Wichtiger Schritt in Richtung Ligaverbleib

Handball-Drittligist Oppenweiler/Backnang ringt unbequemes Schlusslicht Baden-Baden in intensiver Partie mit 36:33 nieder

Der HC Oppenweiler/Backnang hat den ersten Sieg im neuen Jahr eingefahren. Der Handball-Drittligist bezwang Schlusslicht TVS 1907 Baden-Baden mit 36:33. Der HCOB versäumte es in der spannenden Partie mehrfach, sich entscheidend abzusetzen. Er verfügte aber über einen durchschlagskräftigen Angriff und den 11-fachen Torschützen Evgeni Prasolov.

Mit elf Toren überragender Schütze beim wichtigen Sieg der Hausherren: Evgeni Prasolov. 36:33 gewann der Handball-Drittligist den Abstiegskampf gegen Schlusslicht Baden-Baden. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Mit elf Toren überragender Schütze beim wichtigen Sieg der Hausherren: Evgeni Prasolov. 36:33 gewann der Handball-Drittligist den Abstiegskampf gegen Schlusslicht Baden-Baden. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Die Murrtaler standen unter Druck, mussten gegen den Letzten die Serie von vier aufeinanderfolgenden Niederlagen beenden. Sie begannen gut, Torwart Stefan Koppmeier wehrte mehrere Bälle ab. Der HCOB schloss seine Angriffe zielsicher ab, lag 5:3 und 7:5 vorne, ließ dann aber die Chance zu einer Drei-Tore-Führung aus. Der TVS fand besser in die Partie, Julian Schlager erzielte viele Tore aus dem Rückraum. Nach einer Viertelstunde hieß es 9:8 für die Gäste, fortan ließen beide Teams bis zum Seitenwechsel keinen Gleichstand aus. Dass die Murrtaler eine 17:16-Führung mit in die Pause nahmen, war einer guten Abwehraktion von Ruben Sigle zu verdanken. Er fing einen Querpass ab, bediente Marcel Lenz, der traf zum 17:16. Das sollte noch nicht viel heißen – die Angriffsleistung war insgesamt ok, doch in der Abwehr hatten sich zu viele Lücken aufgetan.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wollten die Gastgeber die Partie in die richtigen Bahnen lenken. Torwart Thomas Fink hatte gute Szenen. Die Chancen, auf eine etwas höhere Führung waren da. Nur: Die Hausherren ließen viele davon ungenutzt. Das rächte sich. Baden-Baden ging wieder in Führung. Und das nicht nur einmal. Die Murrtaler liefen einem Ein-Tor-Rückstand hinterher, meist aber nur kurz. Denn Evgeni Prasolov war in Topform. Immer wieder setzte sich der Rückraumspieler durch und sorgte für den Ausgleich. Ab der 43. Minute lagen meist die Hausherren vorn, auch wenn es noch eng blieb. Denn Sandweier hielt energisch dagegen. Der junge Han Völker kompensierte den Ausfall von Rückraum-Ass Jonas Schuster. Dann schien sich die Waage nach und nach zugunsten der Hausherren zu neigen. Sie führten 26:24, 30:28, dann sogar 32:29 (Kevin Wolf) – und nur noch sechs Minuten.

Doch die Partie hatte noch mehr Dramatik parat. Rückraumspieler Ruben Sigle musste verletzt vom Feld, die Unterbrechung nahm den Gastgebern den Schwung. Zwei Nachlässigkeiten in der Abwehr, eine Fehlabgabe mit Gegentorfolge, wieder Unentschieden, zweieinhalb Minuten vor dem Ende. Ein Krimi, Nervenkitzel pur, HCOB-Coach Matthias Heineke nahm eine Auszeit. Und Felix Raff, nun für Sigle auf dem Feld, setzte sich entschlossen durch. Er sorgte für die Führung. Dann brillierte Keeper Thomas Fink gegen Julian Schläger. Im Gegenzug verwandelte Marcel Lenz eiskalt zum 35:33. Auf der Gegenseite leisteten sich Baden-Badens Angreifer einen ihrer wenigen Fehler. Ein Zuspiel auf Torjäger Christian Fritz kullerte ins Aus. Die Partie war für den HCOB gewonnen, Evgeni Prasolov besorgte mit seinem elften Treffer den Endstand, 36:33 - ein wichtiger Sieg und das Ende der Niederlagenserie.

HC Oppenweiler/Backnang: Fink, Koppmeier – Lenz (9/3), Sigle (5), Szilagyi (n.e.), Wolf (3), Frank (1), Schöbinger, Prasolov (11), Kuhnle (n.e.), Maurer (3), Raff (2), Koch (1), Köder (1).

TVS 1907 Baden-Baden: Horn, Hafner – Johannes Henke (2), Franz Henke, Wichmann, Seiter (3), Bornhäußer, Fritz (6/5), Völker (8), Mitzel (1), Schuster (2), Unser, Schlager (8), Koch, Vollmer (3).

Schiedsrichter: Engeln/Schmitz (Burscheid). – Zuschauer: 550. – Siebenmeter: 3/4:5/6 (Lenz scheitert an Hafner - Fritz wirft an die Latte). – Zeitstrafen: 6:10 Minuten (Koch, Schöbinger, Sigle – Fritz/zweimal, Mitzel, Schlager, Vollmer).

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Erstellt:
18. Februar 2019, 06:00 Uhr

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