Porsche Tennis Grand Prix

Rybakina und Muchova stürmen ins Finale von Stuttgart

Die topgesetzte Kasachin und die Überraschungsfinalistin aus Tschechien stehen im Endspiel des hochkarätig besetzten Sandplatz-Hallenturnier von Stuttgart.

Die Tschechin Karolina Muchova steht im Finale des Porsche Tennis Grand Prix’ von Stuttgart.

© IMAGO/Eibner

Die Tschechin Karolina Muchova steht im Finale des Porsche Tennis Grand Prix’ von Stuttgart.

Von Marco Seliger

Elena Rybakina hatte eine kurze Nacht. Am Freitagabend verwandelte sie ihren Matchball im Viertelfinale des Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart um 23.30 Uhr – schon am Samstagmittag musste (oder durfte) die topgesetzte Kasachin dann ihr Halbfinale bestreiten. Und, was soll man sagen: Die Strapazen waren ihr nicht anzumerken. Denn mit einem souveränen 7:5, 6:1-Sieg gegen die russische Weltranglistenneunte Mirra Andrejewa zog sie ins Endspiel an diesem Sonntag ein, in dem sie von 13 Uhr an auf die tschechische Weltranglistenzwölfte Karolina Muchova trifft (live auf Eurosport).

Rybakina, amtierende Australian-Open-Siegerin, greift damit nach ihrem zweiten Titel in der Porsche Arena. Nach ihrem Erfolg im Jahr 2024 gab es ein kleines Problem – die aktuelle Weltranglistenzweite bekam, wie jede Stuttgart-Siegerin, einen Sportwagen des Turniersponsors. Allein: Rybakina hatte damals noch keinen Führerschein.

Den hat sie inzwischen in der Tasche. Und sie hat, wie sie am Samstag nach ihrem Halbfinalsieg vor 4400 Zuschauern in der ausverkauften Halle betonte, noch Platz in ihrer Garage. Obendrein betonte Rybakina dieser Tage in Stuttgart, dass sie gerne Achterbahn fährt. Ob es noch zu einem Ausflug ans angrenzende Frühlingfest auf dem Cannstatter Wasen reicht, steht noch nicht fest. Klar aber ist: An diesem Sonntag will Rybakina ihren Höhenflug in Stuttgart zumindest auf dem Center Court fortsetzen.

Allerdings trifft sie nun auf die stark aufspielende Tschechin Muchova, die am Samstag im ersten Halbfinale die ukrainische Australian-Open-Halbfinalistin Elina Svitolina mit 6:4, 2:6, 6:4 niederrang. Muchova überzeugte mit ihrem abwechslungsreichen Spiel, auch wenn ihr einen Tag nach ihrem überraschenden Dreisatzerfolg im Viertelfinale gegen US-Star Coco Gauff teilweise ein wenig die körperliche Frische zu fehlen schien.

Dennoch holte sie sich im dritten Satz das entscheidende Break zum 5:4 und entnervte die Weltranglisten-Siebte Svitolina dabei mit Stoppbällen. Mit einem Ass machte sie nach 2:14 Stunden ihren Erfolg perfekt. „Es ist unglaublich, hier in Stuttgart zu spielen, die Unterstützung des Publikums ist fantastisch“, sagte sie hinterher.

Vor dem Finale an diesem Sonntag wird Muchova nun wieder ihre liebgewonnene Routine in Stuttgart pflegen. „Wir haben mit meinem Team ein schönes Café gefunden, wo wir morgens immer gerne hingehen und in der Sonne sitzen, das ist schön“, berichtete sie am Samstagabend auf der Pressekonferenz - und betonte die Schwierigkeit ihrer Aufgabe im Finale: „Elena Rybakina ist eine der besten Spielerinnen der Welt, ich muss meine beste Leistung bringen.“

Die zumindest hatten die deutschen Tennisspielerinnen in der Stuttgarter Woche eher nicht gezeigt. Von anfangs fünf Deutschen im Hauptfeld erreichte keine das Viertelfinale des topbesetzten und mit gut einer Million Euro dotierten Hallen-Sandplatzturniers. Im Achtelfinale hatte Halbfinalistin Svitolina die Hamburgerin Eva Lys mit 6:1, 6:0 abgefertigt.

Die gebürtige Filderstädterin Laura Siegemund wiederum erreichte ebenfalls das Achtelfinale und schied dann bei ihrem Heimturnier als letzte deutsche Teilnehmerin am Ende auch im Doppel-Wettbewerb aus. Im Viertelfinale verlor Siegemund mit ihrer russischen Partnerin Vera Swonarewa gegen das lettisch-chinesische Duo Jelena Ostapenko und Zhang Shuai in zwei Sätzen mit 4:6, 3:6.

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Erstellt:
18. April 2026, 19:22 Uhr
Aktualisiert:
18. April 2026, 19:56 Uhr

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