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Ohne Druck ins Finale um den Aufstieg

Backnangs Zweitliga-Judokas erwarten Heidelberg-Mannheim zum Gipfeltreffen, wollen aber nicht mit aller Macht ins Oberhaus

Drei Duelle, drei Siege: Die bisherige Bilanz von Backnangs Zweitliga-Judokas ist makellos. Die TSG ist nur deshalb nicht Erster, weil auch das 1. JT Heidelberg-Mannheim dreimal die Nase vorne hatte und dabei mehr Einzelkämpfe gewann. Heute um 18 Uhr kommt es in der Mörikehalle am letzten Kampftag zum Gipfeltreffen und damit zugleich zum Finale: Wer gewinnt, steigt auf. TSG-Trainer Jens Holderle stapelt aber wie gewohnt tief: „Wir fühlen uns ganz wohl, wo wir sind.“

TSG-Trainer Jens Holderle ist gespannt auf den Auftritt der Eigengewächse und entspannt, was den möglichen Aufstieg betrifft. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

TSG-Trainer Jens Holderle ist gespannt auf den Auftritt der Eigengewächse und entspannt, was den möglichen Aufstieg betrifft. Foto: T. Sellmaier

Von Katharina Klein

Vier Monate ist es her, dass die Murrtaler in Bad Homburg mit 8:6 die Oberhand behielten. Es war der dritte Erfolg nach dem 10:4 gegen das JT Rheinland und dem 8:6 in Karlsruhe. Hinter dem punktgleichen Ersten bedeutet das Platz zwei in der Südwest-Gruppe, nur die Kampfpunkte machen den Unterschied – 28:14 gegenüber 26:16, ein knapper Vorsprung für die Gäste vor dem vierten und letzten Kampftag.

„Wir können ganz befreit aufkämpfen“, sagt Holderle. Siegt der Coach mit seinem Team, übernimmt Backnang die Tabellenführung und steigt auf. Bei einer Niederlage und einem Unentschieden macht Heidelberg-Mannheim das Rennen. „Ich denke, das wird eine spannende Begegnung. Unser Gegner hat angekündigt, dass sie es so nehmen wollen, wie es kommt. Ich kann den Kampftag ganz schwer einschätzen“, gibt Holderle zu Protokoll. Die große im Raum stehende Frage lautet, ob die TSG überhaupt hoch will. In den letzten Jahren wurde ein Aufstieg in Liga eins eher ausgeschlossen – aus finanziellen und personellen Gründen. Auch dieses Jahr verursacht das Thema bei der Abteilungsleitung wieder viel Denkarbeit. „Wenn alle Stricke reißen, müssen wir uns zusammensetzen und uns orientieren, wie wir das Ganze gestemmt bekommen“, betont Holderle.

Nicht zuletzt kommt’s wohl auf die heutige Aufstellung an, wie der Kampf in der heimischen Mörikehalle endet. „Wir werden mit vielen eigenen Kämpfern an den Start gehen“, verrät der Coach. Unter anderem sind Patrick Rauh, Niklas Kern, Leon Maier und Robin Angerer gesetzt.

Hintergrund
Bislang nur eine Erstliga-Saison des Männerteams in der Historie der TSG-Judokas

Der 18. Oktober 2003 war ein Festtag in der Historie der TSG-Judokas. An dem Samstag machte das Männerteam um den damaligen Trainer Gerd Lamsfuß den Sprung in die Erste Bundesliga mit dem 9:5-Heimsieg gegen den als Spitzenreiter zum Saisonfinale angereisten PSV Bamberg perfekt. Und das, obwohl der Coach für den zweiten Durchgang die eigenen Talente gebracht hatte und das Motto lautete: Nur wenn die Eigengewächse den Aufstieg schaffen, geht der Verein das finanzielle Wagnis auch tatsächlich ein.

In dieser Hinsicht könnte sich Geschichte heute Abend wiederholen, denn der aktuelle Trainer Jens Holderle will ähnlich vorgehen. Sollte am Ende der zweite Erstliga-Aufstieg der TSG-Männer stehen, ist die Frage, ob das Abenteuer dann länger dauert als beim ersten Mal. 2004 verlor Backnang alle sieben Wettkämpfe mehr oder weniger deutlich und stieg postwendend wieder ab.

Danach gab es einen Umbruch und schwierigere Zeiten, die TSG blieb aber Dauergast in Liga zwei und wurde später sogar mehrmals Meister. Den Aufstieg lehnte sie zugunsten eines Absteigers aus Liga eins aber stets ab – seit die Regularien das nicht mehr vorsehen, gab es keinen Meistertitel mehr.

Sollte es doch zum zweiten Mal nach oben gehen, gibt sich Trainer Jens Holderle keinen Illusionen über die Schwere der Aufgabe hin. Im Vergleich zu 2004 sei das Oberhaus „auf keinen Fall schwächer geworden, der Sprung ist mindestens genauso groß“.

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Erstellt:
21. September 2019, 11:30 Uhr

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