TSG Backnang: Aus Doppelkampftag wird Soloprogramm

Kurzfristige Absage: Der heutige Start in die Erstliga-Saison von Backnangs Judo-Frauen fällt aus, weil die Gäste aus Speyer unter Personalnot leiden. Immerhin steigt in der Mörikehalle aber der erste Heimwettkampf der TSG-Männer, die im Oberhaus um 18 Uhr auf Erlangen treffen.

TSG-Trainer Jens Holderle (roter Pulli) schwört heute nur Backnangs Männer auf ihren Kampf ein, das Duell der Frauen fällt aus.Foto: A. Becher

© Alexander Becher

TSG-Trainer Jens Holderle (roter Pulli) schwört heute nur Backnangs Männer auf ihren Kampf ein, das Duell der Frauen fällt aus.Foto: A. Becher

Von Katharina Averhage

und Steffen Grün

Bundesliga-Judo sollte es in der Mörikehalle am heutigen Samstag eigentlich in der doppelten Portion geben. Vor dem Kräftemessen von Backnangs Männern, die nach dem 7:7 zum Auftakt in Rüsselsheim nun gegen Erlangen versuchen wollen, in ihrer dritten Erstliga-Saison endlich den ersten Sieg einzufahren, wären die Frauen an der Reihe gewesen. Das war der Plan, bis am gestrigen Nachmittag das Telefon von Jens Holderle klingelte. Am anderen der Leitung: Barbara Bandel, die Teamchefin des JSV Speyer. Sie teilte dem TSG-Trainer mit, dass Coronafälle, Verletzungen und die Teilnahme einiger Kämpferinnen am Grand Slam in Antalya an diesem Wochenende die Mannschaft so weit dezimiert hätten, dass wohl nur noch ein Quartett die Fahrt ins Murrtal antreten könnte. „Das macht keinen Sinn“, da waren sich die Gesprächspartner rasch einig. Hätte es doch bedeutet, dass die Gäste nur sechs von vierzehn Duellen hätten bestreiten können, weil die Regeln nach der ersten Runde auch noch zwei Auswechslungen verlangen. Acht Siege wären ohne eigenes Zutun an die TSG gegangen, der damit auch der Gesamtsieg keinesfalls zu nehmen gewesen wäre.

Nun bleiben die Frauen aus Speyer daheim und müssen damit leben, dass die Begegnung wohl am grünen Tisch mit 14:0 für Backnang gewertet wird. So richtig freuen kann sich Jens Holderle darüber nicht, der Trainer hätte sich mit seinem Team lieber auf der Matte durchgesetzt: „Für uns ist es ärgerlich, weil wir bis auf die Kämpferinnen, die beim Grand Slam in Antalya starten, in Bestbesetzung hätten antreten können.“ So saß zum Beispiel Anamari Velenšek, die aus ihrem slowenischen Heimatort nach Zagreb gefahren und von dort nach Stuttgart geflogen war, gestern bereits in Holderles Wohnzimmer. „Jetzt muss sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause“, berichtet der Backnanger Coach, der Speyer aber keinen Vorwurf macht, sondern ehrlicherweise zugibt: „Das könnte uns auch einmal passieren.“

Schade ist es trotzdem, denn „wir hatten alles vorbereitet und haben uns sehr auf den Doppelkampftag gefreut“. Übrig bleibt nun das Soloprogramm der TSG-Männer, die in der Mörikehalle um 18 Uhr auf den TV 1848 Erlangen treffen. Während Backnang mit einem 7:7 in Rüsselsheim gestartet ist, kassierten die Gäste aus der Universitätsstadt in Abensberg eine klare 3:11-Niederlage. Daraus abzuleiten, dass die Murrtaler in ihrem ersten Heimwettkampf der neuen Erstliga-Saison der Favorit sind, geht Holderle zu weit: „Im Vorjahr haben wir gegen Erlangen verloren, dieses Mal werden uns zahlreiche Kämpfer fehlen. Ich bin gespannt, wie es läuft.“ Er sieht Erlangen vor allem in den unteren Gewichtsklassen im Vorteil, da es hier beim eigenen Team hapert. Csanád Feczkó (bis 60 Kilogramm) und Yannick van der Kolk (bis 73) kämpfen wie Roland Gőz (bis 90) und Zlatko Kumric (bis 100) in Antalya. „Mit ihnen hätten wir bessere Karten“, weiß der Trainer, dem es aber wiederum Hoffnung macht, dass der Gegner dasselbe Problem haben könnte: „Ich denke, es wird eine völlig offene Partie. Sollte Erlangen auch von Ausfällen geplagt sein, könnte es vielleicht zu unseren Gunsten ausgehen. Ich halte aber lieber den Ball flach.“

Für die TSG-Frauen geht es derweil nun erst am 14. Mai in Karlsruhe los, ihre Saison besteht damit noch aus fünf Kämpfen gegen drei verschiedene Rivalen. Warum die Bundesliga nur noch aus vier Vereinen besteht, weil Bad Homburg, Düsseldorf und Hannover nach der vergangenen Saison zurückgezogen haben, kann sich auch Holderle nicht zu 100 Prozent erklären. Ein Ansatz sind die gestiegenen Fahrtkosten, die durch die Zusammenlegung der ehemaligen Nord- und Südstaffel entstanden sind. Dadurch waren es auch ein paar Kampftage mehr, die wiederum einen größeren Kader erforderten.

2-G-plus-Regel Zuschauer, die in der Mörikehalle dabei sein wollen, brauchen unabhängig vom Impf- oder Genesenen-Status einen offiziellen Nachweis eines negativen Tests. Das ist eine Vorgabe des Deutschen Judo-Bundes, wenn die strikte Trennung von Fans und Sportlern nicht möglich ist.

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Erstellt:
2. April 2022, 06:00 Uhr

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