Pause bis 31. Dezember und eine einfache Saison

Tischtennisspieler und Verantwortliche der Region tragen die gestrigen Entscheidungen des Verbands in Baden-Württemberg mit.

Für den Murrhardter Dominik Wörner wäre es wichtig, die Tischtennissaison zu Ende spielen zu können. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Für den Murrhardter Dominik Wörner wäre es wichtig, die Tischtennissaison zu Ende spielen zu können. Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Der Tischtennis-Verband Baden-Württemberg (TTBW) hat Nägel mit Köpfen gemacht, unabhängig davon, wie die für morgen angekündigte Entscheidung der Politik zur Coronasituation und möglichen Einschränkungen ausfallen wird. Der komplette Mannschaftsspielbetrieb (Punkt- und Pokalpartien) in Baden-Württemberg wird bis zum 31. Dezember unterbrochen. Die Regelung umfasst alle Begegnungen der Verbands- und der Bezirksspielklassen. Das Verbandspräsidium fasste auf Empfehlung des Hauptausschusses Wettkampfsport einstimmig diesen Beschluss. Für die Tischtennisspieler und Vereinsverantwortlichen der Region ist dieser Schritt nachvollziehbar.

Wie soll es danach weitergehen? Ob eine Fortsetzung im Januar möglich ist, steht noch in den Sternen. Auch der Februar oder März wird für einen Neustart je nach Entwicklung der Coronainfektionslage in den Blick genommen.

Ändert sich dadurch der Spielmodus? Fest steht bereits, dass mit einer Einfach-Runde weitergespielt wird. „Wir haben gar nicht mehr so viele Spieltage, um eine Doppel-Runde zu Ende zu spielen“, so Thilo Gibs, der verantwortliche Vizepräsident Sport. Einige Teams in 12er-Spielklassen haben bisher erst zwei bis drei Spiele ausgetragen, müssten im Rahmen des gewohnten Systems sonst noch 19 bis 20 Partien absolvieren – unmöglich auf Basis einer soliden Planung. Zumal weiterhin Unsicherheit besteht, welches Zeitfenster Corona in der Saison 2020/2021 für den Wettkampfbetrieb überhaupt noch lässt. Deshalb entschied sich das TTBW-Präsidium auch in dieser Frage einstimmig, neben den bereits gespielten Vorrundenpartien nach dem Restart lediglich die ausstehenden Begegnungen der ersten Halbserie auszutragen. Der Modus für die Terminierung dieser Spiele wird vom Hauptausschuss Wettkampfsport im Dezember festgelegt. Ziel sei es, den Vereinen bestmögliche Planungssicherheit zu geben. Es soll danach weiterhin ohne Doppel und ausschließlich mit Einzeln gespielt werden, um eine mögliche Ansteckungsgefahr deutlich zu minimieren.

Wie nehmen die Vereine die Entscheidung des Verbandes auf? „Wir müssen es so hinnehmen“, lautet die erste Reaktion von Dominik Wörner. Der Spieler des Verbandsligisten TV Murrhardt sieht auf jeden Fall die Terminschwierigkeiten. „Wichtig ist es, die Saison zu Ende zu spielen“, sagt Wörner, für den die Einfach-Runde alternativlos ist. Der Murrhardter ergänzt: „Es hätte keinen Sinn gemacht, im Dezember zu spielen, da wir in den vergangenen Wochen nicht trainieren konnten.“ Verständnis für die Entscheidungen des Verbands hat auch Oliver Letzgus. Der Pressesprecher des TSV Oberbrüden, dessen erste Männermannschaft in der Verbandsliga beheimatet ist, erklärt: „Ich habe damit gerechnet, dass im Dezember nicht mehr gespielt wird.“ Aus seiner Sicht habe es sich abgezeichnet, dass die Saison mit einer einfachen Runde fortgesetzt werden könnte. „Das ist der fairste Modus, der momentan möglich ist. Nur so sind die Chancen gut, die Saison zu Ende zu bringen.“ Ähnlich sieht es auch Hans Kerschner. Der Sportwart des TTV Burgstetten, dessen erstes Frauenteam in der Oberliga spielt, sagt: „Es ist vollkommen richtig, nur noch eine einfache Runde zu spielen. Für eine komplette Saison reicht vorne und hinten die Zeit nicht aus. Anders geht es nicht.“ Die drei Vereinsvertreter geben die Meinung der meisten Verantwortlichen und auch der Tischtennisspieler der Region wieder. Diese hoffen nun, im nächsten Jahr wieder an den Tischen stehen und ihre Begegnungen absolvieren zu können. Dabei ist die Anzahl der Partien von Liga zu Liga und von Mannschaft zu Mannschaft sehr unterschiedlich.

Gibt es Einschränkungen beim Wechseltermin und bei den Mannschaftsmeldungen? Beim Bundestag des Deutschen Tischtennisbundes (DTTB) wurden darüber hinaus die folgenden Regelungen bestätigt und ergänzt, die für die Planung der Vereine von großer Bedeutung sind. Zwei Bestimmungen der Wettspielordnung bleiben auch in der laufenden Saison – trotz Coronabeeinträchtigung – unverändert: Der Wechseltermin für Spielberechtigungen bleibt auf dem 30. November 2020 fixiert, die Mannschaftsmeldung für die Rückrunde muss von den Vereinen im Zeitraum vom 16. bis 22. Dezember abgegeben werden. Diese ist nach Genehmigung dann ab dem 1. Januar gültig, ganz unabhängig davon, wie viele Begegnungen bisher ausgetragen wurden und wie viele im Jahr 2021 folgen werden.

Wurden weitere Änderungen beschlossen? Für die laufende Saison hält die Wettspielordnung zum Reservespielerstatus eine Ausnahme bereit: Entsprechend der Überschrift „Bundestag verhindert Härten bei Verlust der Stammspieler-Eigenschaft“ verlieren Akteure ihren Stammspielerstatus auch dann nicht, wenn sie bis zum Ende der Vorrunde kein Spiel absolviert haben. In der Saison 2020/2021 kann also kein Akteur seinen Stammspielerstatus verlieren. Außerdem gilt mit Blick auf die Saison 2021/2022: Akteure, die als Reservespieler in die laufende Spielzeit gestartet sind, können mit einem einzigen Einsatz in der Vorrunde oder Rückrunde 2020/2021 den Stammspielerstatus erlangen. Hierfür waren bislang drei Einsätze in der jeweils letzten Halbrunde notwendig.

Was ist mit den möglichen Entscheidungsspielen? Der DTTB hat die Voraussetzungen für die Einsatzberechtigung bei den Entscheidungsspielen vereinfacht: Es gibt ausnahmsweise keine vorgegebene Zahl von Mindesteinsätzen: Auch Spieler, die in der betreffenden Halbserie keine Punktpartien bestritten haben, dürfen in den möglichen Entscheidungsspielen eingesetzt werden.

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Erstellt:
24. November 2020, 11:30 Uhr

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