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Williams-Frust vor US Open - „Wie mit einem Scheißtypen“

dpa New York. Serena Williams versucht es erneut. Bei den US Open in New York will sie endlich ihren 24. Grand-Slam-Titel. Die Voraussetzungen scheinen günstig, denn wegen Corona ist nichts so wie sonst. Und dennoch wirft die große Favoritin Fragezeichen auf.

Serena Williams ist in der dritten Runde ausgeschieden. Foto: Frank Franklin II/AP/dpa

Serena Williams ist in der dritten Runde ausgeschieden. Foto: Frank Franklin II/AP/dpa

Eigentlich sind die Aussichten so gut wie nie. Gleich sechs Spielerinnen aus den Top Ten haben für die am 31. August beginnenden US Open in New York abgesagt, weil ihnen eine Reise in die coronageplagten USA zu riskant ist.

Wer außer Serena Williams soll in Flushing Meadows also gewinnen? Wer soll die 38-Jährige auf dem Weg zu ihrem lang ersehnten 24. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier aufhalten? Die Antwort lautet: Serena Williams selbst.

Denn wenige Tage vor Beginn des unter strengen Hygienebedingungen stattfindenden Tennisturniers sucht Williams weiter ihre Form. Beim von Cincinnati nach New York verlegten Masters-Event verlor Williams am Dienstag (Ortszeit) im Achtelfinale gegen die Griechin Maria Sakkari mit 7:5, 6:7 (5:7), 1:6. Fünf Partien hat sie seit ihrem Comeback nach der monatelangen Corona-Pause absolviert, fünf Mal musste sie über drei Sätze gehen. Und zwei Mal ging ihr am Ende die Puste aus, wie auch jetzt gegen Sakkari.

„Ich hätte dieses Spiel gewinnen müssen, dafür gibt es keine Entschuldigung“, sagte Williams nach der Niederlage genervt. „Ich hatte so viele Möglichkeiten zu gewinnen. Ich muss herausfinden, wie ich diese Spiele gewinne“, sagte Williams und zog einen interessanten Vergleich. Es habe sich angefühlt, „wie wenn du dich mit einem Scheißtypen triffst. Es macht einfach keinen Sinn und ist frustrierend.“

Vor allem körperlich wirkte Williams noch nicht in Grand-Slam-Form. Am Ende hatte die langjährige Nummer eins mit Krämpfen zu kämpfen, war, nachdem sie im zweiten Satz eine 5:3-Führung noch aus der Hand gegeben hatte, im dritten Durchgang völlig ohne Chance. „Ich hatte Krämpfe, ja, aber ich hätte gar nicht in der Situation sein sollen“, sagte die Amerikanerin, meinte zuvor aber auch: „Neun Stunden in einer Woche zu spielen, ist zu viel für mich. So viel spiele ich normal nicht.“

Um bei den US Open wirklich zum 24. Mal ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen und damit mit der umstrittenen Australierin Margaret Court gleichzuziehen, muss Williams also einen Weg finden, vor allem in den ersten Runden gegen vermeintlich schwächere Gegnerinnen Kräfte zu sparen. Seit mehr als drei Jahren wartet sie nun auf ihren nächsten Grand-Slam-Triumph, letztmals triumphierte sie 2017 in Melbourne bei den Australian Open - damals bereits schwanger.

Seit der Rückkehr nach der Geburt ihrer Tochter Olympia stand sie vier Mal in einem Grand-Slam-Finale, doch der verflixte 24. Titel will einfach nicht gelingen. Vor einem Jahr verlor sie in New York im Finale überraschend gegen die Kanadierin Bianca Andreescu. In der aktuellen Form, wäre schon der Einzug ins Finale ein Erfolg.

© dpa-infocom, dpa:200826-99-309506/3

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Erstellt:
26. August 2020, 12:41 Uhr

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