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Rems-Murr-Teams müssen wohl nach Hohenlohe

Spielklassenkommission des Württembergischen Fußballverbands hat Vorschlag mit Verringerung von 16 auf 12 Bezirksligen präsentiert.

So könnten in Zukunft die Bezirksstrukturen im nördlichen Württemberg aussehen. Der Bezirk Rems-Murr (hellrot markiert) würde dann mit einem Teil aus Hohenlohe zusammen spielen. Der gesamte rote Bereich soll das Gebiet der Landesliga, Staffel eins, sein. Grafik: WFV/J. Bauer

So könnten in Zukunft die Bezirksstrukturen im nördlichen Württemberg aussehen. Der Bezirk Rems-Murr (hellrot markiert) würde dann mit einem Teil aus Hohenlohe zusammen spielen. Der gesamte rote Bereich soll das Gebiet der Landesliga, Staffel eins, sein. Grafik: WFV/J. Bauer

Von Heiko Schmidt

Der Württembergische Fußballverband (WFV) will die Männer-Spielklassen umstrukturieren. Dafür hat die Kommission Verbandsstruktur auf Grundlage der Vorgaben in sieben Sitzungen in den vergangenen zwei Jahren die Änderungsvorschläge erarbeitet und nun dem WFV-Beirat zur weiteren Beratung vorgelegt. Die Kommissionsvorsitzenden Steffen Jäger aus Oppenweiler und Harald Müller haben gestern die Ergebnisse und die endgültigen Empfehlungen präsentiert.

Der einhellige Tenor dabei ist die Änderung hin zum Modell 1-4-12. Das bedeutet, es soll wie bisher eine Verbandsliga geben. Die Anzahl der darunterliegenden Landesligen bliebe demnach mit vier Staffeln auch unverändert. Die Bezirksligen sollen aber von derzeit 16 auf 12 verringert werden. Im konkreten Fall für den Fußballbezirk Rems-Murr heißt es, dass dieser nicht mehr eigenständig bleiben wird. Die Rems-Murr-Mannschaften werden nach dem Vorschlag der Kommission bald mit einem Teil der Teams aus dem Hohenlohischen zusammenspielen.

„Wir haben uns dabei an den Gebieten der Schiedsrichtergruppen orientiert“, verriet Harald Müller. Demzufolge würden die Mannschaften aus den Gebieten der Schiedsrichtergruppen Backnang, Waiblingen und Schorndorf – diese bilden bislang den kompletten Bezirk Rems-Murr – mit den Teams der Gruppen Schwäbisch Hall und Crailsheim zusammen in der Bezirksliga sowie in den Kreisligen A und B spielen. Während die RemsMurr-Vereine mit diesem „Kompromiss“ durchaus leben könnten, würde es die Fußballer aus Hohenlohe stärker treffen. Denn der andere Teil dieses Bezirks würde dann dem Bezirk Unterland zugeordnet werden. Und da deutet sich bereits erheblicher Widerstand von den betroffenen Vereinen an. Die Kommission begründet das Spielsystem 1-4-12 so: Die Verbandsstruktur wäre einheitlich. Es ergibt sich eine einfache, transparente, effiziente und verständliche Organisation für die ehrenamtlichen Vereins- und Bezirksmitarbeiter sowie für alle Fußballinteressierten. Bereits bestehende Bezirke würden demnach nahe beieinander liegen, dass die durch die Anpassung entstehenden Bezirksgrößen auch ehrenamtlich gut gesteuert werden könnten.

Bei anderen Modellen, die auch im Raum standen, hätte es den Bezirk Rems-Murr härter getroffen. Zum Beispiel beim System 1-3-9 – eine Verbandsliga, drei Landesligen und neun Bezirksligen. Dabei würden die Teams aus dem Raum Backnang mit Enz/Murr zusammen spielen, während Waiblingen zu Stuttgart zugeordnet wäre, und Schorndorf müsste sich zu Ostwürttemberg orientieren. Das 1-3-9 scheint aber inzwischen vom Tisch zu sein. Die Kommissionsvorsitzenden Jäger und Müller machten die Notwendigkeit von Veränderungen in der Spielklassenstruktur klar. Die Kommission ist einstimmig der Meinung, dass das aktuelle Männer-Spielsystem nicht mehr zukunftsfähig ist und daher weiterentwickelt werden muss. „Bei den Regionalkonferenzen waren 69 Prozent der Anwesenden für eine Anpassung“, sagte Jäger in seiner Begründung. Er erklärte zudem: „71 Prozent bei den letzten Regionalkonferenzen haben sich für das System 1-4-12 ausgesprochen.“ Jäger machte aber klar, dass mit der Verringerung der Anzahl der Bezirksligen dann auch wahrscheinlich die Bezirke verkleinert werden sollten. Ob es schlussendlich dazu kommt, muss man sehen. Jäger und seine Kollegen in der Kommission haben nun mit der Vorlage des Vorschlags ihre zweijährige Arbeit beendet.

„Es ist aber noch keine Entscheidung gefallen“, erklärte Frank Thumm, Hauptgeschäftsführer des WFV. Er skizziert auch den weiteren Zeitplan. „Der Vorschlag der Kommission wird im Verbandsvorstand und -beirat diskutiert. Daraus werden dann die Anträge formuliert. Diese werden spätestens im Frühjahr 2021 vorliegen. Am 8. Mai 2021 soll es beim Verbandstag beschlossen werden“, sagte Thumm. Wie schnell der mögliche Beschluss dann Realität wird, steht noch in den Sternen. Die Kommission empfiehlt, die dadurch erforderliche Umstrukturierung in einem geordneten Prozess über mehrere Jahre umzusetzen. Weiter sind da schon die Umstrukturierungen im WFV-Gebiet beim Jugendfußball. „Das 1-4-12 im Aktivenbereich hätte keine Auswirkungen auf den Nachwuchs“, sagte Harald Müller, der auch Spielausschussvorsitzender des WFV ist. Somit soll planmäßig im Nachwuchs die bereits beschlossene Spielklassenstrukturierung realisiert werden.

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Erstellt:
4. Juni 2020, 06:00 Uhr

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