Sohm: Torflaute gegen Aspach beenden

Halles Stürmer hat fürs morgige Duell mit seinem Ex-Verein einen großen Wunsch – Was wurde aus den anderen SG-Abgängen?

Zum Wiedersehen mit einem alten Bekannten kommt es für die Drittliga-Fußballer der SG Sonnenhof beim morgigen Duell in Halle (14 Uhr, Erdgas-Sportpark). Pascal Sohm, der im Sommer nach Sachsen-Anhalt wechselte, stürmt bei den Hausherren wohl von Anfang an. Der 27-Jährige spielt bei seinem neuen Klub eine gute Rolle. Das wiederum können längst noch nicht alle Akteure von sich behaupten, die Großaspach verlassen haben.

Fiebert dem Duell mit Ex-Klub Großaspach entgegen: Halles Stürmer Pascal Sohm.Foto: Imago

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Fiebert dem Duell mit Ex-Klub Großaspach entgegen: Halles Stürmer Pascal Sohm.Foto: Imago

Von Steffen Grün

Zwölf Spieler sagten im Sommer Servus. Einer wollte eine Etage höher für Furore sorgen, drei hofften einen Stock tiefer auf mehr Spielanteile, einen zog es zurück in die USA, einen nach Österreich, einer legte eine Pause ein. Fünf gingen zu Drittliga-Rivalen, einer davon ist Pascal Sohm, der dem Duell mit dem Ex-Verein entgegenfiebert: „Viele sagen ja immer, das seien Spiele wie alle anderen, aber für mich ist es schon etwas Besonderes.“ Der Stürmer, der in vier Jahren in Aspach 98 Drittliga-Partien bestritt und zehn Tore erzielte, gehört in Halle zum erweiterten Stammpersonal. Er kam in 14 von 15 Partien zum Einsatz, war zehnmal ein Teil der Startelf. Zwei Tore stehen für den Künzelsauer zu Buche, doch sie liegen eine Weile zurück: Sohm erzielte am zweiten Spieltag beim 1:2 gegen Köln in der 90. Minute den Anschlusstreffer und drei Tage später das 2:0 beim 3:0 in Jena. Das war es bislang, doch der Neu-Hallenser will die Flaute ausgerechnet gegen Aspach beenden: „Gerade gegen die alten Kollegen hätte das was.“

Ein Überblick verrät, wie sich die anderen Spieler schlagen, die der SG Sonnenhof im Sommer den Rücken kehrten.

Joseph Claude Gyau: Der 26-jährige Offensivakteur, der den SG-Fans vor allem als pfeilschnelles Kraftpaket auf dem Flügel in Erinnerung ist, hat den Durchbruch beim Zweitligisten Duisburg noch nicht so richtig geschafft. Sechs Einsätze, davon vier als Joker, summierten sich auf 184 Minuten – immerhin traf der zweifache US-Nationalspieler einmal, zum 1:2 beim 1:3 gegen Regensburg. Eine von sieben Pleiten des MSV, der aktuell Drittletzter ist. Seit Mitte Oktober setzt Gyau eine Fußsohlenentzündung außer Gefecht.

Daniel Hägele: Siebeneinhalb Jahre in Aspach, lange Zeit Kapitän der Truppe – der 29-Jährige war das Gesicht der SG. Drittliga-Rivale Würzburg plante ihn als Leitwolf ein, doch Hägele verletzte sich in der Vorbereitung und feierte seine Premiere erst am vierten Spieltag. Zuletzt waren seine Dienste siebenmal in Serie volle 90 Minuten gefragt, auch am 8. Oktober beim 0:0 gegen seinen Ex-Verein. Es sieht so aus, als würden sich die Hoffnungen, die der Tabellen-13. mit der Verpflichtung des defensiven Mittelfeldspielers verband, der auch als Innenverteidiger eine Option ist, mit etwas Verzögerung doch erfüllen.

Sebastian Schiek: Aus Karlsruhe geholt, wurde der 28-Jährige in seinen vier Aspacher Jahren ein gestandener Drittliga-Profi, der in der Viererkette links wie rechts verteidigen kann. Dies weckte das Interesse von Fortuna Köln, ihn zog es in die Domstadt. Dort hat er bisher alle 15 Partien gemacht, wurde nur zweimal ausgewechselt. Beim 2:0 in Braunschweig steuerte er einen Treffer bei, mit seinem neuen Verein belegt er nach den jüngsten Debakeln (0:7, 0:6) den viertletzten Platz. Zum Vorrundenfinale wird Schiek mit Köln am 14. Dezember im Fautenhau erwartet.

Saliou Sané: Aus Lotte geholt, blieb der 26-Jährige nur ein Jahr in Aspach. Dann lockte ihn Ligarivale Karlsruhe, doch im Wildpark spielt der Mittelstürmer bislang eine Nebenrolle. An vorderster Front sind Anton Fink und Marvin Pourié gesetzt, auch Martin Röser und Dominik Stroh-Engel müssen sich hinten anstellen. Zum dritten Platz, den der KSC innehat, steuerte Sané bei zehn Partien noch keinen Treffer und keine Torvorlage bei.

Özgür Özdemir: Auch er legte im Fautenhau nur einen kurzen Stopp ein, nach einer Runde zog der aus Österreich vom SV Ried geholte Innenverteidiger in die Pfalz weiter. Kaiserslautern verpflichtete den 23-Jährigen für den Aufbau nach dem Zweitliga-Abstieg, doch der FCK dümpelt auf Platz neun dahin und der Neue bringt auf dem Betzenberg noch nicht viel zuwege. Zwei Einsätze – einmal 18 und einmal 90 Minuten am dritten und vierten Spieltag – sind notiert. Ansonsten pendelte Özdemir zwischen der Bank (wie beim Spiel in Aspach), der Tribüne und der zweiten Mannschaft. Derzeit hat er Trainingsrückstand nach muskulären Problemen.

Taxiarchis Fountas: Der 23-jährige Grieche kann mit seiner Bilanz in Österreich zufrieden sein. Für St. Pölten, den Vierten des Oberhauses in der Alpenrepublik, hat der Stürmer 12 von 14 Saisonspielen bestritten und dabei zwei Tore markiert.

Nico Gutjahr: Von Verletzungsproblemen zurückgeworfen, wurde der 25-Jährige im Fautenhau nicht zur Stammkraft. Das hat sich jetzt beim SSV Ulm geändert, beim Dritten der Regionalliga Südwest sind seine Dienste im zentralen Mittelfeld gefragt. Gutjahr war in 16 von 17 Spielen dabei und spielte zehnmal 90 Minuten durch.

Lukas Hoffmann: Anders als Teamkollege Gutjahr ist der 21-jährige Innenverteidiger auch in Ulm nur Ergänzungsspieler. Acht Minuten bei der 2:1-Pokalsensation gegen Eintracht Frankfurt, fünf Regionalliga-Einsätze – enttäuschend für einen, der bei 1899 Hoffenheim ausgebildet wurde.

Alexander Aschauer: Der 26-Jährige belegt mit dem FSV Frankfurt nur den elften Platz in der Regionalliga Südwest, die eigene Bilanz ist auch ausbaufähig: Der Österreicher traf bei immerhin zehn Einsätzen noch kein einziges Mal, für einen Mittelstürmer ist das doch sehr wenig – auch wenn sich Aschauer bei sechs Partien mit der Jokerrolle begnügen musste.

Mario Rodríguez: Den US-Amerikaner, der vor seinen 18 Monaten im Ländle von Dresden an Chemnitz verliehen war, zog es in die Heimat. Dem Angreifer gehe es gut, hat SG-Sportdirektor Joannis Koukoutrigas erfahren, doch zumindest als Profi ist der 24-Jährige nicht mehr aktiv.

Felice Vecchione: Der 27-Jährige war in fünf Jahren in Aspach der große Pechvogel, immer wieder stoppten ihn Verletzungen. Wie angekündigt, legt der Rechtsverteidiger momentan eine Fußballpause ein.

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Erstellt:
23. November 2018, 06:00 Uhr

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