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Sbonias’ Abschied mit einem Happy End

Aufstiegsgeschichten: Die Zeit von Trainer Evangelos Sbonias bei den Fußballern der TSG Backnang ist Geschichte. Der 37-Jährige beendet sein Wirken in den Etzwiesen mit dem Titelgewinn in der Verbandsliga und der gleichzeitigen Rückkehr in die Oberliga.

Evangelos Sbonias blickt auf eine schöne und erfolgreiche Zeit bei der TSG Backnang zurück.

© Alexander Becher

Evangelos Sbonias blickt auf eine schöne und erfolgreiche Zeit bei der TSG Backnang zurück.

Von Heiko Schmidt

„Es ist eine Saison, die keiner vergessen wird“, blickt Evangelos Sbonias auf die gerade beendete Runde zurück. Der Trainer hat sich mit den Fußballern der TSG Backnang souverän den Titel in der Verbandsliga geholt. Allerdings verlief es besonders in den vergangenen Wochen alles andere als normal. „Erst hatten wir einen wahnsinnigen Lauf mit einer außergewöhnlichen Leistung der Mannschaft. Dann kam die Coronazeit mit dem Saisonabbruch und anschließend die Entscheidung mit dem verdienten Aufstieg“, fasst der A-Lizenz-Inhaber das vergangene Jahr kurz zusammen. Bis Mitte März, als wegen der Coronapandemie das Fußballspielen eingestellt wurde und fast das komplette Leben in der Welt stillstand, hatten die Backnanger groß aufgetrumpft. 14 Siege, vier Unentschieden waren die beeindruckende Bilanz. Lediglich eine Niederlage – 1:3 beim SKV Rutesheim – mussten die Roten im ersten Teil der Saison hinnehmen.

Fußballer aus den Etzwiesen dominieren Verbandsliga in fast allen Bereichen

Die TSG führt somit fast alle Rangfolgen in der Verbandsliga-Saison 2019/ 2020 an. In der Gesamttabelle stehen 47 Punkte aus 20 Spielen zu Buche. Der Etzwiesenklub ist auch in der Heim- und Auswärtstabelle ganz vorne zu finden. Mit 15 Gegentoren stellen die Backnanger die beste Defensive und mit 47 erzielten Treffern hinter dem FSV Hollenbach (53) und zusammen mit der TSG Tübingen (47) die zweitbeste Offensive der Liga. Die Backnanger waren also ganz vorne oder vorne dabei. „Deshalb wäre es ein Drama gewesen, wenn diese starke Saison annulliert würde“, sagt Sbonias, der sich vor einigen Jahren auch schon als Co-Trainer bei der SG Sonnenhof Großaspach einen guten Namen gemacht hat. Das hat der Württembergische Fußball-Verband zu seinem Glück und des der Roten entschieden. Somit kann sich der gebürtige Bietigheimer mit seinem Team über den Meistertitel in der Verbandsliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga am Ende seiner Amtszeit in Backnang freuen. Denn Sbonias verlässt die TSG, das steht schon seit geraumer Zeit fest. Den Grund für seinen Abschied von den Roten beschreibt der 37-Jährige so: „Es war eine Entscheidung vom Gefühl her.“ Sbonias schiebt aber auch gleich nach: „Ob es richtig war, wird sich zeigen.“

Dabei kann der Trainer auf eine erfolgreiche Zeit bei der TSG zurückblicken. Mitte November 2018 übernahm er das Team, das zu diesem Zeitpunkt fast aussichtslos auf einem Abstiegsrang in der Oberliga stand. Mit einer beeindruckenden Bilanz mit 29 Punkten aus 19 Begegnungen wurde noch fast der Ligaverbleib geschafft. Doch am Ende reichte es nicht, sodass die Backnanger absteigen mussten. Es folgte die gerade abgeschlossene Aufstiegssaison. Aus den 19 Monaten in der Murr-Metropole nimmt Sbonias viel Positives mit. „Die Spieler haben große Schritte nach vorne gemacht“, erklärt der Coach. Dabei nennt er unter anderem die beiden Maier-Brüder Loris und Leon sowie Julian Geldner und Michl Bauer. „Mir fällt eigentlich kein Name eines Spielers ein, der sich nicht verbessert hat.“ Auch erfahrene Führungsspieler wie Kapitän Oguzhan Biyik und Torjäger Mario Marinic haben sich unter Evangelos Sbonias positiv entwickelt. Er erwähnt dabei auch Matej Maglica, der knapp ein halbes Jahr unter seiner Regie gespielt hat. „Matej hat sich danach in Göppingen gut entwickelt und macht nun mit seinem Wechsel zum Regionalliga-Aufsteiger VfB Stuttgart II den nächsten Schritt.“

Auch mit seiner offenen Art hat sich der scheidende Trainer in den Etzwiesen viele Freunde gemacht. „Ich habe in Backnang viele nette Leute kennengelernt und gehe mit einem guten Gefühl“, klingt Sbonias schon etwas wehmütig. „Ich komme immer wieder gerne nach Backnang zurück. Dabei kann ich jedem in die Augen schauen. Es war eine sehr kommunikative und offene Zusammenarbeit.“ Diese ist aber nun beendet. Seine letzte Amtshandlung war es, mit den Verantwortlichen und einem Teil der Spieler den Meisterwimpel vom Verbandsausschussvorsitzenden Harald Müller entgegenzunehmen.

A-Lizenz-Inhaber will keine Pause einlegen und ist in alle Richtungen offen.

Beim Start der Vorbereitung der Backnanger Fußballer auf die Oberliga-Saison 2020/2021 war Sbonias nicht mehr dabei. Doch wie geht es bei dem Erfolgstrainer weiter? „Ich bin in alle Richtungen offen und habe bislang gute Gespräche geführt“, verrät der A-Lizenz-Inhaber. Fest stehe aber bislang noch nichts. Doch der ehrgeizige Trainer will keine Pause einlegen, sondern in der neuen Runde wieder bei einem Verein als Coach an der Seitenlinie stehen. Welcher es sein wird, das ist aber eben noch ungeklärt. Derweil hat die TSG Backnang ziemlich schnell einen Nachfolger für ihn gefunden. Holger Ludwig kommt vom bisherigen Verbandsliga-Rivalen TSV Heimerdingen (wir berichteten). Der 38-Jährige bringt aber auch Erfahrung als Oberliga-Spieler beim SGV Freiberg und dem FSV 08 Bissingen in die Etzwiesen mit.

Sind zuversichtlich (von links): Der spielende Co-Trainer Mario Marinic, die Zugänge Marc Bitzer, Mert Tasdelen, Adnan Rakic, der neue Trainer Holger Ludwig, Rui Tiago Caldas de Carvalho, der neue Torwarttrainer Marc Hess, die Zugänge Niklas Pollex und Sebastian Gleißner. Fotos: A. Becher

© Alexander Becher

Sind zuversichtlich (von links): Der spielende Co-Trainer Mario Marinic, die Zugänge Marc Bitzer, Mert Tasdelen, Adnan Rakic, der neue Trainer Holger Ludwig, Rui Tiago Caldas de Carvalho, der neue Torwarttrainer Marc Hess, die Zugänge Niklas Pollex und Sebastian Gleißner. Fotos: A. Becher

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Erstellt:
8. Juli 2020, 06:00 Uhr

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