Radsport
Rad-Legende Merckx wieder im Krankenhaus
Der fünfmalige Tour-de-France-Sieger Eddy Merckx muss wegen einer schweren Entzündung an der Hüfte behandelt werden. Es ist eine neue Etappe auf einem langen Leidensweg.
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Eddy Merckx fuhr zu seiner aktiven Zeit über 500 Siege ein. Der Belgier gewann fünf Mal die Tour de France. Nun plagen den 80-Jährigen die Folgen eines Sturzes vor knapp zwei Jahren mit dem Rad.
Von Knut Krohn
Belgien sorgt sich um seine Radlegende Eddy Merckx. Das Idol musste in diesen Tagen erneut in ein Krankenhaus in Antwerpen eingeliefert werden. Wieder einmal bereitet dem 80-Jährigen seine Hüfte massive Probleme. „Die Schmerzen waren unerträglich“, sagte er in einem kurzen Interview der Tageszeitung „Nieuwsblad“. „Die Ärzte versuchten, sie mit einer hohen Dosis Antibiotika zu lindern, bisher jedoch ohne Erfolg.“ Dann schiebt Eddy Merckx eine Bemerkung nach, die nicht nur bei seinen Fans Besorgnis auslöst. „Das muss aufhören - ich habe genug.“
Ein „Kannibale“ der Extraklasse
Merckx holte in seiner Karriere von 1965 bis 1977 überragende 525 Siege, gewann je fünfmal die Tour de France und den Giro d’Italia, wurde dreimal Profi-Weltmeister, sammelte reihenweise Klassiker-Siege und stellte einen Stunden-Weltrekord auf. Wegen seiner für die Konkurrenten zermürbenden Fahrweise erhielt er den Spitznamen „Kannibale“.
Nun kämpft die Rad-Ikone aber seit über einem Jahr mit den Nachwirkungen eines Fahrradunfalls im Dezember 2024. Damals war er beim Überqueren der Bahngleise in der kleinen Gemeinde Hombeek unweit von Brüssel gestürzt. Dieser scheinbar kleine Unfall war der Beginn eines langen Leidensweges. Denn es stellte sich heraus, dass sich der mehrfache Tour-de-France-Gewinner den Oberschenkelhals gebrochen hatte. Im Krankenhaus wurde Eddy Merckx deshalb eine künstliche Hüfte eingesetzt, doch der Heilungsprozess verlief nicht ohne Komplikationen. Die Wunde entzündete sich und der ehemalige Leistungssportler musste deswegen im vergangenen Jahr erneut mehrfach operiert werden.
Merckx kämpft sich zurück ins Leben
Zu allem Unglück erlitt er im August dann noch einen leichten Schlaganfall, der von ihm allerdings nur zufällig entdeckt wurde. „Meine Tochter wollte mir etwas auf ihrem Handy zeigen und bemerkte dabei, dass ich auf der linken Seite nicht richtig sehen konnte. Alles war verschwommen“, erzählte Eddy Merckx jüngst in einem Interview. Vermutet wird, dass die kleine Hirnblutung auf eine falsche Einnahme von Medikamenten zurückzuführen ist. Aber auch aus diesem Tal kämpfte sich der Belgier zurück. Zuletzt hatte er wieder mit leichtem Joggen auf dem Laufband und dem Training auf eine Fahrradergometer begonnen. Nun kommt dieser überraschende Rückschlag.
Wie ein Löwe im Käfig
„Im Krankenhauszimmer festzusitzen, ist das Schlimmste für ihn“, sagte sein Sohn Axel in einem Gespräch mit dem „Nieuwsblad“. Und er erklärte, dass die Bakterien, die die aktuellen Entzündungen verursachen, nicht dieselben seien, die ihn nach seiner Hüftoperation im letzten Jahr plagten. „Es ist schwierig, die Ursache zum jetzigen Zeitpunkt zu bestimmen“, die Ärzte würden in diesen Tagen entscheiden, ob eine weitere Operation notwendig sei. Axel Merckx kennt natürlich die Sorgen, die sich die Fans um seinen Vater machen und betont deshalb: „Seine Vitalwerte sind gut, was beruhigend ist. Er sieht gut aus, auch wenn er sich wie ein Löwe im Käfig fühlt.“
