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Warum der Turbo noch nicht zündet

Die Effektivität von Nicolas Gonzalez ist bei null Toren und einer Vorlage in 15 Einsätzen mangelhaft

Wolfsburg Natürlich bekommt man es auch in der Fußball-Bundesliga nicht nur mit Kanten vom Format des Anthony Brooks zu tun. Immerhin misst der Wolfsburger Innenverteidiger stolze 1,93 Meter – und ist dabei sehr athletisch unterwegs. Es war also kein Wunder, dass Nicolas Gonzalez, der einst so hoffnungsvoll in die Saison gestartete VfB-Neuzugang von den Argentinos Juniors, in der VfL-Arena Mitte der zweiten Halbzeit beim Versuch eines Kopfballduells von Brooks abprallte, als sei er ein Flummi.

„Er könnte auch ganz vorne spielen, aber ich sehe ihn eher links. Für junge Spieler ist es wichtig, nicht so oft die Position zu wechseln“, das hatte der Stuttgarter Trainer Markus Weinzierl gesagt, als er Anfang Oktober das Zepter von Tayfun Korkut übernahm. Denn unter Korkut war Gonzalez auch häufiger als Nebenmann von Mario Gomez beschäftigt gewesen. In Wolfsburg nun hieß der Gegenspieler von „El Turbo“ auf dem Flügel daher vornehmlich nicht Anthony Brooks, sondern es war der Brasilianer William. Ein Mann, dem Gonzalez auch von der Körpergröße eher auf Augenhöhe begegnet. Viel Wille war bei der Stuttgarter Nummer 22 im Duell mit William zu spüren – doch allzu oft blieb Gonzalez auch in den Duellen mit dem Rechtsverteidiger der zweite Sieger.

Wobei der Kern des Gonzalez-Problems bereits analysiert wäre. Der junge Offensivspieler aus Belen de Escobar, der wie die großen Stars namens Diego Maradona oder Juan Riquelme im Trikot der Juniors den Sprung in den Profifußball vollzog, ist mit seinen 20 Jahren zwar ein großes Ver­sprechen auf die Zukunft. Doch im Hier und Jetzt fehlt es Gonzalez zwar nicht an der Einsatzbereitschaft, wohl aber an der Durchsetzungskraft – und vor allem an ­Effektivität.

„Er wird nicht wie ein Komet am Fußballhimmel über Stuttgart auftauchen, sondern braucht seine Eingewöhnungszeit“, das hatte der Stuttgarter Manager Michael Reschke im Sommer nach der Verpflichtung von Gonzalez für eine Ablösesumme von 8,5 Millionen Euro gesagt. Doch ein bisschen mehr Zählbares hatte man sich bei den Weiß-Roten schon von dem neben Emiliano Insua und Santiago Ascacibar dritten Argentinier im Kader versprochen.

Von den bisherigen 16 Partien hat Nicolas Gonzalez in 15 gespielt, davon stand er zwölfmal in der Startelf. Aber ein Tor hat der Novize noch nicht geschossen. Zudem ist ihm in all den Spielen gerade mal eine Torvorlage gelungen. Das war am vergangenen Samstag in der Heimpartie gegen die Hertha, als er Gomez per Kopf das 1:1 auflegte.

Allzu ungewöhnlich ist diese mäßige Bilanz von Gonzalez für einen Spieler seines Alters und seiner südamerikanischen Herkunft nicht. „Es ist vieles ganz anders“, sagt der Offensivspieler, der sich in Stuttgart an eine fremde Liga und außerhalb des Platzes an eine neue Kultur gewöhnen muss. „In Argentinien wird auch hart gespielt, das bin ich gewohnt“, sagt Gonzalez: „Doch das Tempo in der Bundesliga ist höher.“

Längst hätte der Youngster in einem anderen Team eine schöpferische Pause erhalten. Doch in Stuttgart lässt dies der Kader nicht zu – woran nicht allein die aktuelle Personalmisere schuld ist. Und so musste der Argentinier weiter ran, obwohl er sich zwischenzeitlich an der Wade verletzte. Klar ist, dass Reschke den VfB gerade auf den Außenpositionen verstärken wird. Denn Nicolas Gonzalez soll sich zwischendurch auch mal von den Duellen mit Brooks und Co. erholen.

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Erstellt:
21. Dezember 2018, 11:42 Uhr

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