Schwache Siebenmeterbilanz entscheidet

Handball-Drittligist HC Oppenweiler/Backnang versiebt bei der 31:36-Heimniederlage gegen Dansenberg gleich fünf Strafwürfe

Alleine fünf versiebte Siebenmeter: Die Drittliga-Handballer des HC Oppenweiler/Backnang scheiterten beim 31:36 im Heimspiel gegen den stark aufspielenden TuS 04 Dansenberg maßgeblich an dessen vom Bundesligisten Ludwigshafen geholten Keeper Kevin Klier. Vor 650 Zuschauern kämpften sich die Hausherren nach einem deutlichen Rückstand noch einmal bis auf zwei Treffer heran, doch zur Wende reichte es nicht mehr.

Wurden von Dansenbergs starkem Keeper Kevin Klier immer wieder am Torerfolg gehindert: Jonathan Fischer und die HCOB-Kollegen. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Wurden von Dansenbergs starkem Keeper Kevin Klier immer wieder am Torerfolg gehindert: Jonathan Fischer und die HCOB-Kollegen. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Siebenmeter waren für den HCOB in dieser Saison bislang kein Problem, denn die Murrtaler haben mit Marcel Lenz einen Fachmann in ihren Reihen. Seine Trefferquote liegt bei rund 85 Prozent. Nun unterlief zwar auch ihm zu Beginn der Partie gegen Dansenberg ein Fehlwurf, doch erfahrungsgemäß lässt ihn ein solcher seltener Lapsus kalt, und er versenkt anschließend wieder Siebenmeter in Serie.

Umso ärgerlicher war daher, dass Lenz in der 14. Minute mit einer Verletzung am linken Sprunggelenk vom Spielfeld musste – zumal er bis dahin auch vom linken Flügel schöne Tore beigesteuert hatte. Das war mit ein Punkt, warum die Partie sehr knapp verlief und Oppenweiler/Backnangsogar hätte führen können, wenn die Angreifer nicht oft an Kevin Klier gescheitert wären. Der Routinier war ein Jahrzehnt die unangefochtene Nummer eins beim Erst- und Zweitligisten aus Friesenheim. Warum, das bewies er eindrucksvoll.

Auch seine Kollegen im Angriff spielten gut. Die Rückraumschützen Loic Laurent und Jan Claussen bekamen von der Abwehr der Hausherren zu wenig Druck und hatten großen Anteil daran, dass der TuS zielstrebig davonzog. Entweder trafen sie selbst oder setzten die Mitspieler in Szene. Nach 20 Minuten hieß es 14:10 für die fast fehlerfreien Gäste. Weil Klier danach bis zur Sirene nur noch zwei weitere Treffer kassierte, stand es zur Pause bereits 19:12.

Für die HCOB-Handballer sprach, dass sie trotz der schlechten Ausgangsposition nicht aufgaben. Philipp Maurer beschattete nun Claussen, Kevin Wolf widmete sich Laurent. Das Duell hatte fortan einen anderen Charakter. Die Gäste kamen nicht mehr so leicht zu Toren, obgleich ihr Spiel über Kreisläufer Sebastian Bösing auch schwer zu bremsen war. In Summe gestalteten die Hausherren die Partie aber nun ausgeglichen, das war ein erster Schritt.

Ab der 40. Minute unterlief Dansenberg einige einfache Fehler, vor allem die Abwehr war nicht mehr so stabil wie vorher. Der HCOB rückte heran. Evgeni Prasolov und Wolf erzielten wichtige Treffer, binnen acht Minuten wurde aus einem 20:27 ein 26:28. Danach hieß es wieder einige Male zu oft: Endstation Klier. Gleich zweimal ging er aus Siebenmeterduellen mit dem wiedergenesenen Maurer als Sieger hervor. Das waren bittere Rückschläge auf dem Weg zur Wende. Dennoch kämpfte der HCOB verbissen um den Anschluss. Felix Raff verkürzte sieben Minuten vor Schluss erneut auf zwei Tore (28:30), auch nach dem vierten Kreistor von Jonathan Fischer (29:31, 55.) roch es nach Ausgleich. Dann aber machte Rückraumtalent Marc- Robin Eisel den Sack für die Gäste zu. Prasolov versiebte einen weiteren Siebenmeter, den fünften für die Murrtaler an diesem Abend – und alleine die Tatsache, dass die Partie am Ende exakt mit diesen fünf Toren Differenz ausging, macht schon deutlich, dass mit größerer Nervenstärke von der Siebenmeterlinie vielleicht mehr drin gewesen wäre. Unter dem Strich war die Hypothek aus den letzten Minuten der ersten Halbzeit dann aber doch zu groß.

HC Oppenweiler/Backnang: Fink, Koppmeier – Lenz (4/1), Sigle (2), Wolf (6), Frank (n.e.), Schöbinger, Prasolov (6), Kuhnle (3), Maurer (3/2), Raff (2), Koch, Köder (1), Vlahovic, Fischer (4).

TuS 04 Dansenberg: Huber (n.e.), Klier – Kiefer (2), Megalooikonomou, Seitz, Eisel (8/5), Schulze (4), Munzinger (3), Claussen (6), Bösing (5), Laurent (5), Serwinski (3), Holstein.

Siebenmeter: 3/8:5/6 (Lenz wirft an den Pfosten, Köder, Maurer/2 und Prasolov scheitern an Klier – Eisel wirft an den Pfosten). – Zeitstrafen: 6:10 Minuten (Schöbinger, Kuhnle, Fischer – Claussen/dreimal, Laurent, Megalooiknomou). – Disqualifikation: Claussen (58./dritte Hinausstellung). – Schiedsrichter: Hallmann/Lieker (Solingen). – Zuschauer: 650.

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Erstellt:
19. November 2018, 06:00 Uhr

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