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Zweimal aufgeholt, aber Spiel nicht gedreht

Handballer des HC Oppenweiler/Backnang ziehen in der Drittliga-Begegnung beim HC Erlangen II mit 29:33 den Kürzeren

Die Handballer des HC Oppenweiler/ Backnang holten im Drittliga-Match beim HC Erlangen II zweimal einen Rückstand auf. Nach rund 45 Minuten schienen sie auf die Siegerstraße einzubiegen. Doch dann folgte der Einbruch. Im Angriff ging in der Schlussviertelstunde nichts mehr. Die um den Ligaverbleib kämpfenden Franken behielten die Punkte durch einen 33:29-Sieg.

Jakub Strýc (grünes Trikot) hat mit einem Kontertor für einen Moment Hoffnung beim HCOB gesorgt. Foto: A. Hornauer

© Alexander Hornauer

Jakub Strýc (grünes Trikot) hat mit einem Kontertor für einen Moment Hoffnung beim HCOB gesorgt. Foto: A. Hornauer

Von Alexander Hornauer

Beide Mannschaften begannen mit hohem Tempo und kamen dadurch zu Torerfolgen. Nach wenigen Minuten stand es 5:5. Den Trainern gefiel dieses Spektakel nicht so recht, denn ihre Teams vernachlässigten die Abwehrarbeit. Die Hausherren entwickelten schneller Sensibilität für dieses Problem. Ihr Torwart Lars Goebel wehrte einen Siebenmeter von HCOB-Akteur Marcel Lenz ab. Erlangens Bundesliga-Reserve verteidigte fortan aufmerksamer, kam zu Ballgewinnen und setzte sich auf 9:5 ab. Schon früh scharte Gästetrainer Matthias Heineke sein Team zur Nachjustierung um sich.

Die Auszeit wirkte. Der HCOB bekam in der Abwehr mehr Zugriff. Auch die Einwechslung von Felix Beutel lohnte sich. Der Torwart war sofort im Spiel und kaufte den Erlanger Angreifern einige gute Torgelegenheiten ab. Im Angriff stimmte die Mischung zwischen Abgeklärtheit und Dynamik. Die Gäste holten auf und schafften in der 21. Minute den Ausgleich: Wieder war Marcel Lenz zum Siebenmeter angetreten, dieses Mal traf er sicher. Nun schien der HCOB in der Partie zu sein – aber das täuschte. Denn die Franken wussten umgehend eine Antwort. Die torgefährlichen Rückraumspieler Tarek Marschall und Daniel Mosindi sorgten für die erneute Führung des HC Erlangen. Der HCOB produzierte unterdessen viele Fehler. Bis zum Wechsel wuchs der Rückstand auf 13:18 an.

Nach der Pause bliesen die Gäste zur Aufholjagd. Torwart Beutel wehrte einen Strafwurf von Julian Mangen ab. Ohnehin lief es nun defensiv viel besser. Die Verteidiger zwangen die Erlanger Angreifer zu Würfen aus ungünstigen Positionen. Einige Male fingen die HCOB-Handballer Abspiele ab und nutzten diese zu Kontertoren. Innerhalb weniger Minuten waren die Gäste wieder im Rennen. Ruben Sigle sorgte per Gegenstoß für den Ausgleich (21:21, 40. Minute). Dann erzielte Timm Düren nach gutem Zuspiel von Tim Buck die Führung. Marcel Lenz legte per Konter nach. Der HCOB hatte einen Lauf und schien drauf und dran zu sein, die Partie zu drehen.

Ausgerechnet eine Rote Karte gegen den Erlanger Johannes Bayer beendete diese Hochphase der Gäste abrupt. Lenz nutzte zwar den mit dem Feldverweis einhergehenden Strafwurf zum 26:24, doch aus der darauffolgenden Überzahl machten die Gäste nichts. Im Gegenteil, sie mussten zwei Gegentreffer hinnehmen. Und im Angriff wirkte es, als hätte jemand den Schalter umgelegt. Von jetzt auf gleich war der Schwung weg, ein wenig Pech kam hinzu – Lenz warf an die Latte und Buck an den Pfosten. Erlangen wurde von Minute zu Minute sicherer. Daniel Mosindi brachte die Hausherren in Führung. Weil der HCOB im Angriff nur noch Leerlauf produzierte, wuchs der der Rückstand auf 26:30 an. Ein Kontertor von Jakub Strýc brachte für einen Moment Hoffnung. Doch Erlangen war nun nicht mehr zu bremsen. Den HCOB-Handballern war anzumerken: Vier Tore in Durchgang eins aufgeholt, fünf in Durchgang zwei, und trotzdem wieder hinten – nun war der Akku leer.

HC Erlangen II: Klein, Goebel – Froschauer, Bayer (2), Poser, Bauer, Marschall (6), Walz, Bialowas, Banik, Mosindi (10), Mangen (7/4), Längst (n.e.), Duvancic (2), von Alvensleben (6).

HC Oppenweiler/Backnang: Beutel, Koppmeier – Lenz (10/4), Buck, Sigle (7), Wolf (2), Schöbinger, Prasolov (3), Strýc (2), Kuhnle (n.e.), Csauth (n.e.), Maurer, Raff, Köder (1), Düren (4).

Siebenmeter: 4/7:4/5 (Mangen wirft übers Tor und scheitert an Beutel, Mosindi wirft an die Latte – Lenz scheitert an Goebel). – Zeitstrafen: 6:4 Minuten (Bayer/einmal und nach Disqualifikation, Bauer – Düren, Schöbinger). – Disqualifikation: Bayer (46./Foul an Lenz). – Schiedsrichter: Mischinger/Näther (Naumburg/Hohenmölsen). – Zuschauer: 300.

Hintergrund

HCOB-Trainer Matthias Heineke meinte: „In der ersten Viertelstunde haben wir im Zweikampf jede Aggressivität vermissen lassen. Dadurch ist unser Gegner gut ins Spiel gekommen. Mit dem Torwartwechsel haben wir einen wertvollen Impuls gesetzt. Felix Beutel hat klasse gehalten. Nach der Pause haben wir 15 Minuten so verteidigt, wie wir uns das vorgestellt haben. Allerdings hat es viel Kraft gekostet, den Rückstand aufzuholen. So hat uns zum Ende hin die Durchschlagskraft im Angriff gefehlt.“

Für HCOB-Rückraumspieler Kevin Wolf war die Niederlage, trotz der 33 Gegentreffer, letztlich eher in den Unzulänglichkeiten im Angriff zu suchen: „Die Zahl der technischen Fehler und der Fehlwürfe war zu hoch. Das ist schade, weil mehr drin lag.“ Nun möchte er es mit seinem Team gegen den TuS 04 Dansenberg besser machen. „Da haben wir noch etwas offen, weil wir im Hinspiel keine gute Leistung gezeigt haben. Da wollen wir am kommenden Samstag beweisen, dass es besser geht.“

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Erstellt:
9. März 2020, 11:30 Uhr

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