Viel Glanz, große Enttäuschung

Kunstradfahrerin Viola Brand patzt beim Weltcup-Finale, gefällt aber beim Auftritt im Fernsehen

Beim RTL-Supertalent klappte alles und die Weissacher Kunstradfahrerin Viola Brand erhielt von den Juroren Bruce Darnell, Sylvie Meis und Dieter Bohlen gleich dreimal ein Ja. Ganz so viel Glanz wie im Fernsehen war der Europameisterin auf sportlicher Bühne aber nicht vergönnt. Beim Weltcup-Finale in Erlenbach belegte die 24-Jährige nur Rang vier und landete in der Gesamtwertung auf Platz drei.

Glänzte beim RTL-Supertalent und überzeugte das Publikum sowie die Jury: Viola Brand.Foto: RTL

Glänzte beim RTL-Supertalent und überzeugte das Publikum sowie die Jury: Viola Brand.Foto: RTL

(ws/uwe). Gleich zweimal stand Viola Brand am Samstag im Blickpunkt. Beim Weltcup-Finale in Erlenbach bei Heilbronn und bei ihrem Auftritt beim RTL-Supertalent im Fernsehen. Die Aufzeichnung vom August flimmerte am Abend zur besten Sendezeit über die Schirme und zeigte eine Weissacher Kunstradfahrerin in Bestform. Die drei Juroren jedenfalls überzeugte die Studentin, bekam prompt von allen dreien ein Ja und darf nun auf einen Start im Finale im Dezember und auf 100000 Euro Siegprämie hoffen. Klar, dass die Weissacherin mit ihrem Fernsehauftritt zufrieden war. Gleichzeitig gestand sie aber ein, dass sogar eine Europameisterin angesichts eines Millionenpublikums an den Schirmen aufgeregter ist als bei normalen Wettkämpfen: „Nervosität gehört dazu. Vor diesem Auftritt war ich aber natürlich besonders gespannt.“ Dieter Bohlen war das nicht entgangen. Der Poptitan zur zweifachen Vizeweltmeisterin: „Normalerweise lachen die Leute ja bei ihren Performances, als ob es ganz leicht aussieht. Aber bei dir hatte ich das Gefühl, dass du dich voll konzentriert hast.“ Das gelang Viola Brand beim ersten Weltcup-Finale in der Geschichte des Kunstradsports nicht so gut. Dabei lag sie im Einer der Frauen nach den dritten Plätzen in Prag (Tschechien) und Heerlen (Niederlande) sowie dem Sieg in Hongkong fast gleichauf mit Maren Haase (Hoffnungsthal) und Weltmeisterin Milena Slupina (Bernlohe). Am Ende wurde es in der Gesamtwertung Rang drei hinter Haase und Slupina. Wobei Weltmeisterin Slupina bis fünf Sekunden vor Schluss ihrer Übung wie die Siegerin aussah, dann noch vom Rad musste und mit 178,04 Punkten noch hinter Gewinnerin Haase (181,91) zurückfiel. Bis zum Sattellenkerhandstand läuft in Erlenbach alles perfekt Für Viola Brand vom RSV Unterweissach reichte es gar nur zu Platz vier der Tageswertung, nachdem sie sich mit 156,82 Punkten zufriedengeben musste und damit auch die Österreicherin Sandra Boller (160,97) an sich vorbeiziehen lassen musste. Dabei hatte das Finale für Brand gut begonnen. Der Lenkerhandstand klappte perfekt. Und auch die nachfolgenden Übungen passten. Dann kam der Sattellenkerhandstand, den sie beim ersten Versuch abbrechen musste. „Noch mal“, rief Mutter und Trainerin Heike Brand rein. Und Viola Brand drückte ihn hoch, stürzte aber unmittelbar danach. Sie stieg gleich wieder aufs Rad um wenig Zeit zu verlieren. In der Steiger-Rückwärts-Serie der nächste Sturz. Damit war alles gelaufen. „Natürlich hätte ich gern mit einer besseren Kür dieses Wettkampfjahr beendet“, so die sichtlich enttäuschte Weissacherin, „aber irgendwie war im letzten Halbjahr einfach der Wurm drin und dementsprechend bin ich jetzt schon enttäuscht. Ich freue mich aber dennoch über den dritten Platz in der Gesamtwertung.“ Heike Brand wusste nicht so recht, was sie sagen soll: „Im Training hat es gut geklappt. Wir können nach wie vor keine konkreten Ursachen für den verpatzten Wettkampf erkennen.“ Eventuell seien es die Strapazen eines langen Sportjahrs gewesen, so die Trainerin, die anmerkte: „Viola hatte einen Saisonhöhepunkt nach dem anderen. Wettkämpfe von Februar bis November. Zum ersten Mal die EM-Qualifikation, die EM sowie die vier Weltcups zusätzlich. Dazu noch der Bachelorabschluss im Sommer.“ Viola Brand hatte da das Erlebnis Erlenbach fast schon abgehakt und blickte bereits nach vorne: „Jetzt freue ich mich aufs Aufbautraining für die nächste Saison, die mit dem ersten Durchgang des Weltcups im März 2019 in Prag beginnt.“ Und dann ist da ja noch die Sache mit dem RTL-Supertalent, bei dem sie dank eines alle überzeugenden Auftritts auf das Finale im Dezember hoffen darf.

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Erstellt:
20. November 2018, 06:00 Uhr

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