Volleyballsaison 2020/2021 ist passé

Die drei baden-württembergischen Verbände haben beschlossen, die laufende Runde für die Mannschaften von der Regionalliga abwärts abzubrechen. Für die Oberliga-Frauen der TSG Backnang heißt das, dass nach nur drei Spielen schon Schluss ist.

Die Spielerinnen der TSG Backnang und alle anderen Volleyballer müssen die Saison 2020/2021 abhaken. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Die Spielerinnen der TSG Backnang und alle anderen Volleyballer müssen die Saison 2020/2021 abhaken. Foto: T. Sellmaier

Von Heiko Schmidt

Drei Niederlagen in den ersten drei Saisonspielen kassiert und dabei lediglich einen Punkt geholt – die Volleyballerinnen der TSG Backnang wollten eigentlich die Aufholjagd starten und sich zumindest ins vordere Mittelfeld der Oberliga-Tabelle vorarbeiten. Der erste Versuch wurde durch den zweiten Lockdown zunächst verschoben. Die Coronalage hat sich in der Zwischenzeit zumindest für die Mannschaftssportler in den Hallen kaum verändert. Weiterhin ist kein Training des kompletten Teams möglich. Dies scheint sich in absehbarer Zeit wohl nicht zu ändern. Deshalb haben sich die drei baden-württembergischen Volleyballverbände abgestimmt und dann beschlossen, den Spielbetrieb für die aktiven Mannschaften von der Regionalliga abwärts ohne Wertung für die Saison 2020/2021 einzustellen.

„Das ist schade, aber leider das einzig Sinnvolle“, lautet die erste Reaktion von Backnangs Spielerin Susann Haffke. Sie schiebt gleich nach: „Von unserer Seite her kommt die Entscheidung des Verbands nicht überraschend.“ Trotzdem hatten die Backnangerinnen insgeheim gehofft, vielleicht doch in dieser Saison auf dem Spielfeld stehen zu können. Schließlich hätten sie noch etwas gutzumachen. Denn die TSG war im Herbst vergangenen Jahres mit drei Pleiten in die Runde gestartet. Bei der knappen 2:3-Heimniederlage zum Auftakt gegen den MTV Ludwigsburg II wurde zumindest ein Punkt geholt – beim Volleyball erhält der Sieger bei einem 3:0 oder 3:1 die drei Zähler, der Verlierer geht leer aus. Bei einem 3:2 bekommt der Gewinner zwei Punkte, der Verlierer darf sich immerhin noch über einen Zähler freuen.

Kaderplanung für neue Saison wird demnächst in Angriff genommen.

Die Backnangerinnen mussten sich in den beiden darauffolgenden Partien zu Hause gegen die TSF Ditzingen und bei der TG Biberach jeweils mit 1:3 geschlagen geben. „Es waren drei extrem schwere Gegner“, blickt TSG-Akteurin Susann Haffke zurück. Sie und ihre Mannschaftskolleginnen sind sich aber einig, dass sich ihr Team aus dem Tabellenkeller der Oberliga gearbeitet hätte. „Uns wären mit Sicherheit noch einige Siege gelungen“, so Haffke. Dazu kommt es aber nun nicht mehr. Die Saison 2020/ 2021 ist abgebrochen und Geschichte. Es wird somit von der Regionalliga abwärts keine Meister sowie keine Auf- und Absteiger geben. Somit werden die TSG-Frauen weiterhin in der Oberliga spielen.

Wann jedoch wieder trainiert und geschmettert werden kann, steht noch in den Sternen. „Wir haben total Lust, Volleyball zu spielen“, sagt Haffke. Sie ergänzt: „Wir befinden uns im Wartemodus.“ Und wie geht es mit der Kaderplanung und dem Trainer Youssef Hillaneh weiter? „Von keiner Seite gibt es bislang Signale. Dafür ist die Mitteilung vom Saisonabbruch noch zu frisch. Wir werden uns mit Sicherheit in nächster Zeit austauschen“, antwortet Haffke.

Deutsche Meisterschaften in zwei Senioren-Altersklassen sollen im Juni in Backnang stattfinden

Im Bereich der Jugend und der Senioren wird der Volleyball-Spielbetrieb weiterhin ausgesetzt, lediglich die Baden-Württemberg-Liga der männlichen U 16 wird abgebrochen. Eine Entscheidung zur Absage oder bei Weiterführung zum Spielsystem und zu den Terminen soll von Verbandsseite zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt werden.

Die deutschen Volleyball-Seniorenmeisterschaften, die normalerweise für alle Altersklassen an einem Spielort an Pfingsten ausgetragen werden – für 2021 waren sie in Minden geplant –, finden nun über einen längeren Zeitraum verteilt dezentral mit maximal zwei Alterskategorien an einem Ort in zwei getrennten Sporthallen statt. Backnang hat den Zuschlag für die Austragung der deutschen Meisterschaften der Ü-54-Seniorinnen und Ü-64-Senioren erhalten. Diese Titelkämpfe sollen am 5. und 6. Juni stattfinden. Dies würde sehr gut in den Rahmen der Feierlichkeiten zum 175. Geburtstag der TSG Backnang 1846 passen (so diese stattfinden). Die Teilnehmer sind gespannt, aber auch skeptisch, ob Anfang Juni solche Meisterschaften bereits ausgetragen werden können. Die Qualifikationsspiele dafür, die bereits fest terminiert sind, müssen allerdings davor auch noch stattfinden.

Im Bereich des Mixed wird in Württemberg der Spielbetrieb weiterhin ausgesetzt. Eine Entscheidung zur Absage oder bei Weiterführung zum Spielsystem und zu den Terminen soll zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt werden. Die beiden badischen Volleyballverbände haben hingegen den Mixed-Spielbetrieb ohne Wertung abgebrochen.

Das Präsidium des Volleyball-Landesverbands Württemberg (VLW) hat beschlossen, allen Vereinen ein neues Spielangebot zu ermöglichen. Es handelt sich um eine Quattro-Beach-Liga, welche im Juni und Juli durchgeführt werden soll. Die Mannschaften sollen auf diese Art und Weise die Möglichkeit erhalten, sich im Sand beim vier gegen vier (Auswechselspieler sind erlaubt) zu messen. Dabei soll die Geselligkeit (soweit pandemiebedingt möglich) und die Freude im Vordergrund stehen. Dabei wurde die Spielstruktur des Hallenvolleyballs bestmöglich auf den Sand übertragen. Es wird nach den offiziellen Hallenregeln gespielt. In zwei Leistungsklassen wird im Aktiven (männlich und weiblich) und Mixedbereich (1:3) gespielt. Weiterhin gibt es Angebote für die Altersklassen U 14, U 16, U 18, U 20 (männlich und weiblich). Das Angebot des VLW ist für alle Vereine kostenfrei. Nähere Informationen dazu gibt es unter https://www.vlw-online.de/quattro-beach-liga.

Als weitere Kompensation für den eingestellten Spielbetrieb der Hallensaison 2020/2021 hat der Volleyball-Landesverband Württemberg beschlossen, die Mannschaftsbeiträge für die Saison 2021/2022 in allen Bereichen um 25 Prozent zu reduzieren. Weiterhin wurde festgelegt, dass in der Saison 2021/2022 die Spielerbeiträge für die Jugend kostenfrei sein werden. VLW-Geschäftsführer Andreas Burkard betont: „Wir sind froh, dass wir in diesen schwierigen Zeiten neben der bedauerlichen Absage der Saison auch ein besonderes Spielangebot für alle schaffen konnten. Durch die finanziellen Vergünstigungen unterstützen wir die Vereine im Rahmen unserer Möglichkeiten und setzen ein Zeichen der Solidarität.“

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Erstellt:
11. Februar 2021, 06:00 Uhr

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