Für mehr Farbe und Humor im Leben

Die gebürtige Backnangerin Pia Guttenson arbeitet seit mittlerweile zehn Jahren nebenberuflich als Autorin. Nach dem im letzten Jahr veröffentlichten Roman „Kunde König la Famiglia und ICH“ hat sie im Juli dieses Jahres einen für sie untypischen Krimi herausgebracht.

Pia Guttenson steht mit ihrem Liebesroman am Brunnen vor dem Rathaus in der Backnanger Innenstadt. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Pia Guttenson steht mit ihrem Liebesroman am Brunnen vor dem Rathaus in der Backnanger Innenstadt. Foto: T. Sellmaier

Von Annika Angele

Backnang. Grünes Gewand, große silberne Ringe an den Fingern und grün-rot karierte Chucks: Mit ihrem Erscheinungsbild fällt Pia Guttenson auf. Durch ihre Kleidung drückt sie ihre Verbundenheit zu Schottland aus. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass auch der Roman „Kunde König la Famiglia und ICH“ nicht ohne Bezug zu diesem Land auskommt: Die Protagonistin liebt das Land und erwähnt es häufig, wie beispielsweise ein Wochenende, das sie in Edinburgh verbracht hat, oder ihre Vorliebe für schottische Orangenmarmelade.

Auch wenn Guttenson erst vor zehn Jahren ihr erstes Buch veröffentlichte, entdeckte sie ihre Liebe zu Büchern schon sehr viel früher. Es habe im Teenageralter mit Gedichteschreiben angefangen. In der Schulzeit habe man sie in den Pausen auch immer in der Bücherei angetroffen. „Damals hatte ich Bibliothekarin noch nicht als Beruf auf dem Schirm, sonst hätte ich wahrscheinlich etwas in die Richtung gemacht“, sagt die 47-Jährige. Stattdessen entschied sie sich, im Verkauf zu arbeiten. Bis heute hat sie zwölf Bücher geschrieben, wobei es noch mehr Geschichten nur als E-Book zu lesen gibt.

Das alltägliche Leben würde die Ideen für ihre Bücher liefern. Deshalb stecke immer viel Persönliches von der Autorin in den Geschichten mit drin. Da sie seit über 30 Jahren im Verkauf arbeitet, haben sich viele Erlebnisse und Erfahrungen von ihr und ihren Kollegen angesammelt. „Eine Mitarbeiterin hatte mal einen schwierigen Kunden und meinte dann zu mir: Kannst du den nicht als Leiche in deinem nächsten Roman verwenden?“, sagt Guttenson schmunzelnd. Durch diese Anekdoten würde es in ihren Büchern einfach menscheln.

Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen Guttenson und der Protagonistin

Da sie Farbe und Humor in das Leben ihrer Leserschaft bringen wollte, spielt die Geschichte des Romans „Kunde König la Famiglia und ICH“ in den 90er-Jahren. Über neonbunte Kleidung und Plateauschuhe bis zum Mambo: Die Zeit war schrill. Um den Leser stärker in die Zeit der 90er zu entführen, arbeitet die 47-Jährige häufig Serien und Musiktitel mit ein wie beispielsweise „Eine schrecklich nette Familie“ oder „Surfin’ U.S.A.“ von den Beach Boys. Da sich viele Gegebenheiten in Backnang abspielen, wird auch manchmal im schwäbischen Dialekt gesprochen. So wird die Protagonistin Dina zum Beispiel von ihren Eltern liebevoll „Buzzele“ oder „Muckele“ genannt. Guttenson hat im Roman Elemente aus ihrer Vergangenheit mit eingearbeitet. So gibt es deshalb auch einige Gemeinsamkeiten zwischen ihr und Dina wie beispielsweise, dass sie italienische Wurzeln haben oder sie im Verkauf tätig sind. „Eine Freundin meiner Mutter meinte sogar, dass ich die Protagonistin sein könnte“, sagt die 47-Jährige.

Auch Pia Guttenson hat die Auswirkungen von Corona zu spüren bekommen. Sonst habe sie jedes Jahr auf der Leipziger Buchmesse einen Stand gehabt. Bei solchen Veranstaltungen hätten sich die Bücher immer gut verkauft. Zweimal im Jahr veranstalte sie auch einen schottischen Abend in einem Hotel. Dort habe sie immer volles Haus, denn das Whisky-Tasting und ihre unterhaltsamen Lesungen kommen gut an. Doch die Pandemie machte ihr einen Strich durch die Rechnung und verhinderte die Veranstaltung. Auch habe sie durch Corona keine Möglichkeit, den Menschen persönlich entgegenzutreten. Bei Lesungen wolle sie die Leute anschauen. So sehe sie, ob die Spannung an einer Stelle funktioniert habe. „Wenn die Leute lachen, sehe ich, ob der Witz funktioniert.“

Sie arbeitet als sogenannte Indie-Autorin und veröffentlicht deshalb ihre Bücher ohne Verlag. So kann sie selbst bestimmen, wann sie schreibt oder ob mal ein Buch aus der Reihe fällt. So auch ihr aktuellster Krimi „De Lambretto&Fraser Cairngorm Ripper,“ der etwas komplett anderes sei, weil er kein „Cozy-Crime“ sei. Darin habe sie Charaktere entstehen lassen, die Ecken und Kanten haben. Viele Leser haben ihr geschrieben, dass sie die Beweggründe des Mörders nachvollziehen konnten. „Der Mord ist zwar nicht richtig, aber das zeigt, dass nicht alles im Leben nur schwarz und weiß ist. Es gibt zwischendrin auch ein Grau.“ – Die Ideen gehen Guttenson nicht aus und so kann die Leserschaft gespannt sein, wovon das nächste Buch handeln wird.

Eventpaket Die Bücher können über ihre eigene Homepage (www.pia-guttenson.de) bestellt werden. Dort bietet sie zu neuen Büchern auch ein „Eventpaket“ an; das letzte bestand beispielsweise aus Teebeuteln, Lesezeichen und einem Päckchen Essigchips.

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Erstellt:
26. August 2021, 11:00 Uhr

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