„Wir brauchen Emotionen, das macht uns aus“

Stefan Koppmeier und die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang wollen dem TV 08 Willstätt mit großer Leidenschaft begegnen.

Zusammen mit Jürgen Müller ein klasse Rückhalt für den HCOB: Stefan Koppmeier. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Zusammen mit Jürgen Müller ein klasse Rückhalt für den HCOB: Stefan Koppmeier. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Eine gute Abwehr und schnell umschalten – das sind die Tugenden, mit denen der HC Oppenweiler/Backnang in der Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga bestehen will. Dabei kommt es zwangsläufig auf die Leistungen der Torhüter an. Beim HCOB ist Stefan Koppmeier einer davon. Mit Jürgen Müller bildet der 26-Jährige ein starkes Duo. Er fiebert dem wichtigen Heimspiel gegen den TV 08 Willstätt morgen ab 20 Uhr entgegen.

Die ersten zwei Spiele der Sechserserie sind rum. Natürlich ist vieles anders. Am prägnantesten: keine Zuschauer vor Ort, dafür immer wieder Coronaschnelltests. Trotzdem sind die Handballer froh, dass wieder gespielt wird. Koppmeier sagt: „Der Wettkampf ist für uns wichtig. Jeder brennt dafür.“ Dass der Verein für die Aufstiegsrunde gemeldet hat, kam bei der Mannschaft gut an. Der Torwart, der bei der SG Heidelsheim/Helmsheim mit dem Handball begann und seit 2018 im Murrtal spielt, hat einen immensen Ehrgeiz im Team ausgemacht: „Bei uns kannst du keine Partie Uno spielen, ohne dass einer gewinnen will.“

Der HCOB startete als Außenseiter in die Aufstiegsrunde, gerade die Klubs aus der Nordgruppe gelten als enorm stark. Andererseits war einhelliger Tenor, dass die sieben Südteams ein durchaus ausgeglichenes Niveau haben. Die Murrtaler unterstrichen in den ersten zwei Partien, dass sie in diesem Feld eine gute Rolle spielen können: Sieg gegen Horkheim, Remis in Hanau, Platz eins. Koppmeier urteilt: „Besonders wichtig war es, im ersten Spiel einen Sieg zu holen.“ Wie er Spiel zwei – in dem er eine klasse Leistung ablieferte und wesentlich zur klaren Steigerung nach der Pause beitrug – bewerten soll, weiß er auch mit etwas Abstand nicht so recht. „Da es nach zwei Spieltagen noch keinen Auswärtssieg gibt, denke ich, dass jeder Punkt, den wir auswärts holen, sehr wichtig sein kann.“ Dies umso mehr, wenn in Spiel drei nun ein neuerlicher Heimsieg gelänge.

Stefan Koppmeier ist optimistisch, dass das gelingt: „Wenn wir so weitermachen wie zuletzt, ist nach oben hin erst einmal keine Grenze gesetzt – allerdings müssen wir weiter an unserer Leistung arbeiten.“ Ein negativer Ausreißer wie die erste Halbzeit in Hanau soll der Einzelfall bleiben. Willstätt sei ein starker Gegner, gegen den es für einen Sieg eine Maximalleistung braucht. „Wir sind heiß auf dieses Spiel“, sagt Koppmeier, der mit Großwallstadt schon einmal in Liga zwei aufstieg. „Es ist eine enorm wichtige Partie für uns. Das ist ein Gegner, den wir schlagen wollen und den wir – wenn wir unser Ziel weiterverfolgen wollen – schlagen müssen.“ Klar ist, die angestrebte Qualifikation für die Zwischenrunde wäre mit einem Sieg noch nicht geschafft und sie wäre auch im Falle einer Niederlage nicht außer Reichweite.

Kein Hehl macht Stefan Koppmeier daraus, dass ihm die Zuschauer fehlen: „Unser Sport lebt von den Emotionen, ich besonders. Gerade bei uns in der Halle sind die Zuschauer eine Macht, da bekommt man über die Fans die zweite Luft.“ Koppmeier kann die Trendwende bei den Coronazahlen kaum erwarten. „Wir müssen schauen, dass es zeitnah wieder möglich wird, vor Zuschauern zu spielen.“ Und das nicht einmal allein des Sportlichen wegen, schließlich haben die Heimspielabende für viele Fans auch eine soziale Komponente. Derzeit ist der Livestream die einzige Alternative.

Klar, dass er die Anhänger daheim am Monitor dabei morgen mit dem zweiten Heimsieg erfreuen will. Er und sein Kollege im Torhüterteam Jürgen Müller wollen ihren Teil dazu beitragen. In den ersten beiden Spielen ergänzten sie sich gut, Müller war gegen Horkheim der gefeierte Held, Koppmeier gegen Hanau zur Stelle. „Wir brauchen eine starke Abwehr, um ins Tempo zu kommen“, sagt Koppmeier. „Und wir brauchen Emotionen. Das ist das, was den HCOB ausmacht.“

Rund ums Spiel und um die Aufstiegsrunde

Der HCOB hat 3:1, Willstätt 1:3 Punkte. Das Team aus der Ortenau verlor knapp in Dansenberg, bewies gegen die HSG Krefeld Niederrhein aber große Moral, holte nach deutlichem Rückstand noch ein Remis. Schon im vergangenen Herbst traf Oppenweiler/Backnang auf den Ex-Bundesligisten – und kassierte die bislang einzige Saisonniederlage.

Nicht nur in der Südstaffel geht es eng zu. Auch im Norden sind die Spiele knapp und umkämpft. Nur ein Team ist mit dem Idealergebnis gestartet: Topfavorit VfL Eintracht Hagen hat die ersten beiden Spiele gewonnen. Als große Überraschung gilt der Sieg des MTV Braunschweig über den HC Empor Rostock. Ex-HCOB-Handballer Marc Godon konnte dabei jedoch nicht mithelfen, Hüftprobleme hinderten ihn am Mitwirken.

Das HCOB-Heimspiel wird im Internet live auf Sportdeutschland.TV übertragen. Wer zusehen will, braucht einen Account und ein Ticket zum Preis von 4,50 Euro.

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Erstellt:
23. April 2021, 11:30 Uhr

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