Viel Dankbarkeit und große Zufriedenheit

Beim 24. Aspacher Volkslauf strahlen Organisatoren und Sportler. Die Läufer freuen sich, da sie vor ihrer Haustür wieder einen Wettbewerb bestreiten konnten, und die Murrtal-Runners, weil sie trotz der Einschränkungen wegen Corona nur ein Drittel weniger Teilnehmer haben.

Wie an einer Perlenschnur aufgereiht gingen die 105 Sportler auf die Strecke. Viele bedankten sich bei den Murrtal-Runners, dass der Lauf trotz Coronaregeln veranstaltet wurde. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Wie an einer Perlenschnur aufgereiht gingen die 105 Sportler auf die Strecke. Viele bedankten sich bei den Murrtal-Runners, dass der Lauf trotz Coronaregeln veranstaltet wurde. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

„Wir sind sehr zufrieden“, stellte Matthias Nothstein fest und hatte eine knappe halbe Stunde vor dem Start des 24. Aspacher Volkslaufs vor allem die Teilnehmerzahl im Blick. Mit 105 Männern und Frauen waren es knapp ein Drittel weniger Sportler als 2019, dem letzten Lauf rund um Kleinaspach, der nicht vom Coronavirus beeinflusst war. Diesmal mussten der Vorsitzende der Murrtal-Runners und seine Helfer einige Regeln und Vorschriften beachten, damit sie die Läufer auf die 10 Kilometer lange Strecke schicken durften. So gab es zum Beispiel weder vor noch in der Hardtwaldhalle eine richtige Bewirtung, auch die Umkleiden sowie Duschen blieben zu und am Start standen die Läufer nicht dicht gedrängt auf einem Haufen neben-, sondern mit einigermaßen Abstand hintereinander.

Es war eben alles ein wenig hemdsärmelig und dennoch erzählte Nothstein am Ende mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen: „Viele Läufer haben sich bei mir bedankt, dass wir die Veranstaltung durchgezogen haben.“ Zu diesen Personen zählte Gernot Gruber, seines Zeichens laufaffiner SPD-Landtagsabgeordneter aus Backnang. Er war gesundheitlich zwar leicht angeschlagen, hatte es sich aber trotzdem nicht nehmen lassen, mit Althüttes Bürgermeister Reinhold Sczuka das Team Sportkreis Rems-Murr zu vertreten.

Ein anderer war Jürgen Cheasy Trzcinski, der nach dem Rennen berichtete: „Alles einwandfrei gelaufen.“ Selbst mit dem leichten Regen hatte der 55-Jährige „kein Problem“ gehabt, schließlich „spürt man, dass die Leute sich nach solchen Wettkämpfen hier in der Region ersehnen“. Deshalb hofft er nun, dass „in Backnang der Silvesterlauf dieses Jahr stattfindet“. Die Chancen dafür stehen gut. Auch wenn in Zeiten von Corona derzeit keine Veranstaltung garantiert zu sein scheint.

War eine Klasse für sich: Philipp Hoffmann. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

War eine Klasse für sich: Philipp Hoffmann. Foto: A. Becher

Das weiß auch Thomas Hartmann, in Aspach als Teilnehmer am Start und zuvor bereits als Mitorganisator des Backnanger Citytriathlons einer, der weiß, was ein Veranstalter heutzutage alles beachten muss, damit Sport stattfinden kann. „Ich habe die Aspacher schon im Vorfeld ermuntert, dass die Sportler es ihnen danken, wenn sie den Lauf machen. Das hat sich jetzt gezeigt.“ Er habe nur zufriedene Gesichter gesehen, erzählt der 58-Jährige und fand nur einen kleinen Wermutstropfen, der derzeit allerdings sehr vielen Veranstaltern zu schaffen macht. „Die Kinderwettkämpfe fallen halt derzeit hinten runter. Es gibt keine. Wenn irgendein Organisator das in den Griff bekommen würde, dann wäre dies das Tüpfelchen aufs i.“

Momentan sind die wenigen, die wie die Murrtal-Runners trotz all der Einschränkungen ihre Wettkämpfe anbieten, allerdings froh, dass überhaupt wieder ein wenig geht. So wie Matthias Hesser von den Rietenauer Quellenläufern, die zum Beispiel einen Wettkampf veranstalteten, in dem jeder für sich alleine gegen die Zeit lief. „Man spürt, dass die Leute gottfroh sind, wieder miteinander laufen zu können.“ Selbst wenn sie auf etwas Abstand gehen müssen.

Nothstein jedenfalls war froh, dass sich bei der Umfrage in seinem Klub die Mehrheit dafür ausgesprochen hatte, den Lauf zu machen. Aber nicht nur das. Die Helfer waren auch zur Stelle, als angepackt werden musste: „Alle haben mitgezogen, das war klasse.“

Favoriten setzen sich durch

Sportlich lief es in Kleinaspach vor allem für die Gewinner Philipp Hoffmann und Sandra Burkhardt richtig gut. Beide verbesserten bei ihren Siegen ihre bisherigen Bestzeiten. Hoffmann (LG Weissacher Tal) war nach 35:46,2 Minuten im Ziel und hatte bei den Männern auf den zweitplatzierten Ralph Müller (VfL Waiblingen) über drei Minuten Vorsprung (38:54,1). „Ich bin hoch zufrieden. Vor zwei Jahren bin ich hier eine 37er-Zeit gelaufen.“ Ähnliches war von Sandra Burkhardt (Team Ehmann) zu hören, deren 40:05,8 Minuten im Gesamtfeld Rang fünf und bei den Frauen den Sieg vor der Waiblingerin Bianca Böhnke 41:45,1 bedeuteten.

Neu war der Kurs, den die Organisatoren wählen mussten, da ein Teil der bisherigen Strecke von Behörden im Nachbarkreis Ludwigsburg nicht freigegeben worden war. So entstand ein einem Kleeblatt ähnelnder Kurs mit insgesamt vier Wendepunkten, die die Läufer zusätzlich etwas Kraft kosteten.

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Erstellt:
2. November 2021, 06:00 Uhr

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