Nur 30 Minuten ein unbequemer Gegner

Erster Rückschlag für die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang in der Drittliga-Saison. Beim Zweitliga-Absteiger HSG Konstanz gibt es eine Niederlage – und mit 31:40 fiel sie deutlich aus. In der ersten Halbzeit zeigen die Gäste vielversprechende Ansätze, danach läuft alles gegen sie.

Timm Buck (am Ball) ist mit fünf Treffern der beste Werfer des HCOB beim Spiel in Konstanz. Foto: A. Hornauer

© Alexander Hornauer

Timm Buck (am Ball) ist mit fünf Treffern der beste Werfer des HCOB beim Spiel in Konstanz. Foto: A. Hornauer

Von Alexander Hornauer

Die HSG Konstanz wurde von der Konkurrenz in Umfragen zum Favoriten für den Staffelsieg erklärt. Der Klub ist in der Dritten Liga in vielerlei Hinsicht nicht optimal aufgehoben, er gäbe vermutlich auch einen Zweitligisten mit dem Potenzial für den Ligaverbleib ab. Immerhin hat die HSG vier der vergangenen fünf Spielzeiten in dieser Liga absolviert. Im Spiel gegen den HCOB unterstrich der Klub seine Stellung – in dieser Form stellt das Team des neuen Coaches Jörg Lützelberger für die meisten Teams in der Dritten Liga eine sehr hohe Hürde dar.

Die Murrtaler waren in der ersten Halbzeit ein unbequemer Gegner. Sie taten sich im Angriff gegen die außergewöhnlich offensiv agierende HSG-Mannschaft zu Beginn schwer, fanden dann aber gute Lösungen und kamen regelmäßiger zu Toren. In der HCOB-Abwehr waren die Lücken zu Beginn etwas zu groß. Konstanz kam in der Auftaktphase vor allem in Person von Peter Schramm zu Toren. Entweder traf der vor einem Jahr von Pfadi Winterthur gekommene Handballer selbst, oder er setzte die Spieler auf dem linken Flügel gut in Szene.

Dann fand die HCOB-Defensive mehr Zugriff. Es gelang den Murrtalern, das Tempo ein wenig aus der Begegnung zu nehmen. Eigentlich eine eher ungewohnte Spielweise – in diesem Fall aber ein guter Schachzug von Coach Matthias Heineke. Denn so wurde aus einem 4:8-Rückstand bis zur 26. Minute ein 12:12. Marcel Lenz verwandelte einen Strafwurf zum Ausgleich. Dabei hatten die Murrtaler schon in den Minuten zuvor mehrmals die Chance zum zwischenzeitlichen pari. Just in den Momenten schlichen sich aber technische Fehler ein. Auf den Ausgleichstreffer reagierten die Konstanzer mit einer gewissen Entschlossenheit. Sie erhöhten die Intensität und profitierten davon, dass der HCOB in den letzten Zügen der ersten Halbzeit einige schlechte Aktionen hatte. Zur Pause hieß es 16:13. Die kurz zuvor noch gute Ausgangsposition war nicht mehr so gut.

HCOB-Angreifer nutzten nach der Pause die Räume und die Chancen kaum

Nach Wiederanpfiff blieb es rund zehn Minuten in etwa beim Halbzeitrückstand. Dabei hatten die Gäste ein wenig Pech, dass gleich mehrere Abpraller bei den Hausherren landeten. Vor allem HSG-Kreisläufer Michel Stotz erwies sich gedankenschnell und erzielte Tore im Nachfassen. Dann gab es für die Gäste zwei Zeitstrafen in kurzer Zeit (Tim Düren, Jakub Strýc). In Überzahl baute Konstanz den Vorsprung aus.

Die HCOB-Angreifer nutzten die Räume, die sich durch die offensive Abwehr boten, lange nicht mehr so gut aus wie in Durchgang eins. Stattdessen verfielen sie in Hektik, warfen aus unvorteilhaften Situationen aufs Tor oder verhedderten sich in technischen Fehlern. Der HSG unterliefen derartige Missgeschicke praktisch nie. Das Team vom Bodensee spielte konstant auf gutem Level. Trainer Jörg Lützelberger konnte dabei auch nach Belieben wechseln. Kamen neue Akteure aufs Feld, tat das dem Spiel keinen Abbruch. Im Gegenteil: Auch diese Handballer waren stark daran interessiert, sich durch gelungene Aktionen in den Blickpunkt zu rücken. Der HCOB versuchte es nach rund 45 Minuten bei sechs Toren Rückstand mit dem siebten Feldspieler, doch angesichts einer zu hohen Fehlerquote mit Fehlabgaben und Ballverlusten ging diese Maßnahme dieses Mal nach hinten los. Konstanz kam zu mehreren Fernwurftoren. So wurden es am Ende neun Tore Differenz. Sicher ein bisschen zu viel, aber zugleich zeigte es eindrucksvoll auf, wie Konstanz über 60 Minuten nie nachließ. Für den HCOB heißt es, aus den Fehlern zu lernen und im Heimspiel gegen den TSV Blaustein den zweiten Heimsieg einzufahren.

HCOB-Trainer Matthias Heineke resümierte: „In der ersten Halbzeit haben wir bewusst das Tempo herausgenommen. Wären nicht die zwei, drei Aktionen vor der Pause gewesen, hätte man sagen können, dass der Plan aufgegangen wäre.“ Er schob nach: „Nach dem Seitenwechsel kam dann aber alles zusammen: Zeitstrafen, einfache Ballverluste, und am Ende war es – ohne die hervorragende Leistung der HSG Konstanz schmälern zu wollen – auch etwas zu wenig Gegenwehr.“ HSG-Coach Jörg Lützelberger sagte: „Insgesamt hatten wir mehr Möglichkeiten zum Durchwechseln.“

HSG Konstanz: Wolf (1), Grabenstein – Stotz (4), Czako (1), Hild (2), Mauch (3), Knipp, Beckmann (4), Braun (4), Bornhauser (3), Timm, Wendel (4), Schramm (7), Ingenpaß (3), Köder, Knezevic (4).

HC Oppenweiler/Backnang: Müller, Koppmeier – Lenz (3/2), Gehrke (4), Buck (5), Raff, Sigle (4), Villgrattner, Wolf (4), Strýc (3), Frank (n.e.), Maurer (3), Bühler (2), Rauh, Düren (3).

Siebenmeter: 0:2/2. – Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Czako/nach Disqualifikation, Bornhauser – Strýc/zweimal, Sigle, Düren). – Schiedsrichter: Brodbeck/Reich (Reutlingen/Metzingen). – Zuschauer: 450.

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Erstellt:
13. September 2021, 11:30 Uhr

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