Große Zaubershow mit Peter Valance

Das Backnanger Bürgerhaus ist verzaubert: Gebannt verfolgt das Publikum am Sonntagabend im ausverkauften Haus die kurzweilige Show des Magiers Peter Valance. Der bietet ein breites Programm von klassischer Zauberei bis zu aufwendigen Illusionen.

Völlig unverletzt ließ Peter Valance eine Dame aus der viel zu kleinen Kiste steigen. Fotos: Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Völlig unverletzt ließ Peter Valance eine Dame aus der viel zu kleinen Kiste steigen. Fotos: Tobias Sellmaier

Von Klaus J. Loderer

Backnang. Peter Valance eilt ein großer Ruf voraus. Immerhin wird er als bester deutscher Illusionist gefeiert und hat den wichtigen Merlin Award bekommen. Die Antworten im Backnanger Bürgerhaus auf die anfängliche Frage des Künstlers, wer denn an Zauberei glaube, sind dann erst einmal ernüchternd. Der Zauberer schluckt und zaubert. Die Aufwärmübung sorgt gleich für Gelächter. Warum zeichnet er eine Bowlingkugel? Dass eine solche dann plötzlich wirklich aus dem Zeichenblock herausfällt, sorgt für die ersten herunterklappenden Kinnladen. Es gibt viele Überraschungseffekte im Laufe des Programms.

Die erste große Nummer ist die zersägte Frau, ein Klassiker, nur dass Valance seine Assistentin in acht Teile zerlegt und sie dann ganz verschwinden lässt. Sie taucht natürlich wieder auf, ebenso wie der 20-Euro-Schein, den ein Zuschauer aus der ersten Reihe dem Zauberer in der Hoffnung überlässt, dass daraus ein 100-Euro-Schein werden soll. Der Mann muss dann doch schlucken, als sich sein Zwanziger in einen Zehner verwandelt. Doch die Nummer geht ja noch weiter...

Der Magier befreit sich von den Ketten

Und dann ist auch schon die erste Entfesselung dran. Genauer gesagt, lässt sich Valance anketten. So schnell kann das Publikum gar nicht schauen, da hat er sich befreit und plötzlich ist seine Assistentin angekettet. Seine Assistentinnen Sandra und Kim lässt der Magier wechselweise verschwinden oder sperrt sie in Kisten, in denen Schwerter und sonstige spitze Dinge drohen. Immer wieder holt der Zauberer Leute aus dem Publikum auf die Bühne. Zuschauerin Bettina darf sich in einem unsichtbaren Kartenspiel eine Karte aussuchen. Natürlich präsentiert Peter Valance den von ihr erwählten Herzkönig wenig später in einem echten Kartenspiel.

Wie immer geht das bei Peter Valance witzig zu. Er baut kleine Scherze ein und nimmt sich selbst auf den Arm. Immer wieder tut er so, als würde ein Gag nicht funktionieren und sorgt dann für ein ganz überraschendes Ende. Oder er kündigt an, einen Trick zu erläutern, verrät ihn dann aber nicht wirklich. Er treibt das geradezu auf die Spitze mit der Ankündigung, einen ihm noch ganz unbekannten Trick auszuprobieren, den er sich per Post bestellt habe. Dazu probiert er die Anleitungs-CD aus, um mit witzigen Nebeneffekten eine Banane verschwinden zu lassen.

Der berühmte Zauberer wird von einer Assistentin in Ketten gelegt.

© Tobias Sellmaier

Der berühmte Zauberer wird von einer Assistentin in Ketten gelegt.

Weitere Themen

Das ist aber nur die kleine Überleitung zur großen Nummer am Ende des ersten Teils. Assistent Christian fährt eine wahre Höllenmaschine auf die Bühne. Zuschauer Uwe schnürt den Künstler in eine Zwangsjacke. Um die Spannung zu erhöhen, wird er an den Füßen kopfüber aufgehängt. Darüber wird das Seil angezündet, das die Maschinerie in Position hält. Nur Sekunden, nachdem er sich befreien kann, klappen die vor scharfen Klingen strotzenden Flügel herunter. Zuschauer Reinhard denkt vielleicht an ein harmloses Hütchenspiel, als ihn der Magier auf die Bühne holt. Doch unter einem Plastikbecher droht ein langer Nagel – nur unter welchem? Diese einfache Nummer entwickelt sich zum spannenden Krimi. Wie weit wird Valance wirklich gehen?

Das schwebende Tischchen ist auch eine berühmte Nummer des Magiers. Zuschauerin Margit darf das Tischchen ebenfalls schweben lassen. Etwas betreten schaut Zuschauer Jonas, als Peter Valance ihn auf der großen Bühne alleine lässt und ihn auffordert, zu zaubern. Das muss er dann tatsächlich – aber der Zauberer leiht ihm dafür seine magischen Hände.

So bekommen klassische Zauberkünstlertricks eine ganz neue Note. Zuschauerin Ellen darf beim Taschenspielertrick mit Beutel und Ei mitwirken. Diese kleinen Nummern dienen dazu, dass sich das Publikum – und vielleicht auch der Magier selbst – erholen kann vom Nervenkitzel der großen Stuntnummern.

„Schwäbische Ekstase“ konstatiert Peter Valance anerkennend ob des begeisterten Beifalls und der zahlreichen Zugaberufe am Ende der Show. Wie sparsam man im Schwabenland mit Lob eigentlich ist, das kennt der in Riedlingen geborene Illusionist. Den Höhepunkt spart er sich für den Schluss auf: Entfesselung unter Wasser, eingeschlossen in einer durchsichtigen, mit 500 Litern Wasser gefüllten Kiste. Zuschauer Wolfgang darf diese kritisch untersuchen und scheut sich auch nicht, mit dem Arm ganz nach unten zu greifen. „Das ist meine Show“, mahnt der Künstler schmunzelnd. Die Entfesselung unter Wasser glückt effektvoll. Doch es wäre keine Nummer von Peter Valance ohne ein ganz überraschendes Ende.

Nach diesem Las-Vegas-Finale ist Fanpflege angesagt. Die Schlange für die Autogramme und die Erinnerungsfotos mit dem Illusionisten ist lang. Aber Valance, der kaum Zeit hat, trockene Kleidung anzuziehen, hat für jeden ein freundliches Wort.

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Erstellt:
23. Januar 2024, 16:00 Uhr

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