Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

PSG feiert Halbfinal-Einzug

dpa Lissabon. Das war mal ein Auftakt. Hochklassigen Fußball hatte das erste Viertelfinale des Champions-League-Turniers in Lissabon nur in Ansätzen zu bieten. Dafür aber Spannung - mit dem besseren Ende für Paris Saint-Germain. Pünktlich zum Geburtstag.

Thomas Tuchel (r), Trainer von PSG, freut sich über den Einzug ins Halbfinale. Foto: David Ramos/Pool Getty/AP/dpa

Thomas Tuchel (r), Trainer von PSG, freut sich über den Einzug ins Halbfinale. Foto: David Ramos/Pool Getty/AP/dpa

Der erste Halbfinalist dieser außergewöhnlichen Saison in der Champions League steht fest. Paris Saint-Germain mühte sich am Mittwochabend lange gegen den vermeintlichen Außenseiter Atalanta Bergamo und traf erst spät zum 2:1 (0:1)-Sieg.

Der Club des deutschen Trainers Thomas Tuchel - in Frankreich längst Serienmeister - zog pünktlich zum Jahrestag der Vereinsgründung am 12. August 1970 zum erst zweiten Mal nach 1995 in die Vorschlussrunde der Königsklasse ein. „Wir werden diesen Geburtstag nicht vergessen“, sagte Tuchel.

DAS SPIEL

In der Anfangsphase wirkte PSG überhaupt nicht wie der Favorit. Atalanta spielte bissiger, aggressiver und ließ sich von den großen Pariser Namen nicht beeindrucken. Mario Pašalić (27. Minute) sorgte für die verdiente Führung. Paris verließ sich auch im Anschluss auf Einzelaktionen von Superstar Neymar und wurde erst nach gut einer Stunde besser. Als sich Bergamo fast im Halbfinale wähnte, schockte Marquinhos (90.) die Italiener mit dem Ausgleich, der frühere Bundesliga-Spieler Eric Maxim Choupo-Moting (90.+3) nutzte die Konfusion, noch ehe das Spiel in die Verlängerung gehen konnte. „Ich habe nie ans Ausscheiden gedacht“, sagte Neymar im Anschluss. „Niemals daran, nach Hause zu fahren.“

DER MATCHWINNER

Ob Choupo-Moting sich das hätte träumen lassen? Der 31-Jährige galt immer als guter Bundesliga-Spieler, er stand beim Hamburger SV, dem 1. FC Nürnberg (als Leihgabe) sowie dem FC Schalke 04 unter Vertrag - aber eben auch beim FSV Mainz 05. Sein damaliger Trainer: Thomas Tuchel. Und der hat den technisch starken Offensivspieler nie vergessen und holte ihn 2018 von Stoke City in die glitzernde französische Hauptstadt. Zwar läuft Choupo-Motings Vertrag zum Ende des Königsklassen-Turniers aus, einen Platz in den Geschichtsbüchern des Clubs hat er aber sicher.

DIE ENTTÄUSCHTEN

Ganz Italien, hieß es, drücke Atalanta Bergamo die Daumen. Die Mannschaft um Außenverteidiger Robin Gosens, der bei den anstehenden Länderspielen im September sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft feiern könnte, spielte eine starke Saison in der Serie A und der Champions League. Bergamo ist zudem eine der mit am schwersten von der Corona-Pandemie getroffenen Städte weltweit. Für das vollendete Märchen reichte es dennoch nicht - zwei kleine Fehler in Lissabon standen dem entgegen.

DIE KÜHLBOX

Das dürfte nicht einfach gewesen sein für Thomas Tuchel. Der 46-Jährige ist mit Leib und Seele Trainer, fiebert normalerweise am Spielfeldrand bei jeder Aktion seines Teams mit. Aber nicht am Mittwoch. Der Coach hatte in der Vorwoche einen Mittelfußbruch erlitten, musste deshalb eine dicke Schiene tragen und konnte nur auf Krücken gehen. Den Großteil des Spiels verbrachte Tuchel sitzend auf einer Box. Der Freude tat das keinen Abbruch. „Wir sind sehr glücklich, Teil dieser Geschichte zu sein“, sagte er. „Manchmal ist von außerhalb schwer zu verstehen, wie viel Arbeit da drin steckt. Das ist ein großer Erfolg und ein sehr, sehr großer Schritt für uns.“

NEYMAR

PSG-Star Neymar war nach der „dramatischen Wende“ im Champions-League-Viertelfinale begeistert. „Das war ein Spiel für den Trophäenschrank“, sagte der 28 Jahre alte Profi nach dem 2:1-Sieg gegen Atalanta Bergamo. „Das ist unter den drei größten Spielen meiner Karriere, die wir gedreht haben. Ich mag solche entscheidenden Spiele. Das Einzige, was fehlte, waren die Fans, ein volles Stadion, da würden die Emotionen noch größer sein“, sagte Neymar. „Das war eine große Nacht.“

© dpa-infocom, dpa:200813-99-147733/3

Zum Artikel

Erstellt:
13. August 2020, 04:51 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!