Ein Lied auch für Ballermann-Sampler

Naim Sabani, der Backnanger Friseur und Comedian, arbeitet weiter an seiner Entertainerkarriere. Eine Comedy-App soll den Bekanntheitsgrad erhöhen.

Friseurmeister Naim Sabani will’s wissen: Auf verschiedenen Plattformen spielt er in der Welt der Comedy mit. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Friseurmeister Naim Sabani will’s wissen: Auf verschiedenen Plattformen spielt er in der Welt der Comedy mit. Foto: A. Becher

Von Claudia Ackermann

BACKNANG. Für ihn ist es nicht existenzbedrohend, dass die meisten seiner geplanten Auftritte abgesagt wurden. Aber der Friseurmeister, der in der Plattenwaldsiedlung in Backnang ein Haarstudio betreibt, wurde durch Corona in seiner Bühnenkarriere ausgebremst. Er möchte vor Publikum auftreten, und: „Die Leute wollen unterhalten werden“, ist sich Naim Sabani sicher.

Sein Talent zum Entertainer wurde entdeckt, als er Modeschauen der Friseurinnung moderierte. Der Erfolg beflügelte ihn dazu, weitere Moderationen anzunehmen und schließlich ein eigenes, abendfüllendes Comedyprogramm mit dem Titel „Waschen, Schneiden, Föhnen aber flott?“ auf die Beine zu stellen, das im Schweizer Fernsehen zur Primetime ausgestrahlt wurde. Es gehe um Begebenheiten im alltäglichen Leben, um Beziehungssituationen und auch um Missgeschicke und skurrile Szenen im Friseursalon. Dass manche Kundinnen beim Frisieren so offenherzig über ihr Privatleben plaudern, führt er darauf zurück, dass bei der Ausübung seines Berufs eine gewisse körperliche Nähe entsteht. Nicht jede Person lässt man so nah an sich heran. Wie auch beim Arzt habe er sich als Friseur übrigens selbst eine Schweigepflicht auferlegt, unterstreicht Naim Sabani. Inspiration für sein Comedyprogramm gibt ihm die eine oder andere Geschichte, die er im Salon zu hören bekommt, schon.

Sein „Top Style Haarstudio“ in Backnang ist übrigens ein Einmannbetrieb. Da die Kunden einzeln auf Anmeldung kommen, herrscht natürlich eine ganz besonders familiäre Gesprächssituation. Seine Selbstständigkeit als Friseurmeister gibt ihm die Freiheit, auch mal am Freitagnachmittag den Laden dichtzumachen, wenn ein Auftritt in Hamburg oder Berlin ansteht.

Seit einigen Jahren entwickelte sich die Karriere des schnittigen Comedians gut. Mit schwäbischen Einlagen trat er etwa bei Faschingssitzungen oder Weihnachtsfeiern auf. In diesem Jahr sind diese Veranstaltungen bereits alle storniert. Der Name Naim ist übrigens arabischer Herkunft, geboren wurde Sabani im ehemaligen Jugoslawien, und er kam im Alter von einem Jahr mit seinen Eltern nach Deutschland.

Naim Jerome Antoine Sabanis Bekanntheitsgrad stieg vor allem in den letzten drei Jahren, so trat er etwa im Robinsonclub in Arosa in der Schweiz auf. Für das Kreuzfahrtschiff Aida war er 2019 auf der Strecke Teneriffa–Barbados in der Karibik gebucht – mit Übernahme sämtlicher Reisekosten. Bei solchen Auftritten geht es bei Naim Sabani auch ohne schwäbischen Dialekt. Als leidenschaftlicher Hobbykoch habe er auch „Cook-Comedy“ im Programm. Zusammen mit einem Kollegen kocht er für sein Publikum und unterhält es dabei mit Gags. In die TV-Sendung „Küchenschlacht“ war er eingeladen und überraschte Fernsehkoch Johann Lafer mit der Kreation „Mediterrane Kässpätzle“ (wir berichteten). Für einen Sieg hat es allerdings nicht gereicht.

Anfang dieses Jahres hat Sabani sein erstes Lied aufgenommen. „Ich will dich“, heißt die Single, die auch auf Ballermann-Samplern zu hören ist. Eigentlich hätte der Partyschlager zum Opening der Mallorca-Season im Mai am Ballermann vorgestellt werden sollen, erzählt er. Aber das musste abgesagt werden. Fernsehauftritte hatte Naim Sabani bereits im ZDF, SWR, bei RTL und Tele 5. Sogar beim New York Comedy Club ist er schon aufgetreten. Als er 2017 in den USA Urlaub machte, hat er sich dort beworben, und sein „Schwäbisch-Englisch“ sei gut angekommen, schmunzelt der Comedian.

Auch das Internet bietet Möglichkeiten, seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen, weiß Naim Sabani. Beim Comedy-Clash in Stuttgart wurde von seinem Liveauftritt ein Video erstellt und auf Youtube hochgeladen. Daraufhin wurde er angeschrieben, ob er nicht bei der Comedy-App „Smyle“ mitmachen wolle. Das bestehende Video wurde zu einem Clip komprimiert, den man sich in dem virtuellen Comedy-Club von ProSieben ansehen kann. Findet man einen Gag besonders witzig, kann man auf einen eingeblendeten Smileybutton tippen. Aus diesem Feedback der User entsteht zu jedem Video eine individuelle „Lachkurve“. Auch in Coronazeiten will Naim Sabani weiter durchstarten.

Am Freitag, 6. November, um 20 Uhr findet im Restaurant/Bar Merlin, Eberhardstraße 2, in Backnang ein Abend unter dem Motto „Essen – Trinken – Lachen“ statt. Zum genüsslichen Speisen mit Abstand unterhalten die Comedians Heinrich Schulte-Brömmelkamp und Berhane Berhane die Gäste. Die Moderation übernimmt Naim Sabani.

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Erstellt:
23. Oktober 2020, 06:00 Uhr

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