TSG Backnang: Keine Punkte unterm Christbaum

Die Oberliga-Volleyballerinnen verlieren zum Jahresabschluss gegen die TG Biberach mit 1:3. Im vierten Spiel innerhalb einer Woche fehlt es beim Team aus dem Murrtal auch ein wenig an Frische und Trainer Youssef Hillaneh verlässt nach der Niederlage wortlos die Halle.

Zum ersten Mal in der Oberliga am Ball: Die 16-jährige Julia Ebel. Nach dem Ausfall von Kenouz Abdelkhalek und McKenna Poynter war die U-16-Spielerin der TSG als Libera im Frauenteam um die Schwestern Vanessa (links) und Iva Maglica (Mitte) gefordert. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Zum ersten Mal in der Oberliga am Ball: Die 16-jährige Julia Ebel. Nach dem Ausfall von Kenouz Abdelkhalek und McKenna Poynter war die U-16-Spielerin der TSG als Libera im Frauenteam um die Schwestern Vanessa (links) und Iva Maglica (Mitte) gefordert. Foto: T. Sellmaier

Von Uwe Flegel

Nichts war’s für die Backnanger Oberliga-Volleyballerinnen mit dem erhofften fünften Sieg in Folge. 1:3 (23:25, 25:21, 21:25, 19:25) verlor die TSG das Heimspiel gegen die TG Biberach. „Viel war Kopfsache“, urteilte Außenangreiferin Susann Haffke und erklärte: „Für uns war es inklusive des 3:2-Pokalerfolgs unter der Woche gegen den Regionalligisten SV Fellbach die vierte Partie innerhalb von acht Tagen, vielleicht waren wir einfach ein bisschen leer.“ Aus den erträumten drei Punkten im letzten Spiel dieses Jahres unterm Christbaum wurde es jedenfalls nicht und Haffke stellte für sich und ihre Mitspielerinnen fest: „Wir können es eigentlich deutlich besser.“

Eine Einschätzung, die TSG-Trainer Youssef Hillaneh teilte, der direkt nach dem letzten Ballwechsel die Sporthalle in der Katharinenplaisir wortlos verließ. Ob es für den in der Leonberger Ecke beheimateten Coach ein Zurück gibt, wird sich zeigen. Wobei über Weihnachten und Silvester ohnehin erst einmal Pause ist, ehe das Training wieder aufgenommen wird und die Vorbereitung auf das letzte Vorrundenspiel am Samstag, 21. Januar, gegen den Tabellenzweiten MTV Ludwigsburg beginnt.

Bis dahin ist dann vermutlich auch die Vakanz bei den Backnangerinnen auf der Position der Libera geklärt. Denn nachdem die dortige Stammkraft Kenouz Abdelkhalek schon seit Längerem ausfällt, fehlte diesmal auch die US-Amerikanerin McKenna Poynter, die ihre Karriere ja eigentlich bereits beendet, zuletzt ihrem Ex-Team allerdings erfolgreich ausgeholfen hatte. Gegen Biberach musste jedenfalls die erst 16-jährige Julia Ebel ran und zeigte bei ihrer Oberliga-Premiere durchaus gute Ansätze.

Überhaupt waren zumindest die ersten drei Sätze recht enge Kisten. Im ersten Durchgang waren es die Gäste aus Oberschwaben, die zumeist knapp die Nase vorne hatten, doch die Backnangerinnen ließen sich nicht abschütteln. Allerdings lag das Team um Zuspielerin Anne Pötzl nur beim 16:15 einmal vorne. Am Ende rettete Biberach ein 25:23 ins Ziel.

Im zweiten Satz war es ebenfalls weitgehend ausgeglichen. Dann zogen die Gäste mal kurz auf 14:11 davon, ehe Backnang nach einem starken Aufschlag von Milana Schroeder beim 17:17 wieder dran und nach dem 20:20 nicht mehr zu halten war. Am Ende war es ein Lob von Haffke, der den Gastgeberinnen das 25:21 und den 1:1-Satzausgleich brachte.

Im dritten Durchgang war es bis zum 20:20 ein ähnlicher Verlauf. Mal lag die TSG vorne, mal die TG aus Oberschwaben. Allerdings hatte Backnang auch Pech mit zwei Angriffsbällen, die auf der Linie sowie einmal deutlich im Feld landeten. Der Schiedsrichter gab sie dennoch Aus und die Punkte gingen an die Gäste. Entscheidend war aber, dass dem Team aus dem Murrtal, bei dem die Maglica-Schwestern Iva und vor allem Vanessa immer wieder für wichtige Punkte sorgten, in der Endphase zwei, drei einfache Abstimmungs- und Konzentrationsfehler unterliefen. Der Satz ging auch deshalb mit 25:21 an das zuvor im Tabellenmittelfeld knapp hinter Backnang platzierte Biberach.

Vielleicht war der Satzverlust der Knackpunkt im gesamten Duell. Es schien jedenfalls so, als hätten die Gäste nun Oberwasser. Im vierten Durchgang zogen sie rasch auf 8:3 davon und die TSG lief danach diesem Fünfpunkterückstand bis zum 19:25 und zum 1:3 hinterher. „Biberach hat es gut gemacht“, anerkannte Haffke einerseits und urteilte andererseits: „Wir hätten gewinnen können.“ Dafür fehlte der TSG es aber nach den vielen Spielen vergangene Woche vielleicht ein wenig an Frische, was wiederum bei Backnang den einen oder anderen einfachen Fehler zu viel zur Folge hatte.

Susann Haffke blickt dennoch auf die zweite Saisonhälfte. „Wir sind mittlerweile gut aufgestellt und können den Rest der Runde optimistisch angehen.“ Erst recht, wenn in den nächsten Tagen die Unsicherheit in der Trainerfrage geklärt wird.

TSG Backnang: Ebel, Vanessa Maglica, Iva Maglica, Haffke, Pötzl, Papara, Schroeder, Menke, Wunderlich.

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Erstellt:
20. Dezember 2021, 11:30 Uhr

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