Mit Mali beim Afrika-Cup 2025

„Wir können nur gewinnen“ – wie Ex-Kickers-Keeper Loboué auf den AFCON blickt

Stephan Loboué wurde einst bei den Stuttgarter Kickers groß. Nach einigen Trainer-Stationen ist er nun beim Afrika-Cup aktiv. Und hat Anteil am aktuellen Erfolg von Mali.

Stephan Loboué im Teamhotel von Mali im marokkanischen Tanger

© privat

Stephan Loboué im Teamhotel von Mali im marokkanischen Tanger

Von Philipp Maisel

Die Viertelfinals im Afrika-Cup stehen an. Noch sind acht Mannschaften übrig, die um den begehrten Pokal des Kontinentalturniers wetteifern, das seit Mitte Dezember in Marokko stattfindet. In der Mannschaft des Gastgeberlandes ist auch Bilal El Khannouss vom VfB Stuttgart aktiv, Marokko gilt als großer Favorit auf den Turniersieg. Doch noch ein weiterer Akteur mit Stuttgarter Vergangenheit ist aktuell in Afrika. Wenn auch nicht als Spieler und auch nicht mit Bezug zu den Weiß-Roten aus Bad Cannstatt. Dafür aber mit starker Bindung nach Degerloch, zu den Blauen auf der Waldau: Stephan Loboué.

Der gebürtige Pforzheimer wurde einst bei den Stuttgarter Kickers ausgebildet. Später zog es ihn nach Wolfsburg, weitere Stationen waren unter anderem Greuther Fürth, der SC Paderborn, die Lamontville Golden Arrows in Südafrika und der Jahn in Regensburg. Als Trainer arbeitete er für Eintracht Frankfurt, Raja Casablanca und zuletzt Schalke 04. Dort hat er sich extra freistellen lassen – für den Afrika-Cup, an dem er einst auch als Spieler teilnahm. Der 44-Jährige, der früher auch Länderspiele für die Elfenbeinküste absolvierte (vier Länderspiele an der Seite von u. a. Didier Drogba), ist aktueller Torwarttrainer von Mali. „Ich wollte unbedingt einmal in einem Coaching-Staff beim Turnier arbeiten, und als sich dann durch mein Netzwerk die Chance ergeben hat, musste ich zusagen“, sagt Loboué.

Der westafrikanische Binnenstaat steht im Viertelfinale, trifft an diesem Freitagabend (17 Uhr) im Grande Stade de Tanger auf den Senegal. Im bisherigen Turnierverlauf überzeugte die Mannschaft zwar nur streckenweise, im Achtelfinale rang man Tunesien in Unterzahl im Elfmeterschießen nieder. Dort schlug die große Stunde von Djigui Diarra, Malis Kapitän und Loboués Schützling. „Er hat viel Erfahrung, hat schon einen Afrika-Cup gespielt und steht bei einem der größten Clubs Tansanias unter Vertrag“, sagt Loboué, der vor dem Turnier eine Analyse der malischen Keeper gemacht hatte und sich schnell für Diarra entschied. „So entsteht eine Hackordnung, alle wissen, woran sie sind. Vor einem Turnier ist das sehr wichtig.“

Einen kleinen Tadel für seinen Schützling gibt es jedoch: „Hätte er auf mich gehört, hätte er sogar drei gehalten“, blickt der Torwarttrainer schmunzelnd auf das Elfmeterschießen zurück, in dem Diarra zum gefeierten Mann wurde und zwei Strafstöße hielt. Die beiden kommunizieren über Augenkontakt, Loboué sagte bei fünf Schützen dreimal die richtige Ecke an. „Das Elfmeterschießen gegen Tunesien fand vor der Heimkurve von Raja statt, meinem alten Club. Das war speziell. Umso schöner, dass es so gut geklappt hat“, sagt Loboué. „Djigui ist jetzt schon ein Held, wenn ihm noch einmal so etwas gelingt, wird er auf ewig verehrt werden in der Heimat.“

Jetzt soll es auch mit dem Halbfinal-Einzug klappen. „Wir haben bisher aus wenig viel gemacht, das stimmt. Aber lieber so als Zauberfußball spielen und ohne Punkte dastehen. Wir stehen zu Recht im Viertelfinale und wollen jetzt natürlich mehr. Der Senegal ist eher favorisiert, aber diese Rolle liegt uns. Die haben den Druck, wir können nur gewinnen“, blickt der Ex-Kickers-Spieler auf den Showdown am Abend voraus.

Loboué im DFB-Pokal für Greuther Fürth gegen den VfB mit Aleks Hleb.

© Augenklick / Pressefoto Baumann

Loboué im DFB-Pokal für Greuther Fürth gegen den VfB mit Aleks Hleb.

3.Liga: VfB II gegen Wacker Burghausen, Loboué wirft sich einem Schuss von Pascal Breier entgegen.

© Pressefoto Baumann

3.Liga: VfB II gegen Wacker Burghausen, Loboué wirft sich einem Schuss von Pascal Breier entgegen.

Loboué als Torwarttrainer auf Schalke.

© IMAGO/Lucca Fundel

Loboué als Torwarttrainer auf Schalke.

„Wir können nur gewinnen“ – wie Ex-Kickers-Keeper Loboué auf den AFCON blickt

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Bei den Knappen ist er immer noch unter Vertrag, hat aber für den Afrika-Cup um eine Freistellung gebeten.

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Bei den Knappen ist er immer noch unter Vertrag, hat aber für den Afrika-Cup um eine Freistellung gebeten.

Mit Co-Trainer Grégory Verheyden für Mali beim Achtelfinale gegen Tunesien.

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Mit Co-Trainer Grégory Verheyden für Mali beim Achtelfinale gegen Tunesien.

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Erstellt:
8. Januar 2026, 17:52 Uhr

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