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Talent aus dem Rems-Murr-Kreis will nach oben

Der 18-jährige Leon Dajaku hofft auf Einsatzzeiten bei den VfB-Profis, doch die Konkurrenz beim Fußball-Zweitligisten ist groß

VfB-Talent Leon Dajaku (Mitte, hier im Finale um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft in Großaspach gegen Dortmund) will seine Torjägerqualitäten auch bei den Profis beweisen. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

VfB-Talent Leon Dajaku (Mitte, hier im Finale um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft in Großaspach gegen Dortmund) will seine Torjägerqualitäten auch bei den Profis beweisen. Foto: A. Becher

Von Danny Galm

Hinter dem 18-jährigen Leon Dajaku liegt eine fast perfekte Spielzeit. Mit den A-Jugend-Fußballern des VfB Stuttgart wurde der gebürtige Waiblinger DFB-Pokalsieger und deutscher Vizemeister, dazu gab es den WFV-Pokal. Er debütierte zudem in der Bundesliga und darf sich in der Vorbereitung auf die Zweitliga-Saison bei den Profis präsentieren – vielleicht auch heute (19 Uhr) im Spiel bei der TSG Backnang.

Es war kalt, grau und nass an diesem ungemütlichen Dezemberabend im Mönchengladbacher Borussia-Park. Zu allem Überfluss setzte es für den VfB eine herbe 0:3-Pleite. Dennoch wird sich Leon Dajaku sein Leben lang an diesen 9. Dezember 2018 erinnern, denn an diesem Tag durfte er zum ersten Mal auf der großen Bühne Bundesliga ran. „Der Puls ging auf jeden Fall hoch“, sagt Dajaku. „Mit 17 Jahren im Profiteam zu debütieren, ist schon etwas ganz Besonderes. Und dann auch noch gegen Gladbach, eine echte Topmannschaft.“ Der junge Angreifer wurde in das eiskalte Bundesliga-Wasser geworfen, schwamm sich allerdings schnell frei. „Auch wenn es kalt und nass war und wir verloren haben – so einen Tag vergisst man nicht.“

Damals war Dajaku exakt 17 Jahre, sieben Monate und 27 Tage alt. Damit ist er hinter Timo Werner (17 Jahre, fünf Monate, elf Tage) sowie seinem aktuellen Kollegen Antonis Aidonis (17 Jahre, fünf Monate, 19 Tage) der drittjüngste Bundesliga-Debütant in der VfB-Historie. Ex-Trainer Markus Weinzierl hatte den beidfüßigen Stürmer und den bulligen Abwehrspieler Aidonis im Herbst 2018 zu den Profis beordert. Die Personallage war dünn, viele Spieler fehlten verletzt – und so öffnete sich für die beiden Jungprofis eine Tür.

„Zunächst ist man schüchtern und hat noch ein bisschen Respekt vor den Profis“, blickt Dajaku zurück und fügt lachend hinzu: „Du schwitzt schon ein bisschen, wenn du auf einmal vor Mario Gomez stehst.“ Doch mit jeder Trainingseinheit wich die Nervosität des damals 17-Jährigen. Und von einem erfahrenen Haudegen wie dem früheren Nationalstürmer kann ein blutjunger Angreifer schließlich eine Menge lernen: „Von Mario kann ich mir im Training enorm viel abschauen.“ Auch im Wintertrainingslager der Profis im spanischen La Manga durften die zwei Talente mitmischen, danach ging es wieder zurück in die U 19. Mit Stuttgarts A-Jugend holte Dajaku in seinem ersten Jahr in dieser Altersklasse den DFB-Pokal (2:1 gegen Leipzig), wurde deutscher Vizemeister (3:5 gegen den BVB) und feierte den Verbandspokalsieg (4:2 gegen Ulm). „Eine fast perfekte Saison in der U 19. Besser hätte es eigentlich nicht laufen können.“

Viel Zeit zum Entspannen hatte das 1,80 Meter große Sturmtalent in diesem Sommer aber nicht. Der neue VfB-Trainer Tim Walter holte ihn für die Vorbereitung, die wegen des Abstiegs schon Anfang Juli begann, zur Profitruppe. „Die Tür steht für jeden sperrangelweit offen“, erklärt Sportdirektor Sven Mislintat mit Blick auf die Kaderplätze. Einen davon will sich auch Leon Dajaku erarbeiten: „Nachdem ich letztes Jahr schon ein bisschen oben mit dabei war, würde ich mich in dieser Saison über mehr Einsätze bei den Profis freuen.“

Walters offensiver und aktiver Spielstil kommt ihm entgegen: „So, wie er Fußball spielen lassen will, macht das viel Spaß – ist aber auch intensiv.“ Ob ihm der Sprung nach oben gelingt, ist offen. Die Anforderungen der körperlich robusten Zweiten Liga sind hoch, die Abwehrspieler echte Brecher – und mit Mario Gomez, Hamadi Al Ghaddioui, Tanguy Coulibaly, Nicolas Gonzalez und Anastasios Donis ist die Konkurrenz im Sturm groß. Dajaku lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: „Letztlich wird der Trainer entscheiden, was für meine Entwicklung besser ist. Wenn er mich in die U 19 schickt, werde ich dort Gas geben. Und vielleicht schaffen wir es dieses Jahr mit der Meisterschaft.“

Zur Person
Leon Dajaku

Der am 12. April 2001 in Waiblingen geborene Leon Dajaku spielt seit 2014 für den VfB Stuttgart und lief bereits dreimal für das deutsche U-18-Nationalteam auf.

In der Saison 2017/2018 wurde der 1,80 Meter große Stürmer mit 23 Treffern Torschützenkönig der U-17-Bundesliga Süd/ Südwest. Elf Tore erzielte er in der abgelaufenen Spielzeit der U-19-Bundesliga.

Bevor Dajaku in das VfB-Nachwuchsleistungszentrum wechselte, spielte er für den FSV Waiblingen (E- und D-Jugend) und die Spvgg Rommelshausen (Bambini und F-Jugend). Er wohnt mit seinen Eltern und den zwei jüngeren Brüdern in Fellbach.

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Erstellt:
5. Juli 2019, 06:00 Uhr

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