Wenn das Paradies zur Hölle wird

Trotz guter Leistung und zwischenzeitlicher 2:1-Führung kehren Großaspachs Fußballer vom Drittligastart in Jena enttäuscht heim

„Ich bin fix und fertig“, gestand Aspachs Trainer. Die 34 Grad im Schatten waren nur zum Teil der Grund. Viel mehr hatten Ergebnis und Verlauf des Drittligaduells in Jena an Sascha Hildmann gezehrt. Vor allem das 2:3 von Dominik Bock in letzter Sekunde. Dabei hatten die Fußballer aus dem Fautenhau in der 83. Minute noch 2:1 geführt. Nicht einmal eine Viertelstunde später war Schluss, mit dem süßen SG-Traum vom Auftaktsieg im Paradies.

Hatten in Jena mehrfach viel Gesprächsbedarf mit einem Mitglied des Schiedsrichtertrios: SG-Kapitän Timo Röttger und seine Mitstreiter.Foto: Imago

© imago/Christoph Worsch

Hatten in Jena mehrfach viel Gesprächsbedarf mit einem Mitglied des Schiedsrichtertrios: SG-Kapitän Timo Röttger und seine Mitstreiter.Foto: Imago

Von Uwe Flegel

Andreas Trautmann bezeichnete das, was sich zuvor auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld abgespielt hatte, als „Hitzeschlacht im Paradies“. Der Pressesprecher des FC Carl Zeiss Jena beschrieb damit ein Spiel, das für die Gäste zum Drama wurde, an dessen Ende die enttäuschten und entkräfteten Schwaben am Boden lagen und sich zwischen Saale und grünen Hügeln in der Hölle fühlten. Trotz guter Leistung standen die Gäste mit leeren Händen da und es half nichts, dass Jenas Trainer Mark Zimmermann gestand: „Ich hätte auch das 2:2 unterschrieben und wäre hoch zufrieden gewesen.“

Sein Gegenüber sah das nicht anders, sagte nach dem Nackenschlag in letzter Sekunde aber: „Ich bin extrem kaputt und fühle mich extrem benachteiligt.“ Damit sprach Hildmann das Wirken von Schiedsrichter Robert Schröder an, mit dessen Entscheidungen Aspachs Coach haderte. Ganz besonders mit zwei Szenen. Beim Jenaer 1:0 zu Beginn stand Julian-Günther Schmidt nicht nur für Hildmann im Abseits, da der FCC-Angreifer ja SG-Verteidiger Kai Gehring daran hinderte, den Ball zu klären. Und dass Schröder erst nach 97 Minuten abpfiff, direkt als Dominik Bock den Ball zum 3:2 ins Netz befördert hatte, ärgerte Hildmann ebenfalls: „Da sind nur noch 20 Mann auf dem Feld, da liegen Spieler mit Krämpfen auf dem Platz, müssen verletzt raus, ohne dass noch gewechselt werden kann, und dann werden sieben Minuten nachgespielt. Da frage ich mich schon, wo das Fingerspitzengefühl ist.“

Völlig widersprechen wollte Mark Zimmermann seinem alten Mitstreiter aus gemeinsamen Aachener Zweitligazeiten nicht: „Es gab die eine oder andere Szene, die man so oder so entscheiden kann.“ Stimmt. Wie auch richtig ist, dass die Gäste nur selten von diesen 50:50-Situationen profitierten. Ebenfalls zur Wahrheit gehört aber, dass die Elf aus dem Fautenhau selbst einen Beitrag zum punktlosen Saisonstart leistete, „obwohl alle Jungs alles rausgehauen haben“, wie Hildmann die Einsatz- und Laufbereitschaft beider Mannschaften lobte. Doch Aspachs Trainer fand bei seiner Elf auch Punkte, die er kritisierte. So machte er „den Ballverlust im Mittelfeld vor dem 2:2“, als Knackpunkt dafür aus, dass sein Team trotz des 2:1-Führungstreffers von Makana Baku in der 78. Minute die Partie und Abwehrroutinier Gehring mit Rot binnen 14 Minuten doch noch verlor.

Damit war der ganze Aufwand der SG am Ende für die Katz. Zwar waren die Gastgeber den Schwaben in Sachen Aggressivität und Zielstrebigkeit zunächst einen Schritt voraus gewesen, doch Torwart Kevin Broll bewies bei drei, vier Mal sein Können. Auf der anderen Seite blieb es lange bei guten Ansätzen, da Kapitän Timo Röttger und seinen Mitstreitern der letzte Pass entweder einen Tick zu ungenau geriet, oder ein Jenaer Abwehrbein noch dazwischen kam. Nach der Pause war es ein Spiel auf Augenhöhe, in dem die Hausherren gegen eine gut organisierte Aspacher Defensive bis zu Starkes Freistoß in der 83. Minute ohne echte Chance blieb. Was bei der SG auffiel: Zugänge wie Offensivmann Joel Gerezgiher und die Abwehrspieler Patrick Choroba sowie Korbinian Burger feierten ein gelungenes Punktspieldebüt. Vor allem der erst vor zweieinhalb Wochen verpflichtete Burger präsentierte sich sehr gut und bekam von Hildmann ein Lob: „Er spielt als wäre er schon ewig hier und ist für sein Alter schon ganz schön abgezockt.“ Für den 23-Jährigen selbst waren die Komplimente ein eher schwacher Trost, angesichts der Enttäuschung über „diese extrem bittere Niederlage“.

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Erstellt:
30. Juli 2018, 06:00 Uhr

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