Richtig bunt wird’s erst am Ende

Beim 0:0 der Backnanger Oberliga-Fußballer in Dorfmerkingen bringen nur die Streithähne Daniel Nietzer und Julian Guttenson, der Rot sieht, viel Farbe in eine ansonsten eher farblose Begegnung.

Jannik Dannhäußer und die TSG hatten zwar oft gute Ansätze. Sie setzten sich am Ende aber nie entscheidend durch. Foto: Alexander Hornauer

Jannik Dannhäußer und die TSG hatten zwar oft gute Ansätze. Sie setzten sich am Ende aber nie entscheidend durch. Foto: Alexander Hornauer

Von Uwe Flegel

Am Ende wurde es turbulent. Erst stieß Dorfmerkinges Angreifer und Kapitän Daniel Nietzer den Backnanger Verteidiger Thomas Doser zu Boden, dann stieß TSG-Torhüter Julian Guttenson den Täter um. Ein Einsatz, den die Fußballer in den 87 Minuten zuvor eher selten an den Tag gelegt hatten. Ergebnis des Ganzen: Das Oberliga-Duell endete 0:0, Backnangs Schlussmann sah die Rote Karte und Nietzer Gelb. Glück für den Auslöser der Rudelbildung. Pech für ihn, dass es seiner Elf in den letzten paar Minuten trotz Überzahl nicht gelang, die Etzwiesenelf vor große Probleme zu stellen.

TSG-Vorstandsmitglied Marc Erdmann kommentierte das Ganze mit „unnötige Hektik“. Richtig, denn in Sachen Kampfgeist hatten die in Abstiegsgefahr schwebenden Hausherren zuvor nicht unbedingt das geleistet, was das Backnanger Team befürchtet hatte. Nur in den ersten fünf Minuten brannte es im und um den Strafraum der Gäste zwei, drei Mal. Dann übernahm die TSG das Kommando. Außer einer Chance für Mario Marinic (5.) kam die Mannschaft aus dem Murrtal aber zu keiner Möglichkeit. „Wir kommen auf der Felge daher“, bat der 37-jährige Spielertrainer um Verständnis, dass seine Elf zwar spielerisch ordentliche Ansätze hatte, „der letzte Ball gerade aber etwas zu ungenau sind“.

Auf der anderen Seite sah es nicht besser aus. Dorfmerkingen kam eigentlich immer nur dann zur Geltung, wenn die TSG unaufmerksam war, sich in der Abwehr oder im Spielaufbau Ungenauigkeiten leistete. Wie Mert Tasdelen, dessen Rückpass zu Schlussmann Guttenson in den Beinen von Nietzer landete. Der agierte allein vor dem Torwart aber viel zu umständlich. Bei Backnang war es Torjäger Marinic, dem es in der 64. und 65. Minute zweimal an Präzision fehlte.

So plätscherte das Spiel dahin. Die erneut stark ersatzgeschwächte TSG, die nur 13 Feldspieler aus dem Oberliga-Kader sowie A-Jugendspieler Marcus Kasongo und Ersatztorwart Mika Wilhelm an Bord hatte, spielte nett, aber eben nicht zwingend. Bei den Sportfreunden aus Dorfmerkingen war von Abstiegskampf nicht viel zu sehen.

Bis kurz vor Schluss, als die Helden das Duell dann mit verbalen Nettigkeiten und mit Schubsereien entscheiden wollten. „Nebenkriegsschauplätze“, urteilte Mario Marinic und Marc Erdmann stellte fest: „Wir hätten das hier in der ersten Halbzeit für uns klar machen müssen.“

SF Dorfmerkingen: Junker – Adler, Feil, Schindele, Eiselt – Simo Pesic (60. Avigliano), Gunst, Duje Pesic (60. Janik), Gallego – Mutlu (60. Werner), Nietzer.

TSG Backnang: Guttenson – Rahn, Doser, Schwemmle, Dannhäußer – Santoro (66. Weiller), Leon Maier, Geldner, Tasdelen (70. Rakic) – Loris Maier, Marinic (89. Wilhelm).

Rote Karte: Guttenson (88.). – Schiedsrichter: Huthmacher (Sigmaringen). – Zuschauer: 350.

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Erstellt:
11. Mai 2022, 22:36 Uhr

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