Zum Geburtstag gibt’s den neuen Vertrag

Defensivmann Marc Bitzer feierte erst mit 30 Jahren sein Debüt als Oberliga-Fußballer, mit 31 geht es für ihn bei der TSG Backnang nun in eine zweite Runde. Der Spätberufene unterschreibt beim Etzwiesenverein für ein weiteres Jahr.

Kopfball- und zweikampfstark: Innenverteidiger Marc Bitzer (rechts), der nun für ein weiteres Jahr bei der TSG unterschrieben hat. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Kopfball- und zweikampfstark: Innenverteidiger Marc Bitzer (rechts), der nun für ein weiteres Jahr bei der TSG unterschrieben hat. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Er ist ein Spätberufener, war Marc Bitzer doch schon 30 Jahre alt, als er vor achteinhalb Monaten sein erstes Oberliga-Spiel machte. 1:1 trennte sich die TSG Backnang damals vom SGV Freiberg. Das Punktspieldebüt des Mannes, der zuvor für den FC Winterlingen, den FC Albstadt und den TSV Heimerdingen vor allem in der Landes- und Verbandsliga gekickt hatte, beim Etzwiesenverein war gelungen. Richtig gelungen, schließlich war er mit seinem Kopfballtor eine Viertelstunde vor Schluss am Teilerfolg des Aufsteigers gegen den Titelfavoriten entscheidend beteiligt. Ein weiterer Treffer gelang dem 1,91 Meter großen Routinier im TSG-Trikot seither zwar nicht mehr, aber das kann noch was werden. Gestern, am Tag seines 31. Geburtstags, verlängerte Bitzer seinen Vertrag in Backnang bis zum 30. Juni 2022.

Ein Selbstläufer war die Einigung allerdings nicht. Zwar sagt der gebürtige Albstädter, „ich habe mich hier nach meinem Wechsel schnell wohlgefühlt“, er erzählt jedoch auch, dass „ich die Trennung von Holger Ludwig schon sehr schade finde. Am Ende habe ich mir aber gesagt, dass ich in Backnang eigentlich zufrieden bin“. Seine Gedankenspiele waren eben der Tatsache geschuldet, dass er vergangenen Sommer zusammen mit Trainer Holger Ludwig vom TSV Heimerdingen nach Backnang kam. Außerdem sind er sowie der 39-jährige Coach, für den am Ende der Saison in den Etzwiesen bekanntlich wieder Schluss ist, an der Glemstalschule in Schwieberdingen Lehrerkollegen. Die beiden verbindet also ein wenig mehr als nur das sonst übliche Verhältnis zwischen einem Spieler und einem Trainer.

Letztendlich entschied sich Bitzer trotzdem dafür, bei dem Klub aus dem Murrtal zu bleiben. „Ich habe weiterhin Lust, in der Oberliga zu spielen“, erklärt der kopfball- und zweikampfstarke Defensivmann. Eine Motivation, die nicht kleiner wurde, obwohl „nun schon die zweite Saison eher außerplanmäßig verlaufen ist“. Wobei es da noch einen Grund fürs zweite TSG-Jahr gibt. Die elf Einsätze in den gerade mal zwölf Partien dieser Runde haben ihn ebenfalls auf den Geschmack gebracht. Zumal er beim Oberliga-Zwölften fast immer zur Startelf zählte. Er, für den in den zwölf Aktivenjahren zuvor die Verbandsliga das höchste der Gefühle war.

Weshalb es so lange dauerte, bis er sein Können in der Oberliga zeigen durfte, liegt vor allem an ihm selbst. „Mir war immer wichtig, dass mir der Fußball Spaß macht.“ Das war bei seinem Heimatverein Winterlingen so, für den er schon als A-Jugendlicher seine ersten Erfahrungen im Aktivenbereich machte und mit dem er in der Bezirks- und Landesliga um Punkte kämpfte. Das war beim benachbarten Verbandsligisten Albstadt so, dem er auch treu blieb, als er nach dem Studium in Ludwigsburg die Lehrerstelle in Schwieberdingen antrat. Fünf Jahre lang pendelte er regelmäßig vom Wohn- und Arbeitsort in der Ludwigsburger Ecke ins Training und zu den Spielen. „Wobei ich unter der Woche nicht oft in Albstadt war, sondern mich hier fit gehalten habe.“

Zum Beispiel beim Verbandsliga-Aufsteiger TSV Heimerdingen, zu dem er nach Albstadts Abstieg in die Landesliga im Sommer 2019 wechselte, um ein Jahr später in Backnang als 30-Jähriger gar noch den Sprung in die Oberliga zu wagen. „Ich habe festgestellt, dass bei mir mit dem Alter auch die Eigenmotivation gestiegen ist“, erklärt Marc Bitzer schmunzelnd, weiß aber auch, dass es das alleine nicht ist, schließlich bedeutet eine höhere Spielklasse auch mehr Tempo, mehr Training und eine deutlich höhere Belastung in allen Bereichen. „Ich habe auch das Glück, dass mein Körper mitmacht, ich hatte zum Beispiel in all den Jahren noch nie eine richtig schwere Verletzung“, erklärt der Realschullehrer für Sport, Mathematik und Technik.

Nun heißt es für ihn aber vorläufig, erst einmal abzuwarten, wann ein geregelter Trainingsbetrieb im Fußball nach der Coronapandemie wieder möglich ist. Klar ist nun, dass es für den Spätberufenen beim Oberligisten TSG Backnang weitergeht. Was Wunder, dass Marc Bitzer sagt: „Ich freue mich darauf.“

Ein absoluter Teamplayer

Marc Erdmann, sportlicher Leiter der Backnanger Oberliga-Fußballer, sagt zur Vertragsverlängerung: „Marc Bitzer hat sich mit seiner positiven Art sehr schnell im Team etabliert. Mit seinen Leistungen waren wir sehr zufrieden, sodass wir unbedingt verlängern wollten. Zumal Marc sowohl auf seiner Stammposition in der Innenverteidigung wie im zentralen, defensiven Mittelfeld einsetzbar ist. Mit seiner Statur und seinen 1,91 Metern ist er eine absolute Kante in unserer Defensive und absolut zuverlässig. Wir wissen, was wir an Marc haben, und sind daher sehr glücklich, dass er uns in der neuen Saison als absoluter Teamplayer zur Verfügung steht.“

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Erstellt:
6. Mai 2021, 06:00 Uhr

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