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Weiterer Schritt zu den Olympischen Spielen

Backnangs Judoka Katharina Menz sichert sich beim Grand Prix im chinesischen Hohhot im Leichtgewicht die Bronzemedaille

Eine weitere Medaille, ein weiterer Schritt in Richtung Olympia: TSG-Judoka Katharina Menz gewann gestern Bronze beim Grand Prix im chinesischen Hohhot und sammelte damit Punkte für ihr olympisches Konto. „Es lief zum Glück gut“, freut sich die Backnangerin, vor der in den kommenden Wochen und Monaten ein Trainings- und Wettkampfmarathon liegt.

Katharina Menz (links) zeigt beim Grand Prix in China eine starke Leistung. Foto: Imago

© imago/Sportfoto Rudel

Katharina Menz (links) zeigt beim Grand Prix in China eine starke Leistung. Foto: Imago

Von Katharina Klein

Kaum hatte sich Bundestrainer Claudiu Pusa gesetzt, konnte er auch schon wieder aufstehen. Beim Grand Prix im chinesischen Hohhot legte TSG-Judoka Katharina Menz einen rasanten Start hin. Binnen 36 Sekunden lag Ka Lee Wong aus Hongkong geschlagen auf der Matte. Die Nummer 94 der Weltrangliste war für Menz kein Problem. Die Backnangerin steht in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm auf Rang 19 der Weltrangliste. Wären in diesem Jahr schon die Olympischen Spiele, hätte sie mit dieser Platzierung bereits das Startrecht erlangt. In ziemlich genau zwölf Monaten fällt die tatsächliche Entscheidung, wer sich den Traum von Olympia erfüllen darf. Bis dahin muss die sechsmalige deutsche Meisterin Menz noch einen Marathon im Punktesammeln bei internationalen Wettkämpfen hinlegen. Einer der Relevanten war der Grand Prix in Hohhot und die gewonnene Bronzemedaille ein weiterer Schritt in Richtung Tokio 2020.

Offiziell war ihr anfänglicher Raketensieg nach 36 Sekunden gegen Wong schon die zweite Runde. In der ersten kam Menz kampflos weiter. Deshalb folgte als echter zweiter Kampf bereits das Viertelfinale. Als Kontrahentin wartete auf Menz ihre Weltranglisten-Verfolgerin Yanan Li (Platz 20). Die Chinesin schien eigentlich schlagbar, doch dann fiel Menz. Li ließ sie am Boden im Anschluss nicht mehr los. „Das war echt ärgerlich. Ich hätte sie schlagen können und hatte ihr schon ein Shido aufgedrückt. Ich muss aber sagen, dass sie mich wirklich schön erwischt hat“, gibt die 28-Jährige zu. In der Trostrunde bekam es Menz mit der Mongolin Gerelmaa Erdenetsogt (Weltranglistenplatz 69) zu tun. Diese hat nicht nur einen schwer auszusprechenden Namen, sondern war auch für Menz nicht leicht zu bezwingen, wie sie schildert: „Sie war echt schwer zu werfen. Zum Glück war ich im Griff souverän und konnte ihr drei Strafen aufbrummen.“ Deshalb kam es erst in der Verlängerung, nach insgesamt rund fünfeinhalb Minuten, zur Entscheidung. Mit diesem Erfolg schaffte es Menz in den Kampf um den dritten Platz. Der Sieg über Sabina Giliazova war für sie dann ein ganz besonderer Erfolg: „Sie ist eine sehr unangenehme Gegnerin und ich habe sie schön geworfen. Das hat mich echt gefreut“, erzählt sie von ihrem Triumph über die Nummer 28 der Weltrangliste.

Für Menz ist es die zweite Bronzemedaille bei einem hochrangigen internationalen Turnier in diesem Jahr. Im März wurde sie Dritte beim Grand Prix in Marrakesch. Beim Grand Prix in Antalya im April und beim Grand Slam in Baku Anfang Mai schied sie hingegen nach wenigen Kämpfen aus. Es folgte ein Abstecher nach Korea ins Trainingslager, von wo aus es direkt weiter nach China ging.

Nun kehrt die Masterstudentin im Urlaubssemester erst mal nach Deutschland zurück. Die Pläne der kommenden Wochen lesen sich wie der Terminkalender eines viel reisenden Top-Managers. „Als Nächstes kämpfe ich erst wieder bei den European Games in Minsk“, blickt sie in die Zukunft. Was für Menz „erst“ ist, ist für manch anderen schon bald, denn bis zu den Europameisterschaften sind es gerade mal noch vier Wochen. Dort wird es wieder um Olympia-Punkte gehen. Davor verbringt das Leichtgewicht eine Woche in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung in Köln. Danach geht es Schlag auf Schlag weiter mit dem Kontofüllen. Zunächst im Juli bei den Grand Prix in Budapest und Zagreb, wofür sie sich im Trainingslager in Spanien fit macht, im Anschluss bei der Weltmeisterschaft in Tokio, die Ende August stattfindet. „Mal schauen, was dann kommt. So weit haben wir noch nicht geplant“, erklärt Katharina Menz.

Zu Hause in Backnang blickt man voller Bewunderung auf Menz’ Erfolgskurs: „Die gesamte Abteilung ist wahnsinnig stolz, sie auf dem Weg Richtung Olympia zu begleiten und unterstützen zu können. Für mich als Trainer ist es natürlich etwas Besonderes, so eine Sportlerin seit jetzt mehr als zehn Jahren zu betreuen. Es ist toll, dass Katharina so bodenständig geblieben und immer für den Verein da ist“, freut sich Trainer Jens Holderle.

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Erstellt:
25. Mai 2019, 06:00 Uhr

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