Prestigeträchtige Duelle der Judokas

Die Judomannschaften der TSG Backnang sind am heutigen Samstag in der Ersten Bundesliga gefordert. Während das Männerteam um 18 Uhr in der Mörikehalle den VfL Sindelfingen empfängt und auf den ersten Sieg hofft, treten die Frauen heute um 17 Uhr beim BC Karlsruhe an.

Etienne Zeiger (rechts) strebt mit den Backnanger Judomännern den ersten Bundesliga-Sieg in der Vereinsgeschichte an. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Etienne Zeiger (rechts) strebt mit den Backnanger Judomännern den ersten Bundesliga-Sieg in der Vereinsgeschichte an. Foto: Alexander Becher

Von Heiko Schmidt

Die einen hoffen auf den nächsten Titelgewinn, die anderen kämpfen gegen den Abstieg. Die derzeitige Situation bei den Judoteams der TSG Backnang könnte nicht unterschiedlicher sein. Die Frauen führen nach dem ersten Kampftag die Bundesliga-Tabelle an. Hingegen stehen die Backnanger Männer nach drei Begegnungen in der abstiegsgefährdeten Zone in der Südstaffel der Ersten Bundesliga.

Männer: Für die TSG ist das Ziel in dieser Saison klar. „Wir wollen unseren ersten Sieg in der Bundesliga schaffen und in der Liga bleiben“, formuliert Trainer Jens Holderle nochmals das Vorhaben seiner Schützlinge. Bislang sieht es zumindest bei einem Ziel gut aus, denn die TSG steht auf Rang neun unter zehn Teams. Nur der Letzte muss absteigen. Sollte der Zweitliga-Meister auf den Aufstieg verzichten, würde auch der Letzte drinbleiben. Dieses Glück hatte die TSG im vergangenen Jahr. Darauf wollen sich die Backnanger aber nicht verlassen und nun mit dem ersten Bundesliga-Sieg in der Vereinsgeschichte bei den Männern Fakten schaffen. Die Chancen stehen gut, dass dieser am heutigen Samstag gelingt. Um 18 Uhr geht es in der Mörikehalle gegen den VfL Sindelfingen, der Achter und unmittelbarer Tabellennachbar ist.

„Es wird bestimmt eine enge Kiste“, vermutet Jens Holderle. Für den Coach kommt es darauf an, mit welchen Topleuten der württembergische Rivale antritt. Sindelfingen kämpft bislang eine gute Saison. Zwar hat der VfL bislang wie die TSG auch nur einen Punkt geholt, diesen gab es beim 7:7 gegen den Titelanwärter KSV Esslingen. Zudem verloren die Sindelfinger gegen den deutschen Meister TSV Abensberg lediglich mit 6:8. „Sie haben in der zweiten Reihe gute Kämpfer“, sagt Holderle. Sein Team ist da nicht ganz so gut besetzt, schließlich müssen nach dem Hinkampf laut den Regeln drei Akteure ausgewechselt werden. Aber trotzdem sind die Backnanger in der Lage, gegen Sindelfingen zu bestehen.

Personell sieht es bei den Gastgebern gut aus. „Wir haben alle an Bord, die verfügbar sind“, so Holderle. Etienne Zeiger (Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm) und Guido Kramer (bis 90) zählen zu den wichtigen Stützen im Team. Ob der angeschlagene Viktor Semenko (bis 100) und der in Abiturprüfungen befindliche Robin Angerer (bis 66) auf die Matte gehen, ist noch offen. Fakt ist aber, dass sich die TSG-Judokas auf die Unterstützung der Zuschauer freuen. Denn der Deutsche Judo-Bund hat beschlossen, dass die Coronabeschränkungen wegfallen. Auch vonseiten der Stadt Backnang gibt es keine Vorgaben mehr. Das TSG-Team werden Raphael Plato und Thomas Beck coachen, da Trainer Holderle beim Bundesliga-Kampf der Frauen sein wird.

Frauen: Die TSG Backnang ist auf einem guten Weg, wieder in der Bundesliga ganz vorne zu stehen. Der Titelverteidiger führt nämlich nach dem ersten Kampftag die Tabelle der insgesamt vier Teams an. Doch der 14:0-Heimsieg gegen den JSV Speyer relativiert sich, weil die Gäste nicht angetreten waren. „Für uns beginnt eigentlich jetzt erst die Saison“, macht Trainer Jens Holderle klar. Somit stehen die Backnangerinnen am heutigen Samstag um 17 Uhr beim BC Karlsruhe das erste Mal in dieser Bundesliga-Runde auf der Matte. „Wir haben uns gut vorbereitet und sind optimistisch“, blickt der Coach auf den Kampf.

Die TSG wird dabei in Bestbesetzung antreten. Aushängeschild Katharina Menz ist dabei. Die Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Spiele in Tokio soll in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm für Punkte sorgen. Ebenfalls im Leichtgewicht ist Helena Grau dabei. Sie stammt ebenfalls aus dem eigenen Nachwuchs und hatte sich zuletzt beim Europa-Cup im kroatischen Dubrovnik gut präsentiert und den siebten Rang geholt. Außerdem freut sich Holderle: „Wir haben die deutsche Judospitze in unseren Reihen dabei.“ Genau heißt das zum Beispiel, dass Alina Böhm für die TSG kämpfen wird. Sie hatte sich bei der Europameisterschaft im bulgarischen Sofia den Titel bis 75 Kilogramm geholt. In derselben Gewichtsklasse landete Luise Malzahn, die auch für die TSG im Einsatz ist, auf Rang fünf. EM-Silber gab es für die Holländerin Sanne Lisa van Dijke (bis 70). Auch sie tritt heute für die TSG an. Daran sieht man, dass die TSG als Favorit in Karlsruhe gilt, zumal die Gastgeberinnen ihren ersten Bundesliga-Kampf in dieser Saison beim JC Bottrop deutlich mit 2:12 verloren haben. Trotzdem ist es ein prestigeträchtiges Duell.

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Erstellt:
14. Mai 2022, 06:00 Uhr

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