Volleyball-Europapokal
Viel Positives trotz Pokal-Aus
Allianz MTV Stuttgart zieht trotz des 2:3 gegen Galatasaray Istanbul und sieben kaputter Sitze ein positives Fazit des Europapokalabends.
© Baumann
Allianz MTV Stuttgart liefert eine starke Vorstellung ab.
Von Henning Maak
Nachdem der 3:2-Sieg (23:25, 23:25, 25:21, 25:23, 15:11) von Galatasaray Istanbul in der Scharrena am Mittwochabend feststand, gab es erstmal Erinnerungsbilder: Britt Bongaerts und Eline Timmerman, beide mittlerweile beim türkischen Spitzenclub unter Vertrag, posierten mit ihren ehemaligen Teamkolleginnen Krystal Rivers, Roosa Koskelo und Maria Segura Palleres. Britt Bongaerts zollte ihrem unterlegenen Ex-Verein Respekt: „Wir wussten, dass es in Stuttgart schwierig ist, und nach dem 0:2-Satzrückstand war der Druck hoch. Aber wir sind ruhig geblieben, und am Ende hat es für uns gereicht“, meinte die Niederländerin, die 2024 das Triple mit Allianz MTV geholt hatte.
Zuvor hatten Bongaerts und Timmerman nach dem umkämpften Erfolg im Play-off-Rückspiel des CEV Volleyball Cups zusammen mit ihren Mannschaftskolleginnen vor dem Block der rund 250 rot und orange gekleideten Galatasaray-Fans gefeiert, die ihr Team mit Gesängen, Schlachtrufen und Choreografien frenetisch unterstützt hatten. Anders als vor knapp zwei Jahren, als Fans von Fenerbahce Istanbul bei einem Champions League-Spiel fast 40 Sitze demoliert und einen Sachschaden im fünfstelligen Bereich verursacht hatten, verhielten sich die türkischen Fans diesmal jedoch friedlich.
„Wir waren besser vorbereitet, und es war sicher hilfreich, dass die Polizei in der Scharrena Präsenz gezeigt hat“, erklärt Geschäftsführer Aurel Irion. Bedauerlich sei es, dass auch diesmal wieder sieben Sitze beschädigt worden seien. Der Schaden sei jedoch deutlich geringer. Sofern nicht durch das Sportamt Ersatz beschafft werden kann, will Irion die Rechnung an Galatasaray Istanbul schicken. „Vielleicht winken die das einfach durch“, meint der Geschäftsführer, der ansonsten mit der Allianz über eine Kulanzlösung sprechen will.
Und immerhin noch einen positiven Nebeneffekt hat das Aus im CEV-Pokal: Dem Team bleibt das Viertelfinal-Rückspiel drei Tage vor dem Pokalfinale in Mannheim erspart.
