TSG Backnang: Zufrieden, aber nicht überglücklich

Trainer Holger Ludwig erhofft von seiner Elf eine Steigerung gegenüber dem 1:0-Sieg beim Mitaufsteiger Lörrach-Brombach, wenn der Backnanger Fußball-Oberligist im Heimspiel gegen den Titelfavoriten Stuttgarter Kickers nicht leer ausgehen will.

Bereit für einen Platz in der Startformation: TSG-Mittelfeldmann Julian Geldner, der zuletzt in Lörrach ein wenig verschnaufen durfte. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Bereit für einen Platz in der Startformation: TSG-Mittelfeldmann Julian Geldner, der zuletzt in Lörrach ein wenig verschnaufen durfte. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

„Mit vier Punkten aus den ersten zwei Spielen können wir zufrieden sein.“ Können sie, die TSG-Fußballer und ihr Trainer Holger Ludwig. Doch mit Zufriedenheit ist es für den Oberliga-Aufsteiger aus Backnang nicht getan. Nachlegen ist angesagt. Am besten bereits am Mittwoch ab 18 Uhr. Allerdings gastiert morgen mit den Stuttgarter Kickers ein Titelfavorit in den Etzwiesen. Für die Elf aus dem Murrtal ist es im zweiten Heimspiel der Saison das zweite dicke Brett, nachdem zum Auftakt mit Freiberg der zweite große Meisterschaftsaspirant beim Neuling schon seine Visitenkarte abgab. Da erzielte die TSG ein beachtliches 1:1.

Ein Sieg und ein Unentschieden. Eine gute Bilanz. Holger Ludwig ist trotzdem nicht mit allem einverstanden. Das liegt weniger am Teilerfolg gegen seinen Heimatverein Freiberg, sondern eher am 1:0 beim Mitaufsteiger Lörrach-Brombach. „Das Ergebnis hat gepasst“, sagt der langjährige Oberliga-Akteur in Freiberger und Bissinger Diensten. Auch mit der Defensivleistung war er weitgehend einverstanden, doch „gegen die Kickers können wir uns solche Ungenauigkeiten im Passspiel wie in der ersten Halbzeit in Lörrach sicher nicht erlauben“.

Im zweiten Heimspiel wartet auf Backnang das zweite große Kaliber



In der Tat wartet auf die Elf aus den Etzwiesen morgen ein richtig großes Kaliber. Hinzu kommt, dass Backnang in der ersten englischen Woche der Saison einen Tag weniger Pause hat als die Elf aus Degerloch. Die erzielte den klaren 4:0-Heimsieg zu Hause gegen den südbadischen Pokalsieger Rielasingen-Arlen bereits am Samstag. Die TSG kam in Lörrach erst tags drauf zum Sieg, Sie hatte dabei zuvor rund 300 Kilometer im Omnibus mit Schutzmaske im Gesicht zu bewältigen gehabt. Nach der Partie folgte dasselbe Programm für die Rückfahrt. Backnangs erster Saisonerfolg war definitive mit einigen Strapazen verbunden. Die Stuttgarter Kickers haben da morgen jedenfalls deutlich weniger Reisestress.

Ludwig beschäftigt sich mit dem Thema nicht groß: „Die Saison ist ja noch jung und wir sind froh, dass wir wieder Fußball spielen dürfen.“ Mit Blick auf die bisherigen zwei Partien sowie die beiden kommenden Aufgaben gegen den Ex-Bundesligisten aus der Landeshauptstadt und beim Freiburger FC nächsten Samstag sagt er aber auch: „Ein anspruchsvolles Programm.“ Die morgige Heimpartie ist es vor allem aus sportlicher Sicht, das Auswärtsspiel in vier Tagen zusätzlich noch in Sachen Fahrstrecke. Denn nach den fast 600 Lörrach-Kilometern warten dann nicht ganz 500 Kilometer zum Deutschen Meister von 1907.

Deshalb ist Backnangs Coach froh, personell fast aus dem Vollen schöpfen zu können. Zwar ist Innenverteidiger Michl Bauer weiterhin verletzt, doch der zuvor angeschlagene Abwehrspieler Patrick Tichy saß in Lörrach bereits auf der Bank und sah von dort aus, dass die Vertreter Thomas Doser und Marc Bitzer die Defensive wie schon gegen Freiberg gut organisierten. „Für einen Trainer ist es eine glückliche Fügung, wenn er Alternativen hat“, sagt Ludwig und macht klar, dass das für alle Mannschaftsteile gilt. „In beiden Spielen haben wir von der Bank aus Impulse gesetzt.“ Das ermöglicht ihm, das stressige Auftaktprogramm etwas abzufedern, „in dem wir rotieren“. In Lörrach zum Beispiel blieb Julian Geldner zunächst draußen. Gegen die Kickers wird der laufstarke Mittelfeldmann wohl wieder in der Startelf stehen und ein anderer auf seine Chance warten müssen.

Mit welcher Anfangsformation die TSG letztendlich aufläuft, kann und will der Trainer noch nicht verraten. Auch weil Marc Bitzer mit einer Platzwunde aus Lörrach heimkehrte und hinter seinem Einsatz noch ein kleines Fragezeichen steht. Vor allem aber, da Ludwig den Ex-Bundesligisten vielleicht überraschen und mit seiner Mannschaft weiterhin unbesiegt bleiben will. Dabei ist ihm durchaus klar, dass „wir nicht der Favorit sind“. Aber er sagt auch. „Ich denke die Kickers wissen, dass es nicht einfach wird.“

Partie bereits ausverkauft

Das Duell des Aufsteigers aus dem Murrtal mit dem Titelfavoriten aus der Landeshauptstadt werden 500 Zuschauer im Stadion mitverfolgen. Mehr Besucher haben die Behörden wegen des Coronavirus und aus Sicherheitsgründen nicht genehmigt. Die Partie ist bereits ausverkauft. Deshalb gibt es morgen auch keine Tageskasse.

Zuletzt standen sich beide Vereine in der Saison 2018/2019 in Pflichtspielen gleich dreimal gegenüber. Immer gewann das Gästeteam. Im WFV-Pokal und im Oberliga-Rückspiel siegte die TSG in Stuttgart jeweils 1:0. Im Hinspiel in Backnang hatten die Kickers mit 2:1 die Nase vorne.

Vom morgigen Duell gibt’s einen Internet-Liveticker unter www.fupa.net/rems-murr . Zudem filmt Kevin Flatau. Die Zusammenfassung ist unter www.bkz.de zu sehen .

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Erstellt:
1. September 2020, 06:00 Uhr

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