Tim Pöhlers spätes Tor bringt Backnang den erhofften Punkt

Der Stürmer der TSG-Fußballer sorgt im Oberliga-Nachholspiel beim FC Denzlingen kurz vor dem Ablauf der Nachspielzeit für das umjubelte 2:2. Damit halten die Roten einen Rivalen im Abstiegskampf auf Distanz.

TSG-Stürmer Tim Pöhler (rotes Trikot) warf sich in viele Zweikämpfe und köpfte in der fünften Minute der Nachspielzeit in Denzlingen das umjubelte 2:2. Archivfoto: Alexander Becher

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TSG-Stürmer Tim Pöhler (rotes Trikot) warf sich in viele Zweikämpfe und köpfte in der fünften Minute der Nachspielzeit in Denzlingen das umjubelte 2:2. Archivfoto: Alexander Becher

Von Dieter Gall

Fünf von sechs Minuten, die der nicht immer sichere Referee obendrauf gepackt hatte, waren bereits rum. Der TSG drohte beim Stande von 1:2 in Denzlingen eine Niederlage, und das beim ersten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Pavlos Osipidis. Logisch, dass die Gäste in der Gemeinde im Breisgau nahe Freiburg noch einmal alles nach vorne warfen. Sie kamen zu einem letzten Eckball, den Vincent Sadler in den Strafraum beförderte und der über Umwege auf dem Kopf von Tim Pöhler landete. Aus kurzer Distanz markierte der 24-Jährige mit seinem vierten Saisontreffer den umjubelten Ausgleich.

Auch auf der Bank war die Freude riesig – unter anderem bei Mittelfeldorganisator Loris Hoffmann, der nach seiner Auswechslung in der 84. Minute von draußen mitgefiebert hatte. Er herzte nach dem 2:2 nicht nur den Torschützen, sondern nahm in seiner Euphorie auch die Eckfahne in den Arm. Darin sah der Schiedsrichter eine gelbwürdige Aktion und hielt dem bereits während seiner Zeit auf dem Platz verwarnten Backnanger die Ampelkarte unter die Nase. Der 28-Jährige muss zugucken, wenn am Samstag sein Ex-Verein FSV 08 Bietigheim-Bissingen in den Etzwiesen erwartet wird.

Die Ampelkarte für Loris Hoffmann ist allenfalls ein kurzer Stimmungsdämpfer

Es ist ein Wermutstropfen für die TSG, der die Freude über den erhofften Punktgewinn aber höchstens kurzfristig trübte. Insgesamt herrschte nach dem Abpfiff und auf der langen Heimreise gute Stimmung. Das Unentschieden reichte, um mit 27 Zählern Platz zehn zu behaupten und den Abstand auf die Denzlinger zu wahren, die mit 21 Punkten den 14. und fünftletzten Rang belegen. „Respekt vor meiner Mannschaft“, sagte Pavlos Osipidis, als die spannende und umkämpfte Partie auf dem schwer bespielbaren Rasenplatz zu Ende war. Er berichtete, dass „das halbe Team unter der Woche mit einem Magen-Darm-Virus zu kämpfen hatte, daher konnten wir nur am Donnerstag trainieren“. Das alleine lässt das 2:2 in noch hellerem Licht erstrahlen und „dann mussten wir auch noch auf einem tiefen Geläuf spielen, obwohl unsere gesamte Vorbereitung auf Kunstrasen durchgeführt wurde“. Unter all diesen Umständen ging vom neuen Coach ein „Kompliment an meine Jungs, die zweimal im Rückstand waren und immer wieder zurückgekommen sind“.

Es war ein Kraftakt, den die Murrtaler in Südbaden bewältigen mussten. Das Team um den überragenden Kapitän Julian Geldner warf eine tolle Moral sowie unbändigen Einsatz- und Kampfeswillen in die Waagschale. Pavlos Osipidis hatte beim ersten Pflichtspiel auf der Trainerbank der Roten die vorab angekündigte Dreierabwehrkette mit Robin Schwemmle, Patrick Tichy und Thomas Doser gebildet. Die Gäste gerieten aber schon nach drei Minuten in Rückstand. Eine Unachtsamkeit in Backnangs Defensive nutzte Santiago Fischer mit einem Kopfball zum 1:0 für den FC Denzlingen aus.

Die TSG schüttelt sich kurz und übernimmt dann das Kommando.

Der Rivale hatte ab der 20. Minute alle Hände voll zu tun, um den längst fälligen Ausgleich zu verhindern. „Wir haben erst zu viel quer gespielt und uns auf dem tiefen Platz selbst in die Gefahr weiterer Gegentreffer gebracht“, urteilte Pavlos Osipidis: „Dann haben wir aber gut dagegengehalten und aggressiv gegen den Ball gearbeitet.“ Das Engagement wurde in der 57. Minute belohnt. Julian Geldner erkämpfte an der Torauslinie im Denzlinger Strafraum den Ball und passte ihn überlegt zu Gentian Lekaj. Der Winterzugang schoss zum 1:1 ein. Backnang war wieder voll im Geschäft, kassierte aber keine zehn Minuten später das 1:2. Die TSG-Abwehr hatte Alex Echner offensichtlich völlig vergessen und dessen Flachschuss ins lange Eck war für Torwart Enrico Caruso unhaltbar.

Die Gäste steckten auch diesen erneuten Rückstand weg. Sie machten Druck und die Fans hatten in der 88. Minute bereits den Torschrei auf den Lippen. Vincent Sadler traf aus kurzer Distanz aber nur den linken Innenpfosten. Denzlingen sehnte den Abpfiff herbei, doch der kam erst, nachdem die TSG doch noch das Remis erzwungen hatte.

2:2 (1:0) FC Denzlingen Bergmann – Fleury (62. Vrazalica), Garcia, Leopold, Tsolakis (77. Redzic) – Boye – Butov (72. Bayram), Gehring – Echner, Eggert (87. Einecker) – Fischer (14. Does). TSG Backnang Caruso – Tichy (46. Terpsiadis), Doser, Schwemmle – Hoffmann (84. Sanyang) – Geldner, Santoro (37. Benkeser), Sadler, Mollo (70. Özen) – Pöhler, Lekaj. Tore 1:0 (3.) Fischer, 1:1 (57.) Lekaj, 2:1 (66.) Echner, 2:2 (90.+5.) Pöhler. – Gelb-Rote Karte Hoffmann (90.+6.). – Schiedsrichter Reck (Höfingen). – Zuschauer 120.
Tim Pöhlers spätes Tor bringt Backnang den erhofften Punkt
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Erstellt:
26. Februar 2024, 14:30 Uhr

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