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Siegversprechen: Löw will von DFB-Elf Männerfußball sehen

dpa Düsseldorf. Die große Herbstdebatte um Mentalität und Zweikampfhärte schwappt auch zur Nationalmannschaft über. Joachim Löw nimmt das Schlagwort Männerfußball nicht in den Mund, doch seine Forderung ist klar: Im Endspurt um das EM-Ticket will der Bundestrainer „Robustheit“ sehen.

Will bei der EM-Qualifikation von seinem Team „Männerfußball“ sehen: Bundestrainer Joachim Löw. Foto: Bernd Thissen/dpa

Will bei der EM-Qualifikation von seinem Team „Männerfußball“ sehen: Bundestrainer Joachim Löw. Foto: Bernd Thissen/dpa

Erst machte Joachim Löw ein paar Fan-Fotos mit einer fröhlichen Reisegruppe aus China, dann folgten vom fröstelnden Bundestrainer ein klares Siegversprechen und die Forderung nach mehr Männerfußball.

„Wir bei der Nationalmannschaft müssen auch daran arbeiten, körperliche Robustheit ins Spiel zu bringen. Wir haben viele Jahre auf gehobenem Niveau agiert und vieles spielerisch gelöst. Aber international gesehen ist es so, dass nicht nur hohes Tempo stattfindet, sondern vor allem auch in den Zweikämpfen unglaubliche Robustheit“, sagte der DFB-Chefcoach bei der Ankunft im Teamhotel der Fußball-Nationalmannschaft im nasskalten Düsseldorf.

Löw setzte damit zum Auftakt seiner Vorbereitung für die letzten EM-Qualifikationsspiele am Samstag in Mönchengladbach gegen Weißrussland und drei Tage später in Frankfurt gegen Nordirland (beide 20.45 Uhr/RTL) die in der Bundesliga heiß geführte Mentalitätsdebatte auch bei der DFB-Auswahl fort. Das EM-Ticket ist für Löw ohnehin nur noch Formsache. Der Blick geht für den 59-Jährigen schon Richtung Turnierjahr.

„Da haben wir schon auch mal Mängel gezeigt in den letzten Spielen in manchen Situationen. Da müssen wir uns verbessern, denn es ist eine Grundvoraussetzung, um dann auch erfolgreich zu sein“, beschrieb Löw von ihm erkannte Defizite im schwierigen Umbruchjahr 2019. Für die Länderspiele gegen Weißrussland und Nordirland gab Löw dann immerhin gleich ein Siegversprechen ab.

„Beide Mannschaften haben uns das Leben nicht so einfach gemacht, in den ersten Spielen, aber wir werden beide Spiele daheim gewinnen, wir werden uns qualifizieren“, sagte Löw. Die DFB-Elf muss die Turnierteilnahme 2020 noch perfekt machen. Punktgleich mit den Niederlanden liegt Löws Auswahl auf dem zweiten Platz, Nordirland folgt drei Zähler dahinter und kann in der Gruppe C noch in die Vergabe der zwei Turniertickets eingreifen.

Mit zwei blauen Augen und einem Nasenschutz reiste Niklas Stark zum Treffpunkt und war somit ungewollt optisches Symbol der Forderung von Löw für den Jahresabschluss. „Wenn der Bundestrainer anruft und sagt, er will mich dabei haben, dann komme ich, wenn ich laufen kann, deswegen bin ich hier“, sagte der Berliner, der trotz seines Nasenbeinbruchs bei der fünften Nominierung 2019 endlich auch sein DFB-Debüt geben will. Dortmunds Julian Brandt, noch geknickt von der heftigen 0:4-Niederlage gegen die Bayern, versprach: „Grundsätzlich sind wir ja im Männerfußball. Kinderfußball ist vorbei.“

Löw sprach trotz erneut diverser Ausfälle - zu denen am Sonntag und Montag auch noch Marco Reus und Kai Havertz kamen - von einer gewissen Entspannung der Personalsituation, gerade in der zuletzt zur Problemzone deklarierten Abwehr. „Zunächst bin ich froh, dass Ginter und Tah zurückkehren. Und Niklas Stark war letztes Mal auch nicht dabei, der kann möglicherweise auch spielen.“ Am frühen Nachmittag reiste dann auch noch ein Sextett um Kapitän Manuel Neuer, Toni Kroos und Serge Gnabry aus Berlin nach Düsseldorf an. In der Hauptstadt hatten sie ein Foto-Shooting in den neuen EM-Shirts abgehalten.

Seiner neuformierten Mannschaft stellte Löw trotz einiger Schwierigkeiten grundsätzlich ein gutes Jahreszeugnis aus. Seit Beginn des Umbruchs im Herbst 2018 sei mit dem 2:4 gegen Holland im September in Hamburg nur ein Spiel verloren worden. „Der Teamgeist und die Möglichkeiten, die wir haben, sind gut. Es ist eine gute Energie in der Mannschaft“, konstatierte Löw. Durch die vielen Ausfälle habe man sich 2019 allerdings nicht einspielen können.

„Von daher liegen wir ein bisschen hinten dran in der Idee und Marschroute, die wir hatten. Da hätte ich mir gewünscht, dass wir häufiger mit der gleichen Mannschaft spielen. Das ist mit Schwierigkeiten verbunden“, sagte Löw. Immerhin hat er diesmal im Gegensatz zu den Doppelspieltagen im September und Oktober vier volle Trainingstage zur Vorbereitung. „Das ist schon positiv. Da können wir was bewegen“, sagte Löw.

Bei der ersten Einheit am Dienstagabend standen 18 Spieler auf dem Platz. Stark war noch nicht dabei. Der Gladbacher Matthias Ginter, Ilkay Gündogan von Manchester City und Barcelona-Torwart Marc-André ter Stegen absolvierten eine regenerative Übungseinheit im Teamhotel.

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Erstellt:
12. November 2019, 19:45 Uhr

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