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Wasserspringer Hausding peilt Tokio 2021 an: „Haue nicht ab“

dpa Berlin. Der Rekordeuropameister bleibt nach der Verlegung der Sommerspiele an Bord. Jetzt soll Patrick Hausding eben 2021 ein großer Olympia-Abschied glücken. Aktuell muss er Trainings-Herausforderungen meistern - mit „brennendem Bauch“ oder der Freundin auf dem Rücken.

Patrick Hausding peilt Tokio 2021. Foto: Bernd Thissen/dpa

Patrick Hausding peilt Tokio 2021. Foto: Bernd Thissen/dpa

Mit dem vertagten Olympia-Abschied hat sich Rekordeuropameister Patrick Hausding längst abgefunden. „Ich habe mir Tokio 2021 als Ziel vorgenommen, ich haue jetzt wegen der Verlegung nicht ab“, sagt Deutschlands bester Wasserspringer.

„Und meine Meinung für die Zeit nach Olympia bleibt dieselbe. Ich will schauen, wie Olympia verläuft, was danach kommt, was es für Möglichkeiten gibt. Sollte ich überlegen, weiterzumachen, muss man schauen, wie viel Spaß ich noch habe und ob ich das privat vereinbaren kann.“

Die Sommerspiele waren wegen der Coronavirus-Pandemie von diesem ins kommende Jahr verlegt worden. Bei der Verschiebung hätte sich Hausding allerdings ein etwas anderes Vorgehen der Organisatoren gewünscht. „Die Situation rund um die Verlegung der Olympischen Spiele sehe ich mit gemischten Gefühlen“, sagte der Berliner. „Ich hätte es gut gefunden, wenn das IOC transparenter mit finanziellen und politischen Aspekten einer Verschiebung umgegangen wäre. Aber am Ende haben ja zum Glück die gesundheitlichen Gründe überwogen.“

Tokio soll die letzte Olympia-Station der großen Wassersprung-Karriere von Hausding werden - jetzt will er eben im nächsten Jahr vom 23. Juli bis 8. August im Idealfall noch einmal eine Medaille gewinnen. Olympia-Silber 2008 und Olympia-Bronze 2016, etliche WM- und EM-Plaketten und den Rekord von 15 Europameister-Titeln konnte Hausding nach seinen ungezählten Schrauben und Salti bejubeln. Unzählbar dürfte die Gesamtzahl seiner Sprünge sein. 200.000 dürften es „locker“ sein, mutmaßte er.

In den letzten Wochen sind jedenfalls keine dazugekommen. „Wir können ja als Wasserspringer nicht im Homeoffice arbeiten“, sagte der 31-Jährige. „Man muss sich manchmal schon durchringen, Sport zu machen. Es ist schwer, sich zu motivieren, wenn man keine Saisonplanung hat.“ Es ist nicht wirklich klar, wann und ob es in diesem Jahr wenigstens eine EM gibt. Diese war aus dem Mai in den August verlegt worden. Zumindest erstmal.

„Die Olympia-Verschiebung hat viel Druck genommen. Wenn jetzt noch klar ist, was mit der Europameisterschaft ist, könnte man weitere Planungen vorantreiben“, sagte Lutz Buschkow. Der Bundestrainer freut sich, dass Hausding, der „Sechser im Lotto“, weiter an Bord seines Kaders ist. „Patrick hat sich klar positioniert und gesagt, er macht weiter. Das freut mich natürlich und zeigt Patricks positive Grundeinstellung“, sagte Buschkow über seinen Vorzeigespringer.

Diese positive Grundeinstellung wird aktuell im Trainingsalltag auf eine harte Probe gestellt. Ein paar Geräte hat sich der Lehramtsstudent (Deutsch und Englisch) aus dem Trainingszentrum ausgeliehen, Kraft- oder Dehnübungen kann er zu Hause durchführen. „Ich habe auch schon Kniebeugen mit der Freundin auf dem Rücken gemacht“, beschrieb Hausding einen kreativen Ansatz. „Um so viel zu trainieren wie sonst, müsste ich theoretisch drei Stunden am Tag meinen Körper fordern. Ich kann 30 Sit-ups machen bis der Bauch brennt: Das macht man drei, vier Mal und dann ist der Bauch für den Tag durch.“

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Erstellt:
25. April 2020, 05:00 Uhr

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