SVA verliert Torjäger Marius Weller

Der hoffnungsvolle Angreifer stürmt im Sommer vom Fußball-Landesligisten aus Allmersbach zum benachbarten Oberligisten TSG Backnang. Beim Klub aus den Etzwiesen hat der 20-Jährige einen bis zum 30. Juni 2024 datierten Vertrag unterschrieben.

Verlässt den SV Allmersbach und blickt mit Vorfreude in Richtung TSG Backnang: Marius Weller (rotes Trikot). Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Verlässt den SV Allmersbach und blickt mit Vorfreude in Richtung TSG Backnang: Marius Weller (rotes Trikot). Foto: Alexander Becher

Von Uwe Flegel

Günter Schäffler spricht nicht groß um den heißen Brei rum. „Uns wird er natürlich fehlen“, sagt der Vorsitzende des Fußball-Landesligisten aus dem Täle und spricht von seinem 20-jährigen Angreifer Marius Weller. Der Stürmer, der es diese Saison bislang in 30 Einsätzen auf 24 Tore und zusätzlich auf 20 Vorlagen gebracht hat, sagt seinem Heimatverein im Sommer servus und wechselt zum benachbarten Oberligisten TSG Backnang. Beim Klub aus den Etz- wiesen hat er einen Vertrag unterschrieben, der bis zum 30. Juni 2024 datiert ist.

„Marius Weller ist ein sehr spannender und talentierter Spieler aus der Region, der somit genau zu unserer Philosophie passt. Bereits im Winter wie auch in den letzten Wochen hat er bei uns mittrainiert“, erzählt Marc Erdmann, Vorstandsmitglied beim Oberliga-Vierten und sagt: „Wir sehen bei ihm noch großes Entwicklungspotenzial.“ Allerdings habe der junge Angreifer schon diese Saison in der Landesliga eindrucksvoll bewiesen, welches Talent in ihm steckt, so Erdmann, der sich sicher ist: „Mit noch intensiverem Training und Einsätzen in der Oberliga wird er einen weiteren Entwicklungsprozess durchlaufen.“ Bei dem sei jedoch auch Geduld gefragt, erklärt das TSG-Vorstandsmitglied und fügt hinzu: „In diesem Reifeprozess möchten wir ihn sehr gerne behutsam unterstützen.“

Auch andere Vereine hatten ein Auge auf den schnellen Angreifer geworfen

Wobei der 1,88 Meter große und sehr schnelle Offensivmann in der Landesliga, Staffel 1, schon viel Reife an den Tag legt. Mit seinen 24 Treffern ist er hinter seinem Teamkollegen Kim Schmidt (27 Tore) und dem Schwäbisch Haller Volkan Demir (25) drittbester Torschütze. Dabei bringt Weller gerade erst seine erste richtige Aktivensaison hinter sich. Die vergangene Runde wurde wegen Corona in der Winterpause abgebrochen und in der SVA-Aufstiegssaison im Jahr zuvor kam er als A-Jugend-Spieler in der Bezirksliga-Elf nur zu fünf Einsätzen.

Nun verlässt er den Klub, bei dem er als Steppke einst mit dem Fußball begonnen hat und mit dem er in der Landesliga derzeit Rang neun einnimmt. „Ich will den Schritt einfach machen und ich habe ja nichts zu verlieren“, erklärt der 20-Jährige, der auch vom Verbandsligisten 1. FC Normannia Gmünd eine Anfrage hatte und nach dem weitere höherklassige Klubs ihre Fühler ausgestreckt hatten. Wobei er weiß, dass der Sprung von der Landes- in die zwei Klassen höhere Oberliga nicht einfach ist. Sein Ziel für die erste Saison bei der TSG Backnang: „So viel spielen wie möglich und dabei dann auch überzeugen.“

Sein Nochvorsitzender Günter Schäffler kann den Schritt seines hoffnungsvollen Stürmers durchaus nachvollziehen und sagt: „Wenn er die Chance hat und die Chance suchen will, in der Oberliga zu spielen, dann werden wir ihm keine Steine in den Weg legen.“ Zumal er anerkennt, dass „Marius in dieser Saison schon einen Riesensprung gemacht hat“. Einen, der für den SV Allmersbach wichtig war und weiterhin ist, damit die Landesliga gehalten wird. Denn angesichts von bis zu sieben festen Absteigern kann sich die Täleself in Sachen Klassenverbleib noch nicht ganz sicher sein. Sechs Spiele vor Schluss hat der Tabellenneunte gerade mal fünf Punkte Vorsprung auf Rang zwölf, der am Rundenende die sogenannte Abstiegsrelegation bedeuten könnte. Ein bisschen was müssen der SVA und sein Torjäger Marius Weller also schon noch tun.

In Sachen Kaderplanung für die neue Runde sind die Allmersbacher da schon ein gutes Stück weiter. „So wie’s aussieht, ist das sehr wahrscheinlich unser einziger Abgang“, erzählt Günter Schäffler. Der Verlust von nur einem Spieler schmerzt das SVA-Urgestein trotzdem, handelt es sich dabei doch ausgerechnet um einen Akteur, der es aus dem eigenen Nachwuchs kommend in kurzer Zeit geschafft hat, sich zu einem echten Leistungsträger zu entwickeln. Klar, dass so jemand der Täleself fehlen wird.

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Erstellt:
4. Mai 2022, 18:29 Uhr

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