Osaka gewinnt zum zweiten Mal US Open - Sieg gegen Asarenka

dpa New York. Die Titelverteidigerin war gar nicht erst angereist, auch die Nummern eins und zwei der Tennis-Weltrangliste fehlten. Bei den ungewohnten US Open inmitten der Coronavirus-Pandemie sichert sich Naomi Osaka den Titel. Dabei startet sie sehr schwach in das Endspiel.

Hat sich durchgesetzt: Naomi Osaka aus Japan gewinnt die US Open. Foto: Seth Wenig/AP/dpa

Hat sich durchgesetzt: Naomi Osaka aus Japan gewinnt die US Open. Foto: Seth Wenig/AP/dpa

Die ehemalige Weltranglisten-Erste Naomi Osaka hat zum zweiten Mal nach 2018 die US Open gewonnen und ihren dritten Grand-Slam-Titel gefeiert.

Die 23 Jahre alte Tennisspielerin aus Japan entschied in New York das Endspiel gegen die acht Jahre ältere Victoria Asarenka aus Belarus mit 1:6, 6:3, 6:3 für sich. „Es war ein hartes Match für mich. Ich habe irgendwann gedacht, es wäre peinlich, wenn ich in unter einer Stunde verliere“, sagte Osaka bei der Siegerehrung, nachdem sie sich unmittelbar nach dem Matchball erst einmal auf den Rücken gelegt hatte.

Für Osaka war es der dritte Titel bei einem der vier wichtigsten Turniere nach den US Open 2018 und den Australian Open 2019. Asarenka hatte 2012 und 2013 die Australian Open gewonnen und stand erstmals seit sieben Jahren wieder in einem Grand-Slam-Finale.

„Ich werde es wieder versuchen. Ich hoffe, wir werden noch mehr Finals gegeneinander spielen“, sagte Asarenka. Das Endspiel der Herren bestreiten am Sonntag (22.00 Uhr MESZ/Eurosport) der gebürtige Hamburger Alexander Zverev und Dominic Thiem aus Österreich.

Zwei Tage nach ihrem Dreisatz-Erfolg gegen die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin Serena Williams war es Asarenka, die die Partie im quasi leeren Arthur-Ashe-Stadium anfangs dominierte. Wegen der Coronavirus-Pandemie waren während des 14-tägigen Turniers in Flushing Meadows keine Zuschauer zugelassen und die Profis an strenge Sicherheits- und Hygieneauflagen gebunden.

Mit den ungewohnten Umständen kam Asarenka in ihrem fünften Grand-Slam-Finale zunächst deutlich besser zurecht als ihre Kontrahentin Osaka, die auch vor dem siebten Auftritt bei den US Open in diesem Jahr wieder mit einer Mund-Nase-Maske gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA protestiert hatte. Diesmal stand der Name Tamir Rice auf ihrer Maske. Der damals Zwölfjährige war 2014 in der US-Stadt Cleveland von einem Polizisten erschossen worden. Der Junge hatte auf einem Parkplatz mit einer Spielzeugpistole hantiert und war kurz nach dem Eintreffen eines Streifenwagens erschossen worden.

Vor zwei Wochen war das Finale beim von Cincinnati nach New York verlegten Masters-Turnier noch abgesagt worden, weil Osaka wegen einer Verletzung nicht gegen Asarenka hatte antreten können. Wie schon in den vorherigen Matches trat Osaka auch im Endspiel wieder mit einer dicken Bandage am linken Oberschenkel an. In nur 26 Minuten gab sie den ersten Satz ab. Asarenka hatte zweimal das Endspiel der US Open verloren: 2012 und 2013 gegen Serena Williams. Nach der Geburt ihres Sohnes Leo im Dezember 2016 und einigen Verletzungen stand sie kurz davor, ihre Karriere zu beenden. Doch Asarenka kämpfte sich zurück, sie wird mittlerweile wieder auf Platz 27 der Weltrangliste geführt.

Osaka schaffte es zunächst nicht auf Final-Niveau. Drei Breaks kassierte sie in Durchgang eins. Sie leistete sich 13 leichte Fehler, ihr gelangen nur 5 Gewinnschläge - gegen eine allerdings nahezu perfekt auftretende Kontrahentin. Im zweiten Durchgang geriet Osaka auch mit 0:2 in Rückstand, doch dann legte sie die offenkundige Nervosität ab und bewegte sich nun auch viel besser.

Mit einer deutlichen Leistungssteigerung gelang ihr der Satzausgleich. Erstmals seit 2016, als die Kielerin Angelique Kerber gegen Karolina Pliskova aus Tschechien gewann, ging ein Damen-Finale der US Open wieder in einen dritten Satz. Osaka spielte nun konstant und nutzte nach 1:53 Stunden ihren zweiten Matchball zum Sieg.

© dpa-infocom, dpa:200913-99-537831/3

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Erstellt:
13. September 2020, 00:19 Uhr

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