„Wir wollen elf Krieger auf dem Platz sein“

Großaspachs Kapitän Julian Leist freut sich wie auch Trainer Florian Schnorrenberg aufs Drittliga-Heimspiel gegen den Karlsruher SC

Wenn die Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach am Sonntag um 14 Uhr in der Mechatronik-Arena auf den Karlsruher SC treffen, ist es eine besondere Partie. Denn die Schwaben empfangen die Badener zum Baden-Württemberg-Duell. Von der Tabelle her spielt der Vierzehnte gegen den Dritten.

SG-Kapitän Julian Leist freut sich aufs Heimspiel gegen den Karlsruher SC. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

SG-Kapitän Julian Leist freut sich aufs Heimspiel gegen den Karlsruher SC. Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Großaspachs Kapitän Julian Leist kann sich noch genau an den 19. September 2017 erinnern. Da hatte sich der Sonnenhof im ersten Aufeinandertreffen mit dem Karlsruher SC in der Dritten Liga mit 1:0 durch einen Treffer von Daniel Hägele durchgesetzt. „Ich hätte nichts dagegen, wenn es am Sonntag wieder das gleiche Ergebnis gibt“, schmunzelt der 30-Jährige. Doch der Ernst kehrt bei ihm gleich wieder zurück, wenn er an den Gegner denkt. „Der KSC hat super Spieler und gehört zu den Spitzenteams der Liga.“ Doch Leist weiß auch, wie der frühere Bundesligist zu bezwingen ist: „Wir wollen ein unbequemer Gegner und elf Krieger auf dem Platz sein.“ Und Leist weiß auch eine Statistik, die für seine Mannschaft spricht: „Wir sind die einzige Mannschaft der Liga, die in dieser Saison bei Heimspielen ungeschlagen ist.“ In der Tat, denn auf zwei Siege und sechs Unentschieden kam der Dorfklub bislang zu Hause. Diese Serie wollen die Großaspacher ausbauen und die Heimbegegnung erfolgreich gestalten.

Gegner aus dem Badischen

reist mit einer großen Tradition

zum schwäbischen Dorfklub

Dieses Ziel hat auch SG-Trainer Florian Schnorrenberg. Er hat den Karlsruher SC genau analysiert. „Karlsruhe ist eine kompakte Mannschaft, die mit Anton Fink vorne einen Ausnahmespieler hat. Zudem hat der KSC bei Standards eine große Qualität.“ Schnorrenberg weiß also, dass es eine schwere Aufgabe für sein Team am Sonntag wird. „Wir brauchen eine Topleistung, um zu gewinnen.“ Großaspachs Coach weiß auch, wie die Badener zu knacken sind. „Wir müssen den Gegner im Spielaufbau früh stören und zielstrebiger nach vorne spielen.“ Aber eines macht Schnorrenberg klar: „Ich freue mich riesig aufs Spiel. Es ist ein besonderes Duell.“ Kapitän Leist geht da noch weiter: „Für mich persönlich ist es als Schwabe ein Derby.“

Schnorrenberg und Leist wissen natürlich auch, dass die Karlsruher eine große Tradition haben. In der Saison 1993/1994 schaffte es der KSC unter Trainer Winfried Schäfer bis ins Halbfinale des damaligen Uefa-Pokals. Deutscher Meister war der Klub in 1909 noch unter dem Vereinsnamen Karlsruher FC Phönix. Bekannte Spieler des KSC sind unter anderem Oliver Kahn, Michael Sternkopf, Mehmet Scholl, Jens Nowotny und Oliver Kreuzer. Letzterer ist heute der Sportdirektor der Karlsruher. Er möchte dafür sorgen, dass der Verein in die Zweite Bundesliga zurückkehrt. Trainer Alois Schwartz, der schwäbische Wurzeln als gebürtiger Nürtinger hat, liegt mit seinem Team im Soll. Als Tabellendritter hat Karlsruhe nur vier Punkte Rückstand zum Spitzenreiter Osnabrück. „Der KSC führt auch die Auswärtstabelle an“, weist Schnorrenberg hin.

Der SG-Trainer richtet dann aber gleich seinen Blick auf sein Team. Und da ist die personelle Lage fast unverändert. Einzig Verteidiger Korbinian Burger hat seine Erkältung überwunden und steht wieder zur Verfügung. Neben den länger verletzten Dan-Patrick Poggenberg und Marco Hingerl fallen erneut Michael Vitzthum, Timo Röttger und Dominik Pelivan aus. Vitzthum hat laut dem Coach Hüftprobleme, die in die Muskulatur übergehen. „Es wäre ein Wunder, wenn er am Sonntag einsatzfähig wäre.“ Röttger plagt sich immer noch mit einem kleinen Muskelfaserriss herum. „Timo würde bestimmt gerne spielen. Das werde ich nur zulassen, wenn der Arzt sein Okay gibt.“ Für Pelivan, der Probleme an der Achillessehne hat, käme ein Einsatz noch zu früh. „Es tut weh, so viele Ausfälle zu haben“, macht Schnorrenberg klar. Gleichzeitig stärkt er aber den Spielern den Rücken, die bei der 0:2-Niederlage am vergangenen Samstag beim Halleschen FC gespielt hatten.

Der Trainer blickt dabei besonders auf drei Akteure: Jonas Meiser, Mike Owusu und Jamil Dem. „Sie haben ihre Sache gut gemacht.“ Ob die drei auch am Sonntag wieder zum Einsatz kommen werden, möchte sich Schnorrenberg so früh noch nicht festlegen. Trotzdem macht er den drei Spielern Mut, indem er sagt: „Es gibt eigentlich kaum einen Grund, um Veränderungen vorzunehmen.“ Bleibt also abzuwarten, wie die Startelf der Großaspacher am Sonntag aussehen wird. Schnorrenberg verspricht dabei, dass seine Mannschaft den Gästen einen großen Kampf liefern möchte. Wenn dann der Spielausgang für die Aspacher positiv ist, dann stimmt auch die Stimmung bei den Gastgebern. Auf jeden Fall ist ein interessantes baden-württembergisches Duell im Fautenhau zu erwarten.

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Erstellt:
30. November 2018, 06:00 Uhr

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