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Trotz Patzern ist Viola Brand auf WM-Kurs

Die Kunstradfahrerin des RSV Unterweissach muss sich beim ersten German Masters in Murg nur Milena Slupina geschlagen geben

Der Kampf der besten deutschen Kunstradfahrerinnen um die beiden Tickets für die Weltmeisterschaften in Basel im Dezember hat beim ersten German Masters in Murg begonnen. Viola Brand vom RSV Unterweissach liegt fürs Erste gut im Rennen: Obwohl sie sich sowohl in der Vorrunde als auch im Finale einen Patzer erlaubte, reichte es jeweils zum zweiten Platz hinter Milena Slupina (Bernlohe). Als dritte Kandidatin kristallisiert sich Maren Haase (Hoffnungsthal) heraus.

Hat noch Luft nach oben: Kunstradfahrerin Viola Brand vom RSV Unterweissach. Foto: W. Schwarz

Hat noch Luft nach oben: Kunstradfahrerin Viola Brand vom RSV Unterweissach. Foto: W. Schwarz

Von Wilfried Schwarz

Das Beste, was Deutschland im Kunstradsport zu bieten hat, war zum Auftakt der dreiteiligen German-Masters-Serie an den Hochrhein gekommen. Auch einige Athleten aus der nahen Schweiz und aus Österreich nahmen an den Wettkämpfen teil.

Für Bundestrainer Dieter Maute ging es vor allem darum, einen ersten Eindruck von der Form der WM-Aspiranten zu bekommen. Er sprach hinterher von einer „hervorragenden Veranstaltung“ und wird dabei im Feld der 31 Frauen, die abgesehen vom Wettstreit um die Fahrkarten zur Weltmeisterschaft auch wertvolle Punkte für die Qualifikation für die nationalen Titelkämpfe sammeln wollten, wohl vor allem an Milena Slupina gedacht haben. Die 24-Jährige zauberte bereits in der Vorrunde mit 195,35 Zählern einen neuen Weltrekord auf den Boden der Murgtalhalle und kam im Finale mit 193,56 Punkten nahe an diese Leistung heran. Beide Wertungen waren von keiner Kontrahentin zu toppen – auch nicht von ihrer Dauerrivalin Viola Brand: Die aktuelle Europameisterin vom RSV Unterweissach musste in der Vorrunde den Lenkerhandstand abbrechen, beim Maute-Sprung im Finale verfehlte sie den Lenker. Beides kostete sie jeweils mehr als zehn Zähler, weshalb sie sich mit 182,25 und 174,44 Punkten begnügen musste. Das reichte allerdings beide Male, um Zweite hinter Slupina zu werden, und Haase, die es auf 179,60 und 170,93 Zähler brachte, auf den Bronzerang zu verweisen.

„Bei Viola ist noch klar Luft nach oben“, betonte Heike Brand, doch die Mutter und Trainerin gab zugleich zu bedenken, „dass auch viel Druck auf ihr lastete, nachdem die vergangene Saison nicht ganz so gut gelaufen war“. Dem zweiten German Masters in Biberach am 21. September blicke sie zuversichtlich entgegen. Ähnlich geht’s der Tochter, die sich in Murg zunächst einmal darüber freute, anders als 2018 sofort das Finale bei einem Wettbewerb der traditionsreichen Serie erreicht und dann wie in der Vorrunde den zweiten Platz erobert zu haben. Ansonsten teilte Viola Brand in vollem Umfang die Einschätzung der Mutter und betonte ebenfalls: „Von der Punktzahl und damit meinen Ergebnissen habe ich noch viel Luft nach oben gelassen. Nun gilt es, an den Fehlern zu arbeiten und in knapp zwei Wochen das volle Punktepotenzial meiner Kür auszuschöpfen.“

Hinter Slupina, Brand und Haase lauern mit Lara Füller aus Poppenweiler und Lena Günter aus Nufringen zwei Talente, die mit 179,21 und 177,94 Punkten das Finale in Murg nur knapp verpassten. Wer Deutschland im Einer der Frauen bei der WM vertreten wird, wird sich vermutlich wie in den Vorjahren erst bei den nationalen Titelkämpfen in Moers am 25./26. Oktober entscheiden. Die Qualifikation dafür hat Viola Brand mit der Bilanz beim German-Masters-Auftakt schon im ersten Anlauf geschafft. Mit Iris Schwarzhaupt hat sich die aktuelle Weltmeisterin aus Stuttgart mit ihrem Rücktritt vor wenigen Wochen aus dem WM-Rennen verabschiedet.

Hintergrund
Die weiteren RSV-Starter

Im Einer der Männer war der RSV Unterweissach beim ersten German Masters in Murg mit einem Duo vertreten. Nick Lange brachte es im ersten Durchgang auf 168,56 Punkte und sicherte sich damit Rang fünf im Endklassement. Er musste den Sattellenkerhandstand aufgrund seiner Rückenprobleme abbrechen, „sonst lief es perfekt“. Aufs B-Finale zu verzichten, war eine Vorsichtsmaßnahme mit Blick auf die nächsten Wettkämpfe. Manuel Brand, der nach seiner Operation an der Lunge erst seit vier Wochen wieder auf dem Rad sitzt, war mit 167,99 Zählern in der Vorrunde und 164,50 Punkten im B-Finale zufrieden. Der Routinier meldete mit dem sechsten Rang seine Ansprüche an, seinen B-Kader-Platz zu behalten.

Wie Viola Brand lösten auch Nick Lange und Manuel Brand bereits die Fahrkarte zu den deutschen Meisterschaften. Der Überflieger war aber der dreimalige Weltmeister Lukas Kohl aus Kirchehrenbach, der seinen erst eine Woche vorher aufgestellten Weltrekord von 209,22 Zählern zwei weitere Male selbst in die Höhe schraubte: in der Vorrunde auf 211,15 und im Finale auf 213,05 Punkte.

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Erstellt:
10. September 2019, 06:00 Uhr

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