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Alles scheint möglich

Die Manga-Verfilmung zieht Zuschauer in eine fremde Welt

Alita: Battle Angel - James Cameron und Roberto Rodriguez haben einen Manga zum wuchtigen Film gemacht.

Stuttgart In Iron City herrscht das Gesetz der Straße. Ein Ort, den man gerne wieder verlässt, das Resultat eines großen Krieges, der die Welt im 23. Jahrhundert für immer veränderte. Wer es sich leisten kann, verschwindet nach Zalem, jener im Orbit schwebenden Stadt, die mittels Versorgungsleitungen an Iron City hängt. Doch genau hier unten findet Ido den intakten Oberkörper eines Cyborg-Mädchens. Der Cyber-Mediziner verpasst ihr einen neuen Körper, erweckt sie aus ihrem Dornröschenschlaf und tauft sie Alita. Die hat keine Erinnerung mehr an ihr früheres Leben und gewöhnt sich an den unwirtlichen Ort. Als Alita jedoch von finsteren Gestalten in die Enge getrieben wird, erwachen in ihr ungeahnte Kräfte: Offenbar ist sie eine Kampfmaschine.

Wenn sich zwei Filmgiganten wie James Cameron („Avatar“) und Robert Rodriguez („Sin City“) zusammentun, um Yukito Kishi­ros bekannte Manga-Serie „Gunnm“ umzusetzen, scheint alles möglich. Denn mit ihrer Kinoadaption haben die beiden etwas geschaffen, das man am ehesten mit dem Begriff „immersiv“ beschreiben kann. Dank Technologien wie Performance Capture (zur Digitalisierung von Gesichtern), Simulcast (ein System, das Schauspieler in Echtzeit in digitale Charaktere verwandelt) und nativem 3-D (in echtem 3-D aufgenommen statt nachträglich konvertiert) ziehen sie die Zuschauer mit unglaublicher Wucht hinein in die virtuelle Welt von Iron City und deren multikulturelle Bevölkerung aus Menschen und Maschinen. Zum immersiven Erleben trägt auch die atemberaubende Tonspur bei.

In einer fulminanten Sequenz, in der sich die titelgebende Heldin auf Inlinern in der Motorball-Arena saltoschlagend gegen eine tödliche Schar von Cyborgs zur Wehr setzen muss, fließen all diese Elemente in kongenialer Weise zusammen. Das ist so atemlos inszeniert, dass man darüber sogar die mangelnde Tiefe in der Geschichte vergisst.

Es geht vor allem ums Finden der eigenen Identität, es gibt aber auch Anspielungen auf aktuelles Zeitgeschehen. So könnte Iron City als Metapher für Flüchtlingslager verstanden werden. Rosa Salazar, mittels Digitaltechnik perfekt zwischen Mensch und Maschine verortet, mimt das Energiebündel Alita und schlägt damit den relativ lustlos agierenden Christoph Waltz in der Rolle ihres Ziehvaters Ido um Längen. Auch wenn die im Film gezeigten Härten meist gegen Cyborgs gerichtet sind, bleibt die Freigabe ab 12 Jahren allerdings mehr als fragwürdig.

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Erstellt:
14. Februar 2019, 03:04 Uhr

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