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Die ambitionierten Maler und das Wasser

Malgruppe Eigenart präsentiert in der Volkshochschule Backnang eine Ausstellung mit Arbeiten in verschiedenen Techniken

Gemälde zum Thema Wasser: Die Vernissage der Ausstellung mit Bildern der VHS-Malgruppe war gut besucht. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Gemälde zum Thema Wasser: Die Vernissage der Ausstellung mit Bildern der VHS-Malgruppe war gut besucht. Foto: A. Becher

Von Claudia Ackermann

BACKNANG. Wasser, als zerstörendes, aber auch lebenserhaltendes Element, hat sich die VHS-Malgruppe Eigenart zum Thema ihrer diesjährigen Ausstellung gemacht. In der Volkshochschule Backnang stellen elf Gruppenmitglieder ihre Arbeiten aus – von wilden, unbezwingbaren Wellen bis hin zur Zerstörung der Natur durch den Menschen als Motive.

Bereits zum 11. Mal präsentieren die Mitglieder der VHS-Malgruppe Eigenart in den VHS-Räumen ihre Arbeiten. Eröffnet wurde die Ausstellung in der gut besuchten Cafeteria von VHS-Leiterin Monika Eckert. Die Mitglieder der Malgruppe Eigenart stellte Barbara Krug anhand der Exponate vor. In der Cafeteria ist von jedem Maler ein Bild im gleichen Format ausgestellt, wobei die Unterschiedlichkeit der Arbeitsweisen und Themenverständnisse deutlich wird. Die Arbeiten dieser Gesamtcollage eint, dass sie aus der Vogelperspektive gestaltet sind und Blau, Grün und Türkis dominieren. Dies entwickelte sich aus den Überlegungen zur gemeinsamen Bildgestaltung, so Krug, die selbst Mitglied in der Malgruppe ist. Weitere, noch individueller gestaltete Bilder sind in der Cafeteria und in den Fluren zu sehen.

Ingrid Dürr thematisiert die Verschmutzung der Strände in einem Bild mit aufwendigen Detaildarstellungen. Texte bezieht sie gerne in ihre Arbeiten mit ein, wie in dem Bild zu Hemingways Novelle „Der alte Mann und das Meer“. Drastisch führt Vera Heyer die Verschmutzung der Ozeane und somit die Bedrohung der Tierwelt vor Augen. In ihrer Collage „Tod durch Umweltverschmutzung“ ist der Bauch eines Seevogels mit Flaschenverschlüssen aus Plastik gefüllt. In expressiven Farben hat sie das Bild „Seemöwen im Flug“ gemalt. Ein Hinweis, dass man das Bild nicht berühren soll, da die Farbe noch nass sei, zeigt, wie aktuell diese Arbeit für die Ausstellung fertiggestellt wurde. Auch Birgit Sterzel nimmt sich des Themas Meeresverschmutzung durch Plastik an. In der Collage „Beständigkeit und Vergänglichkeit“ hat sie Plastikfolie eingearbeitet. Verschiedene Meeresabschnitte und Meerestiere werden durch Plastikschnüre zusammengehalten, und die Leinwandstücke erinnern an Fischhaut.

Plastisch sind die Collagen von Brigitte Brändle. Bei der Arbeit „Meeresgrund“ habe sie für den Ammoniten etliche in Streifen geschnittene und zu Zöpfen geflochtene Ausgaben der Backnanger Kreiszeitung verwendet, verrät sie. Bei der Collage „Ein Tropfen Luxus“ ragt ein überdimensionaler, rostfarbener Wasserhahn aus dem salzigen Meerwasser. In seinem Tropfen scheint sich ein am Horizont vorbeifahrender Luxusliner zu verfangen. Brigitte Brändle möchte darauf hinweisen, mit der Ressource Süßwasser verantwortungsbewusst umzugehen, erklärt sie bei einem Rundgang. Wie lebensnotwendig Süßwasser für Mensch und Natur ist, wird auch in Kathrin Widmayers Bild „Dürre“ deutlich. In diesem Bild hat sie nicht das Wasser zum Motiv gemacht, sondern die Auswirkungen, zu denen das Fehlen von Regenwasser führt. Rissig aufgeplatzt ist der braune, verdorrte Boden.

Die verschiedenen Erscheinungsformen des Wassers haben die Teilnehmer des VHS-Malkurses unter Leitung von Dorothea Schwertzel-Thoma aufgegriffen. Ingrid Thomas zeigt plastisch wirkende Wassertropfen auf einem Baumblatt, das auf Wasser schwimmt. Eis auf der Elbe oder Spiegelungen im Wasser haben Barbara Krug zu Bildern inspiriert. Ganz unterschiedliche Techniken werden angewandt. Das Thema Wasser habe sie bei einem Bild zu „lustvollen Farbmatschereien mit den Händen“ verführt. Auch Margitta Wildermuth experimentiert gerne mit verschiedenen Techniken. Eine Arbeit ist aus eingefärbten Seifenblasen entstanden, die wie Schaum auf den Meereswellen wirken.

Die Bewohner des Ozeans sind auch immer wieder Thema in der Ausstellung. Wie bei Metta Halim, bei der die überdimensionale Schwanzflosse eines Wales auf die ungeheure Größe dieser Meerestiere verweist, aber auch auf deren existenzielle Bedrohung. Birte Werner ist Kunstlehrerin und ein neues Mitglied der Gruppe. In eine Collage hat sie echte Muscheln eingearbeitet. Oder sie arbeitet mit Pouring-Technik, bei der die Farben verfließen. Ebenfalls neu in der Gruppe Eigenart ist das einzige männliche Mitglied, Ulrich Klenk. Dieser hat sich spielerischen Aspekten gewidmet. Seine farbenfrohen Unterwasserwelten mit eingearbeiteten Fantasie-Ornamenten geben den Bildern eine fröhliche Ausstrahlung. Ganz unterschiedliche Ansätze zum gleichen Thema treffen in der VHS-Malgruppe Eigenart aufeinander und ergänzen sich zu einer abwechslungsreichen Werkschau.

Die Ausstellung im 1. Stock der VHS im Backnanger Bildungshaus, Bahnhofstraße 2, kann bis Freitag, 7. Juni, besichtigt werden: Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr.

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Erstellt:
29. Januar 2019, 06:00 Uhr

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