Corona-Chaos beim Giro: Zwei Topfahrer und zwei Teams raus

dpa Lanciano. Bereits nach dem ersten Ruhetag versinkt der 103. Giro d'Italia im Corona-Chaos und dünnt das Teilnehmerfeld der Italien-Rundfahrt sichtlich aus. Auch Topfahrer sind betroffen.

Muss den 103. Giro d'Italia vorzeitig beenden: Steven Kruijswijk. Foto: Yorick Jansens/BELGA/dpa

Muss den 103. Giro d'Italia vorzeitig beenden: Steven Kruijswijk. Foto: Yorick Jansens/BELGA/dpa

Was der Tour de France in drei Wochen erspart blieb, bekommt der Giro d'Italia mit voller Wucht schon nach dem ersten Ruhetag zu spüren.

Zwei Topfahrer und zwei Teams beenden kurz vor dem Start der zehnten Etappe wegen positiver Corona-Fälle die 103. Italien-Rundfahrt. Wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten, wurden zwei Fahrer und sechs weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Die zwei positiv getesteten Radprofis sind durchaus klangvolle Namen. So müssen der auf Platz elf der Gesamtwertung liegende Niederländer Steven Kruijswijk, im Vorjahr Dritter der Tour de France, sowie der Australier Michael Matthews, der bereits mehrere Etappen bei allen drei großen Landesrundfahrten gewinnen konnte, den Giro vorzeitig beenden. Dies teilten Kruijswijks Team Jumbo-Visma und Matthews' deutscher Sunweb-Rennstall kurz vor dem Start der Etappe mit. Die niederländische Jumbo-Visma-Equipe um die beiden Deutschen Tony Martin und Christoph Pfingsten kündigte kurze Zeit später den kompletten Giro-Rückzug an.

Zuvor hatte bereits das australische Mitchelton-Scott-Team verkündet, die Mannschaft wegen vier positiv getesteter Team-Mitglieder aus dem Rennen zu nehmen. „Aus sozialer Verantwortung gegenüber unseren Fahrern und Mitarbeitern, dem Fahrerfeld und der Rennorganisation haben wir die klare Entscheidung getroffen, uns vom Giro d'Italia zurückzuziehen“, heißt es in einer Mitteilung. Schon am Samstag hatte der britische Teamkapitän und Mitfavorit Simon Yates die Rundfahrt wegen eines positiven Tests beenden müssen.

Somit begaben sich am Dienstag nur noch 145 Radprofis auf die 177 Kilometer von Lanciano nach Tortoreto. Einen Abbruch des Rennens hält Giro-Direktor Mauro Vegni vorerst nicht für nötig. „Ich glaube nicht, dass das Risiko besteht, das Rennen zu stoppen. Wir haben bereits 1500 Tests durchgeführt, ein Team war besonders betroffen, beim Rest war es nur eine Person pro Team“, sagte er vor dem Etappenstart.

Auch von der französischen Mannschaft Ag2r-La Mondiale und dem britischen Team Ineos Grenadiers wurde jeweils eine Person aus dem Betreuerstab positiv getestet. Insgesamt wurden laut Veranstalter RCS in den letzten Tagen 571 Covid-19-Tests durchgeführt. Bei der diesjährigen Tour der France gab keiner der Fahrer einen positiven Test ab. Lediglich vier Team-Betreuer und Tour-Chef Christian Prudhomme wurden positiv auf das Virus getestet.

© dpa-infocom, dpa:201013-99-924710/6

Muss den 103. Giro d'Italia vorzeitig beenden: Steven Kruijswijk. Foto: Marco Alpozzi/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Muss den 103. Giro d'Italia vorzeitig beenden: Steven Kruijswijk. Foto: Marco Alpozzi/LaPresse via ZUMA Press/dpa

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Erstellt:
13. Oktober 2020, 10:51 Uhr

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