Weite Sätze und einige schnelle Zeiten

Beim Run and Jump auf der renovierten Weissacher Leichtathletikanlage tummeln sich Stars wie die Olympiastarterin Alina Rotaru-Kottmann und das eine oder andere Sternchen zwischen den Lokalmatadoren und den zahlreichen Nachwuchssportlern aus der Region.

Im Blickpunkt in Weissach: die rumänische Olympiastarterin Alina Rotaru-Kottmann, die für den VfB Stuttgart startet. Foto: Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Im Blickpunkt in Weissach: die rumänische Olympiastarterin Alina Rotaru-Kottmann, die für den VfB Stuttgart startet. Foto: Tobias Sellmaier

Von Uwe Flegel

Das größte Problem hatten Timo Kühnert und seine Mitstreiter von der LG Weissacher Tal bereits am Vorabend gelöst. Da für Top-Springer wie den Stuttgarter Max Kottmann und Top-Springerinnen wie die ebenfalls für den VfB startende rumänische Olympiateilnehmerin Alina Rotaru-Kottmann der eigentliche Anlauf im Stadion am Bize nicht lang genug war, hatte ein Teil der Bahnumrandung ebenso wie zwei Stangen von der Zuschauerbalustrade entfernt werden und die dortigen Platten auf den Zuschauerrängen mit Kunstrasen ausgelegt werden müssen. Schließlich sollten die Leichtathleten beim Run and Jump im Täle gute Bedingungen vorfinden.

Zumindest wettertechnisch passte alles, mögen es doch Sprinter und Springer gerne richtig warm. Wenn Zuschauer, Trainer, Betreuer und die Sportler, die gerade Pause haben, in den Schatten flüchten, dann herrschen auf den Sprung- und Laufbahnen fast ideale Bedingungen. So wie im Täle auf der frisch renovierten Leichtathletikanlage, für welche die Veranstaltung mit rund 200 Teilnehmern und über 300 Starts der erste offizielle Wettkampf war. Einer, bei dem nicht nur der Nachwuchs aus der Region mitmischte, sondern zu dem auch große Vereine wie der VfB Stuttgart, die LG Karlsruhe oder die MTG Mannheim starke Sportler geschickt hatten.

Auf das Trainingslager in Florida folgen die Starts im Weissacher Tal

Für die Athleten aus der Landeshauptstadt um ihren Trainer Micky Corucle war es gar die erste Herausforderung nach dem Trainingslager in Orlando in den USA. „Für Sportler wie Alina Rotaru-Kottmann beginnen am 1. Juni die großen internationalen Meetings. Da brauchst du dann einfach zuvor noch zwei, drei Wettkämpfe als Übung, auch um das eine oder andere noch zu testen“, erklärte der Coach, weshalb eine Weitspringerin mit einer Bestweite von 6,91 Metern im Täle an den Start geht.

Wobei sich Leichtathletikweltklasse ja nicht zum ersten Mal im Bize-Stadion zeigt. Denn bis zum Sommer 2007 setzte 15 Jahre lang alljährlich ein Teil der Weltspitze des Stabhochsprungs der Frauen im Weissacher Tal zum Höhenflug an. Der LG-Vorsitzende Timo Kühnert machte aber klar, dass das mit dem Run and Jump nicht zu vergleichen sei: „Das, was wir jetzt machen, hat einen ganz anderen Charakter. Wir wollen einfach unseren großen und auch kleinen Athleten die Möglichkeit bieten, sich vor dem eigenen Publikum zu zeigen und vielleicht auch mal mit richtigen Klasseleuten zu messen.“ So wie es Lena Schlag, Kathrin Wurst, Philipp Hoffmann oder die Brüder Aydin und Tayfun Tekdal taten und dabei durchaus ordentlich mitmischten. Aydin Tekdal schrammte zum Beispiel als Vierter über 200 Meter in 22,81 Sekunden nur knapp an einem Podestplatz vorbei. Und das im Vergleich mit Leuten wie den schnellen Karlsruhern Marvin Hock und Heiko Gussmann, die über 100 Meter mit 10,87 und 10,81 Sekunden sowie über 200 Meter mit 21,71 und 21,75 Sekunden richtig schnell waren.

Impressionen vom Run and Jump auf der renovierten Weissacher Leichtathletikanlage

Impressionen vom Run and Jump auf der renovierten Weissacher Leichtathletikanlage

/

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Eben jener Heiko Gussmann, die Stuttgarter Dreispringerin Jennifer Dossey wie auch Alina Rotaru-Kottmann oder ihr Mann Max Kottmann (Bestweite 7,71 Meter) zählten zu den Startern, die Weissach vermutlich selten sieht. Die ersten beiden versuchten, die Normen für die Junioren-Weltmeisterschaften zu schaffen. Die beiden Stuttgarter Weitspringer machten auf dem Weg, sich für internationale oder nationale Wettkämpfe in Form zu bringen, im Täle Station. Wichtig war es Kühnert und seinen Mitstreiter aber vor allem, bei ihrer Veranstaltung neben solchen Sternchen und Stars den Nachwuchs mit im Boot zu haben. Ab den Altersklassen M und W 12 gab es deshalb Wettkämpfe. Für den einen oder anderen Nachwuchsleichtathleten von der gastgebenden LG Weissacher Tal, der Spvgg Kirchenkirnberg, der TSG Backnang, den TSF Welzheim, dem TSV Leutenbach und anderen Klubs aus der Region dürfte es durchaus motivierend gewesen sein, in einer Veranstaltung und im direkten Kontakt mit großen Talenten wie einer Olympiateilnehmerin und ehemaligen WM-Sechsten Rotaru-Kottmann starten zu dürfen. Zumal die trotz des Testcharakters ihres Wettkampfes regelmäßig Sprünge über sechs Meter zeigte. Dabei war es für sie ja nur eine Art Training unter Wettkampfbedingungen nach einem anstrengenden Trainingslager in Florida, weshalb sie dann am Ende auch nicht offiziell in den Ergebnislisten auftauchte.

Für Kühnert und die rund 40 Helfer von der LG Weissacher Tal war das aber kein großes Problem. Denn das hatten sie ja schon am Vortag gelöst, in dem sie mit schwäbischer Tüftelei im Stadion am Bildungszentrum einen Anlauf bauten, der auch für die großen Weitspringer ausreichte.

Zum Artikel

Erstellt:
23. Mai 2022, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Rems-Murr-Sport

Auenwaldlauf: Bewährtes und auch Neues

Die 13. Auflage der zweiten Veranstaltung des Laufcups Schwäbisch-Fränkischer Wald steht am kommenden Samstag an. Die Strecke und die Startzeiten bleiben dabei unverändert. Allerdings dürfen nur noch Läufer starten, die sich bis heute um 24 Uhr online angemeldet haben.

Rems-Murr-Sport

SGM-Fußballerinnen bejubeln das Triple

Aufstiegsgeschichten Die Runde bleibt für die Spielgemeinschaft der beiden Vereine SG Oppenweiler und FV Sulzbach unvergessen. Das erste Team holt den Titel in der Bezirksliga Stuttgart/Rems-Murr und ist Bezirkspokalsieger. Die Zweite wird Meister in der Bezirksliga Enz-Murr.