peer Lauster, Leiter der Nachwuchsabteilung, sagt: „Wir sehen es als Testwoche.“ Die SG muss die Übungsstunden für die Jugend mit den DFB-Hygieneregeln fürs Drittliga-Team in Einklang bringen. „Profis und Junioren müssen zeitlich und räumlich komplett getrennt sein“, erzählt Lauster und erklärt: „Wir können mit der Jugend erst anfangen, wenn die Aktiven vom Gelände sind. Zudem steht für den Nachwuchs ein separates Eingangstor zur Verfügung, an dem der Trainer den Zugang kontrolliert und dokumentiert.“ Damit alles reibungslos klappt, haben Lauster und das für die Jugend zuständige Vorstandsmitglied Patrick Eickelmann Eltern und Spieler sowie die Trainer in zwei Online-Meetings informiert. Lauster macht klar, dass der Klub „extreme Auflagen“ einhalten muss, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können: „Für U 11 bis U 16 bieten wir einmal pro Woche Training an. U 17 und U 19 dürfen zweimal.“ Mehr ist derzeit nicht möglich, da jedes Team einen ganzen Platz braucht und im Fautenhau aufgrund der räumlichen Trennung zum Drittliga-Team nur der Kunstrasen zur Verfügung steht. Deshalb „schauen wir, ob wir woanders noch ein Spielfeld bekommen“, so Lauster.

Bei der TSG Backnang weiß Geschäftsführer Janos Kovac, dass „es wegen der ganzen Vorschriften und Hygienebestimmungen nicht einfach ist“. Dabei gibt es in den Etzwiesen kein Männerteam, das momentan Kapazitäten beansprucht, weil die Verbandsliga-Elf nicht trainiert, doch auch bei der TSG heißt es, großer Aufwand für ein klein wenig Betrieb. Seit dieser Woche sind zumindest alle Altersbereiche von der A-Jugend runter bis zur U 10 zurück auf dem Platz. Nächste Woche soll es bei den Frauen und Mädchen losgehen. Die ganz Kleinen (F-Jugend und Bambinis) müssen sich bei dem Verein aus den Etzwiesen allerdings noch ein wenig gedulden.

Auch beim SV Allmersbach rollt seit dieser Woche wieder der Ball. Aktive und im Nachwuchsbereich die Teams von der A-Jugend bis zum D-Jugend-Jahrgang 2007 sind auf dem Rasen zurück. Jugendleiter Timo Herbst hofft, mit den unteren Altersbereichen nach Pfingsten nachziehen zu können: „Wir wollen bei den Älteren Erfahrungen sammeln und die Entwicklung abwarten.“ Wie bei anderen Vereinen musste auch beim SVA aufgrund der Abstandsregeln die Platzeinteilung umgestellt werden. Deshalb kommt jedes Jugendteam nur einmal pro Woche zum Zug. Besser als nichts.

Das sieht Jörg Pfannenschmidt von der JSG Auenwald ebenso. Bei der Jugendspielgemeinschaft des TSV Oberbrüden und des TSV Lippoldsweiler dürfen auch die unteren Altersklassen ran. Dafür hat jedes Team seine eigene Regelung. Pfannenschmidt zum Beispiel hat seine U 11 in vier Fünfergruppen eingeteilt, die einmap pro Woche jeweils eine Stunde lang kicken dürfen. „Ich bin der einzige Trainer in der Mannschaft, da geht es nicht anders“, erklärt der erfahrene Fußballer, weshalb er seit dieser Woche am Dienstag um 17.30 Uhr mit Gruppe eins beginnt, ab 18.30 Uhr mit der nächsten weitermacht und das Ganze am Donnerstag mit den Gruppen drei und vier wiederholt. Ehrenamt in Vollendung in Coronazeiten. Bei der JSG gibt es aber auch andere Lösungen. Pascal Rinker berichtet vom Jahrgang 2012, dass er mit den 15 Kids schon drei Trainingseinheiten hinter sich hat. Geübt wird auf einem Platz, „da wir drei Betreuer sind und sich jeder um eine Fünfergruppe kümmern kann“, erzählt Rinker.

Die Spvgg Kleinaspach/Allmersbach wiederum plant ihren Neuanfang erst nach Pfingsten. „Wir erstellen gerade ein Konzept über den Trainingsablauf, den Inhalt und die Organisation, welches wir dann im Vorfeld mit allen Beteiligten abstimmen“, berichtet Ralf Schlipf, Mitglied des Organisationsteams. Im ersten Schritt sollen die Männerteams, die Frauenmannschaft sowie die Jugend runter bis zur U 10 einmal pro Woche in den Genuss einer 90-minütigen Einheit kommen. Ralf Schlipf erklärt: „Wir planen so, dass für jede Mannschaft ein komplettes Spielfeld zur Verfügung steht.“

Bei den Männern und Frauen der SG Oppenweiler/Strümpfelbach und des FV Sulzbach ging es bereits vergangene Woche los. In der Jugendspielgemeinschaft beider Vereine, dem Juniorteam S und O, machte die B-Jugend am Vatertag den Anfang. Diese Woche wird der Wiedereinstieg nach Pfingsten mit einem Infoabend für die Eltern sowie einem Schautraining für die Übungsleiter vorbereitet. Sicher ist bereits, dass nach der B- nun die C-Jugend beginnt. Schritt für Schritt sollen die anderen Mannschaften folgen, weiß FVS-Jugendleiter Michael Munz und ergänzt: „Wir überlassen das auch ein Stück weit den jeweiligen Trainern.“

5 Spieler, 1000 Quadratmeter

In Gruppen, die maximal fünf Personen umfassen dürfen, und auf einer Fläche von mindestens 1000 Quadratmetern dürfen Fußballer seit dem 11. Mai im Freien wieder trainieren. Die Klubs der Region versuchen nun, langsam aber sicher wieder in den Alltag zurückzukehren.

Um wenigstens in Kleingruppen trainieren zu dürfen, müssen sich Vereine und Sportler an Hygienerichtlinien halten. Dazu gehören die üblichen Vorgaben und Empfehlungen wie die Abstandsregel. Zudem ist die Nutzung von Dusch- und Umkleideräumen eigentlich ausgeschlossen. Die Spieler und Trainer müssen bereits in Sportkleidung auf dem Gelände erscheinen und die Anlage so auch wieder verlassen.

Ein Fußballfeld umfasst im Normalfall rund 6000 Quadratmeter. Damit können vier bis fünf Fünfergruppen gleichzeitig trainieren. Die Trainer müssen bei der Personenzahl ebenfalls berücksichtigt werden. Viele Klubs teilen den Platz deshalb in vier Felder für die Trainingsgruppen ein. Dazwischen befindet sich noch ein Feld für Trainer und Betreuer, die somit die Möglichkeit haben, die Übungen aus der Mitte heraus anzuleiten und kontrollieren zu können.

Der WFV unterstützte die Vereine vergangene Woche mit einem Online-Infoabend unter dem Motto „Zurück auf den Platz“. Drei Referenten, zu denen auch Alexander Stoppel von der SG Oppenweiler/Strümpfelbach zählte, erklärten Abteilungs- und Jugendleitern sowie Trainern, was bei der Rückkehr auf dem Platz zu beachten ist. Bei dem Anschauungsunterricht ging es um Hygiene- und Schutzmaßnahmen, Vorkehrungen und Richtlinien sowie die Inhalte und die Gestaltung des Trainings für sogenannte Kleingruppen. An dem Infoabend nahmen rund 600 Personen teil.

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Erstellt:
27. Mai 2020, 06:00 Uhr

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