„Ich war begeistert und berührt“

Interview Lions-Club-Präsident Thomas Hofmann spricht über zwei Benefizkonzerte am zweiten Advent in der Backnanger Stiftskirche mit dem Winnender Chor The Gospel House und über Aktivitäten des Clubs.

Die Sänger von The Gospel House singen traditionelle Gospels, Soulnummern und Sacro-Pop. Foto: privat

© Stephan Haase

Die Sänger von The Gospel House singen traditionelle Gospels, Soulnummern und Sacro-Pop. Foto: privat

Herr Hofmann, Sie sind als amtierender Präsident des Lions Club Backnang Initiator der beiden Veranstaltungen mit dem Gospel-House-Chor am 5. Dezember in der Stiftskirche. Wie sind Sie auf diesen Chor gekommen?

Vor ein paar Jahren habe ich den Chor The Gospel House – sogar in der Stiftskirche – gehört. Ich war begeistert und berührt, sodass ich heute noch davon schwärme, wenn ich nur daran denke.

Bei Konzerten mit Gospelchören stehen die Menschen oft auf, klatschen mit oder tanzen sogar. Das dürfte gerade nicht erlaubt sein.

Der Chor ist mitreißend, gar keine Frage. Er wird begeisternd singen. Die Sängerinnen und Sänger machen das ja alle nebenberuflich. Aber sie bewegen sich auf einem hohen qualitativen Niveau. Je nachdem, was in ein paar Wochen für Regeln gelten, werden wir uns natürlich an diese halten.

Der Chor singt einen Mix aus Gospels, Soulnummern bis hin zu Sacro-Pop...

Der Chor ist ziemlich breit aufgestellt. Er bringt neben ganz klassischen, ich würde sagen Gospelgassenhauern, die jeder kennt, auch andere Songs. Der Chor ist übrigens schon seit 20 Jahren unterwegs. Das hat ja auch eine Aussage.

Der Erlös der Konzerte kommt einerseits der Renovierung der Stiftskirche und andererseits den Jugendprogrammen des Lions Club zugute. Können Sie kurz was zu den Jugendprogrammen sagen?

Die Jugendprogramme von Lions Deutschland, bei denen auch der Backnanger Lions Club mitmacht, sind vor allem Klasse 2000 und Lions-Quest. Bei Klasse 2000 geht es um Gesundheitsförderung und Prävention von Grundschülern mithilfe der Symbolfigur Klaro, einem kleinen Drahtmännchen.

Das Programm läuft schon ziemlich lange...

Ja, und das Tolle ist, dass Baden-Württemberg das Klasse-2000-Programm offiziell für den Lehrplan freigegeben hat. Das heißt, Lehrer dürfen im Rahmen ihres Lehrplanprogramms, ohne dass sie dafür andere Stunden kappen müssen, dieses Programm verwenden. Im Rahmen des Klasse-2000-Programms kommen geschulte Gesundheitsförderer jährlich in die Klassen und spielen zusammen mit Lehrerinnen und Lehrern altersgerechte Themen durch, die dann im Unterricht während des Schuljahrs vertieft werden.

Um was geht es bei Lions-Quest?

Lions-Quest ist ein Programm: „Erwachsen werden, erwachsen handeln“. Es beinhaltet spezielle Seminare für Lehrerinnen und Lehrer inklusive vorbereitetes Unterrichtsmaterial, die sie im Unterricht umsetzen können.

Die zeitliche Nähe zum Konzert der Golden Voices of Gospel im Bürgerhaus drei Tage nach den Konzerten von The Gospel House ist ein bisschen unglücklich. Wie kam das?

Wir haben das Gospelkonzert in einem sehr, sehr frühen Stadium geplant. Da war diese Fastüberschneidung noch nicht sichtbar. Außerdem war es eine einmalige Gelegenheit für mich, am zweiten Adventssonntag die Stiftskirche zu bekommen. Bei allem Wettbewerb sehe ich hier keine wirkliche Konkurrenz. Beide sind hervorragende Gospelchöre. Ich denke, wer Gospel mag, der geht sogar zweimal auf ein Konzert oder muss wegen seines Terminkalenders entscheiden, ob er am zweiten Advent oder unter der Woche abends ins Bürgerhaus geht.

Wird das Kabarettprogramm von Thomas Freitag, das 2020 Corona zum Opfer fiel, noch nachgeholt?

Wir haben dieses Programm noch nicht aufgegeben, konnten es aber nicht kurzfristig nachholen. Vielleicht ergibt sich – wenn die Situation es zulässt – zu einem späteren Zeitpunkt im Bürgerhaus wieder die Möglichkeit, diese Veranstaltung zu machen. Allerdings ist das alles noch sehr vage.

Wie sind die Lions bis jetzt durch die Pandemie gekommen?

Mein Vorgänger Horst Fischer hat wirklich das schlimmste aller Jahre erwischt, er hat die Herausforderungen aber hervorragend gemeistert: Er hat unseren Club auf Digitalisierung getrimmt und in seiner Amtszeit, als es noch ging, die Zeitfenster genutzt und Veranstaltungen mit Präsenz wie Clubabende oder das Golfturnier in Marhördt gemacht. Als dann die Lockdowns gekommen sind, mussten wir unsere Veranstaltungen nicht mal mehr hybrid, sondern zu 100 Prozent digital durchführen. Das war natürlich schwierig. Aber da hat er tolle Ideen entwickelt.

Die da wären?

Unser Clublokal ist ja das Landhaus im Aspacher Sonnenhof. An Weihnachten zum Beispiel hat uns der Sonnenhof ein Menü vorbereitet und dieses an die Haushalte, die sich zum virtuellen Clubabend angemeldet hatten, nach Hause ausgeliefert. Dann konnten die Clubmitglieder das Gericht zu Hause fertig kochen. Zu einer bestimmten Zeit haben sie sich zu einer Webex-Konferenz getroffen. So verbrachten wir mit etwa 20 Teilnehmern einen vergnüglichen, virtuellen Abend mit einem gemeinsamen, gleichen Menü und gleichen gelieferten Weinen. Das war eine tolle Erfahrung.

Was haben Sie in Ihrem Präsidentenjahr, das im Juli begann, noch alles vor?

Mein Programm sieht normale Präsenzabende vor. Dann haben wir wie jedes Jahr noch den Weihnachtsbaumverkauf auf dem Gelände zugunsten von Famfutur und dem Pusteblume-Hospiz. Im neuen Jahr hoffe ich auf die Fortführung der Vorträge diverser Fachreferenten im Anschluss an das Essen an unseren Clubabenden. Aufgrund der guten Vorarbeit sind wir in schwierigeren Zeiten bestens vorbereitet auf hybride oder komplett virtuelle Veranstaltungen. So würden wir das auch machen, wenn Veranstaltungen nicht oder nur mit geringer Personenzahl möglich sind.

Das Gespräch führte Ingrid Knack.

Thomas Hoffmann

© privat

Thomas Hoffmann

Weihnachtskonzert ist zweimal hintereinander zu hören

Der Chor Auf Einladung der Backnanger Lions wird der Chor The Gospel House am 5. Dezember in der Stiftskirche Backnang sein Christmas-Konzert präsentieren. Mitreißende Gospelklänge sollen herzerwärmend auf die Feiertage einstimmen, so Thomas Hofmann, derzeitiger Lions-Präsident und Initiator der Veranstaltung. Die Konzertbesucher erwartet ein zirka einstündiges aktuelles Programm mit neuen und bekannten Songs. Das in Besetzung, Solisten und Performance vielseitige Ensemble wird die Zuhörerinnen und Zuhörer an diesem Konzertabend mit zeitgenössischem Gospel, groovigem Soul und berührende Balladen aus dem Alltag abholen und in der stimmungsvollen Stiftskirche in eine ganz besondere Atmosphäre entführen.

Die Regeln Aufgrund der gegebenen Situation wird das Konzert unter 2-G-Auflagen und mit eingeschränkten Platzzahlen durchgeführt. Damit dennoch möglichst viele Menschen die Chance auf dieses Erlebnis haben, wird es zweimal in Folge stattfinden: um 17.30 und um 19.30 Uhr am 5. Dezember. Im Anschluss haben die Gäste die Möglichkeit, sich bei einer Tasse Glühwein auf dem Freigelände der Stiftskirche über das Erlebte auszutauschen.

Der Erlös Der Reinerlös kommt anteilig der Renovierung der Stiftskirche und den Jugendprogrammen des Lions Club zugute.

Veranstalter Der Lions-Club-Backnang-Förderverein fungiert mit Unterstützung der evangelischen Stiftskirchengemeinde Backnang als Veranstalter.

Tickets Eintrittskarten zu 23 Euro sind an folgenden Vorverkaufsstellen in Backnang erhältlich: Weinhaus Haar, Obere Bahnhofstraße 10, Volksbank Backnang, Sulzbacher Straße 176, Kreissparkasse Backnang, Am Obstmarkt 7, online/per Mail: miroslav.starcevic@volksbank-backnang.de

Zum Artikel

Erstellt:
19. November 2021, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Kultur im Kreis

Von Stroßaboh und Hefedoig

Das A-cappella-Ensemble Die Füenf waren am Wochenende mit Liedern von Wolle Kriwanek live im Backnanger Bürgerhaus zu erleben. Ihr Publikum haben sie immer wieder mit eingebunden und wurden am Ende des Konzerts dafür mit Standing Ovations belohnt.

Kultur im Kreis

„Das Stück passt perfekt in diese Zeit“

Mit dem Weihnachtsklassiker „Hilfe, die Herdmanns kommen!“ beginnt am 5. Dezember die neue Spielzeit im Bandhaus-Theater. Kernstück des Winterprogramms ist aber die Komödie „Kunst“. Sie hat den Leiterinnen Jasmin Meindl und Juliane Putzmann zufolge eine aktuelle Botschaft.

Kultur im Kreis

Ein Leben für die Königin der Instrumente

Der Orgelbaumeister Michael Raithelhuber ist in ganz Süddeutschland herumgekommen, um Kirchenorgeln zu bauen, zu stimmen und zu renovieren. Daneben verfasst er seit seiner Jugend Gedichte. In seinem Buch „Der Teufelsorgler“ gibt er Einblicke in seine Arbeit und sein Leben.