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Ohne Verlustpunkt in die Landesliga

Aufstiegsgeschichten: HCOB Handballerinnen sichern sich das Double aus Bezirksliga-Meisterschaft und Bezirkspokal-Sieg

Das war eine perfekte Saison der Handballerinnen des HC Oppenweiler/Backnang. In der Bezirksliga gab es 40 Zähler, alle links vom Doppelpunkt – damit war der Titelgewinn schon im Februar beschlossene Sache. Auch im Bezirkspokal war das Team nicht zu bremsen. Nun wartet mit der ersten Landesligarunde ab Herbst eine neue Herausforderung.

Waren eine Klasse für sich: Die HCOB-Handballerinnen mit Carina Fischer, Tamara Buttler, Ramona Fetzer, Michelle Hoffrichter, Male Schütz, Anna Hug, Denise Schaber, Lea Seybold, Spielertrainerin Judit Lukács, Rosalie Belz, Betreuerin Ronja Braun und Spielleiter Gerold Hug (hinten von links) sowie Anna-Marie Grün, Anna Rosenke, Paula Heitzler, Lea Soffel, Kim Deißer, Dorothea Csauth und Tamara Ellenrieder (vorne). Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Waren eine Klasse für sich: Die HCOB-Handballerinnen mit Carina Fischer, Tamara Buttler, Ramona Fetzer, Michelle Hoffrichter, Male Schütz, Anna Hug, Denise Schaber, Lea Seybold, Spielertrainerin Judit Lukács, Rosalie Belz, Betreuerin Ronja Braun und Spielleiter Gerold Hug (hinten von links) sowie Anna-Marie Grün, Anna Rosenke, Paula Heitzler, Lea Soffel, Kim Deißer, Dorothea Csauth und Tamara Ellenrieder (vorne). Foto: T. Sellmaier

Von Alexander Hornauer

HCOB-Spielertrainerin Judit Lukács hatte vor der Saison angekündigt, „dass wir uns wie ein Landesligist vorbereiten werden“. Es wurde intensiv trainiert und der Fokus lag vor allem auf Geschwindigkeit, weniger auf Kraft. Lukács’ Annahme, dass es die konditionelle Überlegenheit erlauben würde, in den meisten Partien spätestens in den Schlussminuten davonzuziehen, bewahrheitete sich aber nur in gewisser Weise – meist warfen die Murrtalerinnen schon früher einen Vorsprung heraus.

Spannung kam selten auf. Der 34:23-Heimerfolg gegen den Meisterschaftsmitfavoriten Steinheim/Kleinbottwar war am dritten Spieltag ein frühes Zeichen dafür, dass mit dem HCOB zu rechnen sein würde. Zur Winterpause lag die Lukács-Truppe mit 20:0 Punkten vorne, auch im neuen Jahr gab es nur Siege. In das Rückspiel in Kleinbottwar startete Oppenweiler/Backnang mit einer schnellen 7:0-Führung – es war die Vorentscheidung in diesem Match beim Vize-Meister und im Titelrennen.

Bereits Ende Februar war der Knoten dran, aber die Konzentration blieb hoch. Der HCOB beendete die Runde ohne Verlustpunkt und sicherte sich als Zugabe mit einem Sieg im Finale gegen Kornwestheim auch den Bezirkspokal. „Dass wir keinen Minuspunkt haben, damit habe ich vor der Runde nicht gerechnet“, gibt die Trainerin zu, „aber die Qualität der Spielerinnen als Grundlage für diesen Erfolg war da“. Lukács selbst avancierte zur Torschützenkönigin, betont aber immer den Teamgedanken: „Wir haben mannschaftlich sehr gut zusammengearbeitet, vor allem in der Abwehr.“ Die Torhüterinnen Paula Heitzler und Michelle Hoffrichter hielten oft klasse – die Kolleginnen kamen ins Konterspiel, waren nicht mehr zu bremsen. Bald waren die Rivalen nicht mehr vorrangig darauf aus, das Spiel zu gewinnen, sondern das Resultat im Rahmen zu halten. Lukács gefiel das allerdings nur bedingt, weil sie ihr Team zum Zwecke der Weiterentwicklung gerne mehr gefordert gesehen hätte.

„Wir freuen uns über den Erfolg, zumal junge Spielerinnen einen Sprung nach vorne gemacht haben“, sagt Vorstandsmitglied Gerold Hug und lobt im selben Atemzug die erfahrenen Handballerinnen sowie die Spielertrainerin: „Die Hoffnungen, die wir in Judit Lukács gesetzt haben, wurden erfüllt. Ihre Mitspielerinnen haben sich an ihrer Seite verbessert, sie hat selbst wertvolle Akzente auf dem Spielfeld gesetzt.“

In der Landesliga möchten die Murrtalerinnen anfangs Punkte für den Klassenverbleib sammeln. Lukács sieht aber Perspektiven Richtung vorderes Mittelfeld, ein wenig hängt eine Prognose auch von der noch nicht vorliegenden Staffeleinteilung ab. „Grundsätzlich sind die Topteams dort stark, aber der Unterschied zum größeren Teil der Mannschaften ist vom Niveau her nicht so groß. Wir haben einen großen Kader und sind ausgeglichen besetzt, das ist auch in der Landesliga eine gute Voraussetzung“, verkündet die Spielertrainerin.

Ramona Fetzer, Tamara Buttler und Rosalie Belz sind in der neuen Spielzeit nicht mehr dabei, zudem bricht Lea Seybold zu einer großen Reise auf. Mit Rückraumspielerin Viktoria Lukács, Kreisläuferin Melanie Mundinger (beide SKV Rutesheim) und der Linksaußen Reka Katona-Lukács (TSV Nordheim) gibt es externen Ersatz, zudem rücken die Talente Luisa Niederdorfer und Neasa Siegler in den ohnehin mit vielen Nachwuchshandballerinnen bestückten Kader auf. Auch Laila Handrick wird regelmäßig im Training reinschnuppern, um wichtige Erfahrung zu sammeln.

Hintergrund
Die Landesliga und die einstigen TSG- und TVO-Erfolge

36 württembergische Frauenteams spielen in der Landesliga, der sechsthöchsten deutschen Klasse. Es gibt drei Staffeln mit jeweils zwölf Vereinen, die Einteilung steht aus. In der Vorsaison stieg der Meister in die Württembergliga auf, ein Trio musste in die Bezirksliga runter. Da in der neuen Runde wieder eine Verbandsliga eingeführt wird, werden Auf- und Abstieg aber anders geregelt – wie genau, dazu gibt es vom württembergischen Handballverband noch keine Infos.

Mit der TSG Backnang schaffte es der eine Stammverein des HC Oppenweiler/Backnang mit seinem Frauenteam unter Trainer Gerold Hug in den neunziger Jahren bis hinauf in die Verbandsliga – das war zur damaligen Zeit die fünfthöchste Spielklasse. Auch beim TV Oppenweiler gab’s im Frauenbereich zeitweise immerhin Landesliga-Handball zu sehen. Nun schaffte die HCOB- Mannschaft bereits im vierten Jahr ihres Bestehens den Sprung auf die HVW-Ebene.

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Erstellt:
18. Mai 2019, 11:30 Uhr

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