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Der Bestatter kommt zum kranken Ehemann

Kabarettduo „Dui do on de Sell“ wirft einen erbarmungslos ehrlichen Blick auf das schwäbische Ehe- und Familienleben

Petra Binder (links) und Doris Reichenauer bringen als Duo „Dui do on de Sell“ das Publikum ein der ausverkauften Sulzbacher Festhalle zum lachen. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Petra Binder (links) und Doris Reichenauer bringen als Duo „Dui do on de Sell“ das Publikum ein der ausverkauften Sulzbacher Festhalle zum lachen. Foto: J. Fiedler

SULZBACH AN DER MURR (jf). Bereits zum dritten Mal geben sich Doris Reichenauer und Petra Binder als „Dui do on de Sell“ die Ehre. Mit „Reg mi net uff“ wagt das schwäbische Frauen-Kabarettduo einen erbarmungslos ehrlichen und charmant-witzigen Einblick in das schwäbische Ehe- und Familienleben in der restlos ausverkauften Sulzbacher Festhalle. Die Kinder werden erwachsen und bringen die ersten Beziehungspartner mit nach Hause. Und dann auch noch das: Der Vorruhestand des eigenen Ehemanns stellt Petra nach 30 Ehejahren plötzlich vor völlig neue Herausforderungen. Sie organisiert sein neues Leben nun mit „Bebber“, neonrote Haftnotizzettel, die ihm sagen, was er zu tun hat. Der Mann von Doris ist dagegen modern, kauft nur noch nach Sonderangeboten und per Handy-Apps ein. Und Petra gewinnt den Kampf gegen ihren schlafenden Mann vor dem Fernseher, indem sie einfach Fernbedienung mit dem Garagenöffner vertauscht. Allerdings befremdet die Nachbarn das ständige Auf- und Schließen des Garagentors.

Auch versuchen beide, das Sexualleben ihrer Partner auf Vordermann zu bringen. Allerdings ohne Erfolg: Schwarzes Lack- und Lederoutfit wird als Batman-Kostüm abgetan. Und sie vergleichen ihre Kindheit mit der von heute: Nur noch WhatsApp und Pokémon im Wald suchen. Auch die heutige lockere Erziehung lasse zu wünschen übrig: Die Zweijährige im Bekanntenkreis sagt zu ihrem Vater: „Papa du bist ein Arschloch.“ Schweigende Stille! Dann die Mutter: „Endlich spricht sie ganze Sätze.“

Auch spricht Petra ihr Gewicht an, das sie unbedingt reduzieren muss. Nach vielen erfolglosen Diäten ist sie mit ihrer Waage sauer: Sie wolle sie erst wieder benutzen, wenn sie sich entschuldigt hat. Petras Mann wird jetzt zunehmend wehleidiger. Liegt schon länger im Bett und meint, er würde bald sterben. Er sieht schon ein weißes Licht. Petra darauf: „Sei tapfer, lauf nei.“ Als die von Petra bestellten Bestatter ihn abholen wollen, erfährt er die wundersame Heilung.

Nach über zwei Stunden Programm verabschiedet sich das Duo unter tosendem Beifall und geben den Rat: „Wenn ihr aus dem Hause geht, kontrolliert erst, welche Unterwäsche ihr anhabt und fahrt vorsichtig heim, am besten auf dem Gehweg, denn auf der Straße passieren die meisten Unfälle.“

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Erstellt:
18. November 2019, 06:00 Uhr

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