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Vom Ex-Keeper bis zum heutigen Kapitän

Die Jahrhundertelf der Fußballer der TSG Backnang bietet eine breite Mischung. Vertreten ist dabei mit Lorenz Fischer der Torhüter der Saison 1967/1968 in der Regionalliga wie auch mit Oguzhan Biyik der Spielführer der momentanen Oberliga-Mannschaft.

Eine bunte Mischung aus früheren und aktuellen Spielern gibt es bei der TSG-Jahrhundertelf. Hinzu kommt der Trainer. BKZ-Grafik

Eine bunte Mischung aus früheren und aktuellen Spielern gibt es bei der TSG-Jahrhundertelf. Hinzu kommt der Trainer. BKZ-Grafik

Von Heiko Schmidt

Fünf Abstimmungen übers Internet waren notwendig, ehe die TSG-Jahrhundertelf einschließlich des dazugehörigen Trainers feststand. Diese nehmen die TSG-Urgesteine Dieter Schaupp (Ressortvorstand Verwaltung) und Manfred Bergmüller (Ehrenvorsitzender) unter die Lupe.

Tor: Zwischen den Pfosten der Jahrhundertelf steht Lorenz Fischer. „Er war Teil des sportlichen Höhepunkts bei der TSG, nämlich die Saison 1967/1968 in der Regionalliga Süd, der damaligen zweithöchsten Liga“, erinnert sich Schaupp. Der Etzwiesenklub hatte den Stellvertreter des legendären VfB-Torhüters Günter Sawitzki nach Backnang geholt. „Er war ein bundesligaerfahrener Keeper der Extraklasse mit Strafraumbeherrschung und absoluter Lufthoheit bei Flanken und Eckstößen“, sagt Schaupp. Bergmüller ergänzt: „Lorenz Fischer hat mit mir bis zum Sommer 1950 in der A-Jugend der SKG Erbstetten gespielt.“ Noch heute sieht man Fischer den Sportsmann an, wenn der über 80-Jährige täglich mit seinem Fahrrad unterwegs ist.

Abwehr: Zur Viererkette gehört Hans Bauer, der Vater von Profi Patrick Bauer. „Hans trat schon in der Jugend als großes Talent in Erscheinung. Beim SV Unterweissach von Horst Reber gefördert, holte ihn bald der VfB Stuttgart, wo er zum Stammspieler reifte und es sogar in die Jugend-Nationalmannschaft schaffte“, erklärt Schaupp. Er schiebt nach: „Bei der TSG lieferte Hans nicht nur regelmäßig überdurchschnittliche Leistungen ab, sondern war auch viele Jahre als Jugendtrainer tätig, bis ihn dann bei einem Benefizspiel auf tragische Weise der Herztod auf dem Spielfeld ereilte.“ Zur Innenverteidigung zählt Michl Bauer. „Er ist noch ein junger Spieler, der seinen Leistungshöhepunkt noch nicht erreicht hat. Von ihm erwartet man bei der TSG noch viel. Schon jetzt glänzt er als Abwehrchef. Wenn er bei Eck- oder Freistößen nach vorne eilt, herrscht im gegnerischen Strafraum immer höchste Alarmstufe.“

Positives gibt’s auch über Werner Mögle zu berichten. „Er schonte weder sich noch andere. Der knallharte Defensivmann fing bei den F-Junioren der TSG an und beendete bei der TSG als langjähriger Stammspieler der ersten Mannschaft seine aktive Laufbahn“, erzählt Schaupp und ergänzt: „Er fehlte kaum einmal, war ein Muster an Zuverlässigkeit und Vereinstreue. Nach der Wende zog er aus beruflichen Gründen nach Frankfurt an der Oder. Das hielt ihn aber nicht davon ab, bis heute Mitglied der TSG zu bleiben.“ Andreas Nickel kam von der Jugend des FC Schalke 04 zur TSG. Aufgewachsen war er beim Lokalrivalen FC Viktoria, fand den Weg zur TSG aber erst als Aktiver. „Andy war als Bollwerk in der Abwehr kaum zu überwinden. Kopfballstark und kampfstark ließ er selbst hochkarätige Gegner verzweifeln. Aber auch nach vorne setzte er Akzente“, so Schaupp.

Mittelfeld: Auf der rechten Seite wird Julian Geldner aufgeboten. Das Eigengewächs hat sich dank seiner Kampfkraft und Laufbereitschaft in die Herzen der TSG-Fans gespielt. „Als eher stiller Mensch lässt er auf dem Spielfeld Taten sprechen“, sagt Schaupp. Er ist auch bei Oguzhan Biyik voll des Lobes: „Der Capitano hat mit seiner Kampfkraft seine Mitspieler immer wieder zu großen Leistungen mitgerissen. Aufgeben ist bei ihm keine Option. Dank dieser Einstellung ist Oguzhan vor allem für die jungen Spieler ein großes Vorbild und ein Motivator.“

Jens Schwab wechselte schon in der Jugend als Talent aus einer TSG-Familie – sein Vater war schon ein Guter – zum VfB Stuttgart. „Zurück an der Murr glänzte der feine Techniker als Spielmacher mit Torgefährlichkeit, aber war sich auch nicht zu schade, in der Abwehr dorthin zu gehen, wo es wehtut“, erinnert sich Schaupp. Shqiprim Binakaj wechselte von der TSG-Jugend zur SG Sonnenhof Großaspach, wo er als Leistungsträger nicht wegzudenken war. Nach seiner Rückkehr zum Etzwiesenteam zeigte er als Techniker gute Spiele in der Oberliga und Verbandsliga. „Unvergessen ist sein Treffer gegen Hollenbach aus zirka 60 Metern, der ihm beinahe den Titel des Torschützen des Monats bei der ARD eingebracht hätte“, so Schaupp.

Sturm: Onufrios Michailidis hat schon in der Jugend bei der TSG gespielt, dann ging er nach Griechenland und kehrte anschließend nach Backnang zurück. „Er hatte einen unwiderstehlichen Zug zum Tor, machte in der Landesliga über 40 Tore in einer Saison und war in vielen Spielen der Matchwinner. Typisch für ihn war, dass er aus Situationen Treffer erzielen konnte, die gar nicht als Torchancen zu sehen waren“, blickt Schaupp zurück. Axel Bohmwetsch kam 1968 zur TSG. Nach fünf Jahren in der Jugend rückte er in die erste Mannschaft auf. „Seine Extraklasse wurde auch bald bei den Stuttgarter Kickers und beim VfB Stuttgart erkannt, ohne dass er zu diesen Vereinen wechselte“, erinnert sich Bergmüller. Zwischen 1973 und 1994 machte Bohmwetsch über 1000 Spiele für die TSG. Nach seiner aktiven Laufbahn half er in der Reserve aus und war Spielertrainer der TSG-Traditionsmannschaft. „Dank seiner unheimlichen Dynamik, Technik und Sprungkraft machte er seine Treffer“, würdigt Schaupp den Torjäger.

Trainer: Markus Lang führte die TSG innerhalb kürzester Zeit aus der Landesliga über die Verbands- in die Oberliga. „Dem Leiter der Fußballschule Elfwerken gelang dies dank hoher Fachkompetenz, akribischer Vorbereitung und einem Führungsstil, der für gute Laune bei allen Beteiligten sorgte, ohne kumpelhaft zu sein“, erklärt Schaupp. Bei der SG Sonnenhof zeigt Lang jetzt, dass er mit jungen Menschen besonders gut arbeiten kann.

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Erstellt:
21. Juli 2020, 06:00 Uhr

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