Stille in den meisten Sporthallen

Die Coronapandemie macht dem Handballsport zu schaffen. Alle Spiele des HC Oppenweiler/Backnang wurden abgesetzt. Auch die Teams der SG Weissach im Tal haben eine Pause eingelegt. Lediglich zwei Teams der HSG Sulzbach-Murrhardt waren aktiv.

Handball wurde am Wochenende in der Region kaum gespielt, denn es gab viele coronabedingte Absetzungen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Handball wurde am Wochenende in der Region kaum gespielt, denn es gab viele coronabedingte Absetzungen. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Für die Handballfans war es ein tristes Wochenende. Im Murrtal ruhte der Spielbetrieb nahezu komplett. Nur Männer-Bezirksligist HSG Sulzbach-Murrhardt spielte, allerdings vor leeren Rängen. Bei der SG Weissach im Tal und beim HC Oppenweiler/Backnang summierten sich einzelne Absetzungen zum kompletten Stillstand. Auch das Drittliga-Heimspiel des HCOB-Teams gegen den TSV Blaustein fand nicht statt.

Zu Beginn der Woche gab es im HCOB-Drittliga-Team Sportler, die direkt oder über Ecken Kontakt zu Coronainfizierten hatten. Wie das im Einzelfall einzustufen war, damit taten sich die zuständigen Behörden schwer. Manchmal gab es keine Auskunft, dann widersprüchliche, keine einfache Situation. Als zum Ende der Woche ein HCOB-Handballer Symptome zeigte und zum Verdachtsfall avancierte, kam der Drittligist mit den Handballern aus Blaustein überein: Nur wenn rechtzeitig ein negativer Coronatest vorliegt, soll gespielt werden. Auf den wurde bis Samstagmittag gewartet, vergeblich. So schloss man sich zwischen Oppenweiler, Blaustein und Hille kurz. In letztgenanntem Ort in Westfalen wohnt Andreas Tiemann, der Staffelleiter für die Dritten Ligen der Männer. Er setzte die Partie, weil sich die Vereine ob des gesundheitlichen Risikos einig waren, vom Spielplan ab. Die Partie wird nachgeholt, wenn sich die Coronasituation wieder entspannt.

Ein Einzelfall war die Spielabsetzung in Oppenweiler nicht. Auch das Drittliga-Match zwischen dem TSB Horkheim und dem TV Germania Großsachsen wurde vom Spielplan genommen. Der Grund ist derselbe: Im Team der Sportler von der Bergstraße gab es einen Verdachtsfall. Hier wurde nicht bis Samstag gewartet, sondern bereits am Donnerstag der gemeinsame Beschluss zur Absetzung getroffen. Für die Horkheimer ist es der zweite Ausfall der noch jungen Saison. Schon ihr Gastspiel in Kornwestheim vor einer Woche war aufgrund eines Verdachtsfalls abgesetzt worden. Ein Beispiel, das aufzeigt, dass Umsicht derzeit gefragt ist. Denn in der Zwischenzeit hat sich der Verdacht in Kornwestheim bestätigt, das Gastspiel der Lurchis in Bayreuth musste abgesetzt werden. Der HCOB hofft auf zwei Dinge. Erstens: dass die ausstehenden Testergebnisse bald eintreffen. Ein Szenario wie beim benachbarten Fußball-Regionalligisten aus Großaspach, der eine gute Woche auf Resultate warten musste, würde die Aussetzung des Trainings verlängern. Zweitens: dass die Ergebnisse negativ ausfallen. Tun sie das nicht, droht das, was Kornwestheim gerade erlebt: Quarantäneanordnungen und Stille in der Halle.

Mit Blick auf die gesamte Dritte Liga ist die Südstaffel mit bislang „nur“ vier Absetzungen noch gut bedient. In der Staffel Mitte sind die Lücken größer. Nun ist die Frage, ob diese im dicht getakteten Spielplan überhaupt wieder geschlossen werden können. Nicht ausgeschlossen ist deshalb, dass der Spielmodus während der laufenden Runde geändert wird. Beispielsweise indem die Staffeln nach der Vorrunde in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt werden, in denen dann Aufstieg, Abstieg und Platzierungen ausgespielt werden. Aber schlussendlich wird es hier wohl noch einige Wochen benötigen, bis der Weg tatsächlich absehbar sein wird.

Spannend ist auch die Frage: Wie geht es auf Verbands- und Bezirksebene weiter? Der Blick in den Ergebnisdienst zeigte gestern Abend bei vielen Spielen den Vermerk „wegen Corona abgesetzt.“ Der Handballverband Württemberg (HVW) hat in der vergangenen Woche zwar beschlossen, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Zugleich bot er allen Mannschaften die Option, Spiele absetzen zu lassen. Einzige Voraussetzung: Eines der beiden Teams muss aus einem Risikolandkreis stammen. Weil mittlerweile fast ganz Württemberg sich im roten Bereich befindet, zum Teil sogar dunkelrot, machten die Klubs davon regen Gebrauch. Die hauptamtlichen Mitarbeiter auf der HVW-Geschäftsstelle und die ehrenamtlich Engagierten in den Bezirken arbeiteten bis tief in die Nacht, um der Antragsflut Herr zu werden. Bei der SG Weissach im Tal hatte man am Samstagmorgen noch gehofft, das Kreisliga-C-Spiel der zweiten Männermannschaft gegen den SV Salamander Kornwestheim IV durchführen zu können. Dann fiel auch diese Partie Corona zum Opfer. So waren zwei Begegnungen in der Murrhardter Trauzenbachhalle die einzigen im Murrtal an diesem Wochenende. Am Samstag spielten die Bezirksliga-Männer der HSG, am Sonntag die männliche C-Jugend. Alle anderen Begegnungen der HSG Sulzbach-Murrhardt fielen ebenfalls der Absetzungsflut zum Opfer.

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Erstellt:
26. Oktober 2020, 06:00 Uhr

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