Sängerin Soffie veröffentlicht im März ihre erste EP

Interview Die Sängerin und Songwriterin Soffie macht seit ihrer Kindheit Musik. Im Rems-Murr-Kreis und der Umgebung steht sie regelmäßig auf der Bühne – dieses Jahr zum Beispiel beim Nachwuchsfestival des Backnanger Straßenfests. Ihre erste EP wird im Frühjahr erscheinen.

Schon in der Grundschule wurde Soffie bewusst, dass sie musikalisch ist. Foto: Jan-Niklas Behlen

Schon in der Grundschule wurde Soffie bewusst, dass sie musikalisch ist. Foto: Jan-Niklas Behlen

Backnang. Soffies Musikstil lässt sich als eine Mischung aus Indie- und Synth-Pop beschreiben. Eigentlich ist sie eher in der Region Stuttgart unterwegs, doch auch in Backnang ist Soffie dieses Jahr zweimal aufgetreten: auf dem Nachwuchsfestival des Backnanger Straßenfests und beim Festival Backnanger Bäderbühne. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt die 23-Jährige von ihren Auftritten, der Arbeit an ihrer neuen EP und ihrer Art, Liedtexte zu schreiben.

Soffie, im März 2023 wird Ihre erste EP, „Consequences“, erscheinen. Wie war die Arbeit daran?

Auf jeden Fall deutlich anstrengender, als ich es mir hätte vorstellen können. Ich bin ja auch noch total neu in der Branche. Die EP ist mein erstes komplett eigenes Projekt, bei dem ich auch noch alles selbst organisiere. Ich produziere selbst, ich schreibe die Texte alle selbst – und das ist natürlich echt ein Haufen Arbeit. Das hat mich ein bisschen unvorbereitet getroffen. Aber ja, der größte Teil der Arbeit ist erst mal erledigt. Jetzt bin ich sehr erleichtert und auch sehr stolz, weil das Ergebnis toll geworden ist. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Wie lange waren Sie damit beschäftigt?

So richtig aktiv seit März.

Also schon deutlich vor Ihrem Auftritt auf dem Nachwuchsfestival auf dem Backnanger Straßenfest im Juni.

Ja. Beim Nachwuchsfestival zu spielen war übrigens total erdend für mich, weil diese Veranstaltung so eine wichtige Rolle in meiner Kindheit gespielt hat.

War es Ihr erster Auftritt auf dem Nachwuchsfestival?

Tatsächlich war ich schon zweimal davor dort. Allerdings war dieses Jahr das erste Mal, dass ich mit einem eigenen Song (Anm. d. Red.: „The Puppeteer“) und unter dem Künstlernamen Soffie aufgetreten bin. Bei den beiden Malen davor war ich noch ziemlich jung, das erste Mal dürfte 2013 oder 2014 gewesen sein. Deshalb war es für mich voll wichtig, mit dem eigenen Projekt beim Nachwuchsfestival aufzutreten. Das wollte ich unbedingt noch mal machen.

Beim Nachwuchsfestival haben Sie einen Auftritt beim Festival Backnanger Bäderbühne gewonnen. Wie haben Sie den Auftritt erlebt?

Das war auf jeden Fall ein schöner Auftritt. Es war ein bisschen schade, weil nicht so viel los war. Das Wetter war auch nicht so gut. Aber generell finde ich das eine total schöne Idee, ein Festival in Backnang zu veranstalten. Es war auch eine wirklich tolle Veranstaltung und die Veranstalterinnen und Veranstalter waren alle superlieb, es hat einfach Spaß gemacht.

Die Musik spielt schon sehr lange eine große Rolle in Ihrem Leben.

Ja, eigentlich schon immer. In der Grundschule wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich wohl musikalisch bin. Die Leute haben angefangen mir zu sagen, dass ich gut singen kann, und das fand ich irgendwie toll (lacht). Und dann hat es zufälligerweise auch noch Spaß gemacht. Das war natürlich ein schöner Nebeneffekt. Dann habe ich das irgendwie nicht mehr aufgehört.

Wie hat sich Ihr Zugang zur Musik seitdem entwickelt?

Klavierunterricht hatte ich schon in der Grundschule. Wir hatten zu Hause immer ein Klavier stehen und darauf hatte ich erst Hausunterricht, später dann Unterricht in der Musikschule. Über meinen damaligen Klavierlehrer bin ich an den Gesangsunterricht geraten. Er hat irgendwann gemerkt, dass ich auch unheimlich interessiert am Gesang bin, und hat mir parallel zum Klavierunterricht Gesangsunterricht gegeben. Später hatte ich auch reinen Gesangsunterricht an der Musikschule, wahrscheinlich so acht bis zehn Jahre lang.

Wann haben Sie angefangen, eigene Liedtexte zu schreiben?

Auch schon sehr früh. Das erste Lied mit Text und Melodie habe ich geschrieben, da war ich vielleicht sechs oder sieben Jahre alt. Darin geht es um einen Wolf, der durch den Wald läuft und ein Reh jagt (lacht). Ein Kinderlied halt. Dazu habe ich die Noten superschön gemalt und mit einem Titelblatt meinem Klavierlehrer gebracht. Er hat mir ein Sternchen dafür gegeben. Ich hab dieses Notenblatt auch noch, es ist wirklich megasüß, wenn man sich das so anschaut. Das war der erste Versuch, einen Songtext zu schreiben. Aber so, dass ich sage, die Texte kann man jetzt auch veröffentlichen, das mache ich erst seit drei, vier Jahren.

Welche Themen verarbeiten Sie in den Texten auf Ihrer ersten EP?

Die Texte sind nichts, womit ich mich rational beschäftige, bevor ich mich hinsetze und schreibe. Die kommen so im Fluss. Was ich gerade fühle, schreibe ich auf und schaue dann, was daraus entsteht. Meistens sind es sehr persönliche Themen.

Können Sie dafür ein paar Beispiele nennen?

Mental Health (mentale Gesundheit, Anm. d. Red.) ist zum Beispiel ein krass wichtiger Bestandteil der zweiten Single. Die heißt „Another Day“ (Englisch für „Ein anderer Tag“ oder „Ein weiterer Tag“). Das ist der persönlichste Song auf der EP. Er handelt von depressiven Stimmungen, aber auch von der Erleichterung, wenn diese schlimmen Phasen vorbei sind, wenn man sich wieder besser fühlt. Der erste Song, der herauskommt, heißt „Love that wasn’t Love“, also „Liebe, die keine Liebe war“. Er handelt davon, dass man sich doch auch dolle verändert und sich anders verhält, wenn man sich in einer Beziehung befindet. Es geht darum, wenn man im Nachhinein merkt: Das kann keine Liebe gewesen sein, denn die Person, die ich damals in der Beziehung war, bin eigentlich gar nicht ich.

Und musikalisch? Wie kann man sich „Consequences“ vorstellen?

Da bin ich sehr stark von meinem Freund Simeon Böhm beeinflusst worden. Er ist Produzent und hat mich so ein bisschen angeleitet. Er hat die Produktion komplett geleitet und meine provisorischen Demoversionen zu großen, vollständigen Produktionen ausgearbeitet. Er hat mich da sozusagen unter seine Fittiche genommen. Und ich würde sagen, dabei habe ich mir meinen eigenen Musikstil ein bisschen angeeignet. Alles ist sehr stimmlastig. Ich bin ein großer Fan von Chören, von vielen Stimmen. Meine Musik baue ich um meine Stimme herum auf. Das Instrumentale ist immer erst einmal zweitrangig, sie wird im zweiten Schritt hinzugefügt.

Wer sind Ihre musikalischen Vorbilder?

Ich bin auf jeden Fall stark beeinflusst von dem elektronischen Popsound der frühen 2010er, weil ich zu der Zeit eben angefangen habe, aktiver Musik zu hören. Namen wie Marina and the Diamonds oder MØ kennt man vielleicht. Aber auch der belgische Musiker und Produzent Stromae hat mich beeinflusst: seine elektronischen Sounds, kombiniert mit den lyrischen Ansätzen von Marina und der Art und Weise, wie sie ihre Stimme einsetzt.

Werden Sie im kommenden Jahr wieder einmal in Backnang oder in der Region auf der Bühne stehen?

Ja, gerade plane ich meine EP-ReleaseParty für Ende März. Der Ort steht noch nicht fest, ich muss noch einige Formalitäten klären. Das wird aber wahrscheinlich in Stuttgart stattfinden, mit befreundeten Bands, Künstlerinnen und Künstlern. Außerdem stehe ich mit den Veranstalterinnen und Veranstaltern der Backnanger Bäderbühne noch in Kontakt. Da besteht auf jeden Fall beiderseits schon mal das Interesse, dass ich nächstes Jahr wieder auftrete.

Das Gespräch führte Melanie Maier.

Soffie

Werdegang Sofie Aspacher wurde im Juni 1999 in Backnang geboren. Sie wuchs in Backnang und Auenwald auf. Am Bildungszentrum Weissacher Tal absolvierte sie ihr Abitur, danach studierte sie Amerikanistik in Tübingen. In diesem Semester beginnt ihr Amerikanistik-Masterstudium in Berlin.

Musik Schon in der Grundschule bekam Aspacher Klavierunterricht, später auch Gesangsunterricht. Ihre ersten Auftritte hatte sie bereits im frühen Teenageralter, etwa auf dem Nachwuchsfestival des Backnanger Straßenfests. Seit diesem Jahr nutzt sie den Künstlernamen Soffie. Im März 2022 erhielt sie eins von insgesamt sechs Stipendien des Pop-Büros Region Stuttgart. Am 31. März 2023 wird ihre erste EP „Consequences“ (Englisch für Konsequenzen) erscheinen. Die fünf Songs darauf möchte sie vorab im Abstand von wenigen Wochen als Single-Auskopplungen veröffentlichen. Der erste Song, „Love that wasn’t Love“, wird am 4. November herauskommen.

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Erstellt:
21. Oktober 2022, 06:00 Uhr

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